Reifenbezeichnung: Kürzel & Co.

Reifen haben einige Kürzel, die auf den ersten Blick unverständlich sind. Sucht man nach dem Geschwindigkeitsindex oder nach der Bauweise eines Reifens, muss man wissen, wie die Zeichen angeordnet sind und was die Abkürzungen aussagen. Wir helfen Ihnen, die Angaben auf Ihren Reifen zu lesen und genau zu verstehen, was welche Reifenbezeichnung bedeutet.

Autoreifen
Reifenbezeichnungen geben Auskunft über die verschiedenen Eigenschaften von Reifen. © gettyimages/thewornnurak

Um mit Ihrem Fahrzeug sicher unterwegs zu sein, brauchen Sie die richtigen Reifen. Denn sie sorgen für die nötige Haftung auf der Fahrbahn und müssen einige Belastungen aushalten. Die richtige Wahl der Reifen entscheidet also immer über Ihre Sicherheit. Wo Sie die verschiedenen Kürzel finden, was genau sie bedeuten und wie sie zu entschlüsseln sind, erklären wir Ihnen hier.

Welche Reifenbezeichnungen gibt es?

Reifenhersteller nutzen verschiedene Standardkürzel, um Händlern und Käufern wichtige Informationen zu den jeweiligen Reifen zu erklären. Dabei ist es wichtig zu wissen, welche Angaben wo stehen und was sie bedeuten.

Wie sind die Beschriftungen auf dem Reifen aufgebaut?

Die Reifenbezeichnungen sind Kennzeichnungen, die Sie ausschließlich auf der Reifenflanke, also auf der Seitenwand des Reifens, finden. Es gibt für alle Angaben Kürzel, die ein Händler oder Käufer benötigt, um entscheiden zu können, ob ein Reifen für ein Kraftfahrzeug geeignet ist oder nicht.

Weil es viele unterschiedliche Reifenbezeichnungen gibt, muss man sich den Aufbau immer im Einzelnen ansehen. Das folgende Schema zeigt Ihnen aber, wie der Aufbau einer Reifenflanke mit den Bezeichnungen aussehen kann:

Infografik zum Aufbau der Reifenbezeichnungen
Die Reifenbezeichnungen finden Sie auf der Reifenflanke. © AllSecur
  • Reifenkennung: Sie gibt die wichtigsten Eigenschaften des Reifens bezüglich Geschwindigkeit, Belastbarkeit oder auch Bauweise an.

  • TL/tubeless: Finden Sie das Kürzel „TL“ oder das Wort „tubeless“ auf Ihrem Reifen, heißt das, dass der Reifen schlauchlos ist (dazu später mehr).

  • runflat: Die Reifen enthalten Notlaufeigenschaften und verhindern, dass der Reifen einen Platten bekommt.

  • Marke & Reifentyp/Profilbezeichnung: Mit der Kennung wissen Sie sofort, wer der Hersteller ist (zum Beispiel Continental, Goodyear oder Michelin) und um welches Modell des Herstellers es sich handelt.

  • DOT-Nummer: Die DOT-Nummer gibt an, wann Ihr Reifen hergestellt wurde.

  • Verschleißanzeiger/„TWI“ (tread wear indicator): Mit dem Verschleißanzeiger können Sie überprüfen, wann Sie die Reifen wechseln sollten beziehungsweise wann Sie einen neuen Reifen brauchen. An der Stelle des Verschleißanzeigers ist das Profil deutlich flacher als am restlichen Reifen. Ist der Maximalverschleiß erreicht, sollten Sie einen neuen Reifen anschaffen. Die gesetzlich festgelegte Profiltiefe beträgt mindestens 1,6 Millimeter. Weil die Funktionsfähigkeit eines Reifens aber schon ab drei Millimetern abnimmt, sollten Sie nicht zu lange warten und frühzeitig neue Reifen besorgen.

  • „REINFORCED“: Hierbei handelt es sich um die Zusatzbezeichnung für Reifen mit erhöhter Tragfähigkeit.

  • M+S/M&S: Das Kürzel steht für „Matsch und Schnee“ und ist ein Hinweis auf die Wintertauglichkeit eines Reifens. Ein solcher Reifen ist als Winterreifen aber nur gesetzlich zugelassen, wenn er auch das Alpine-Symbol trägt (Berg mit Schneeflocke).

  • Die Montur-Richtung: Wenn Sie Ihren Reifen am Wagen anbringen oder ihn montieren lassen, muss die Montur-Richtung unbedingt eingehalten werden. Achten Sie bereits beim Reifenkauf auf diese Angabe.

  • ECE-Logo: Das ECE-Logo gewährleistet, dass der Reifen den Standards der Europäischen Union entspricht. Es ist also ein Hinweis auf die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs. Reifen, die nach dem 1. Oktober 1998 hergestellt wurden, müssen das Logo tragen.

Was ist die Reifenkennung und was gibt sie an?

Die Reifenkennung setzt sich aus einer Reihe von Kürzeln zusammen und hat insgesamt sechs Stellen. Die spezifischen Angaben zum jeweiligen Reifen sind hier enthalten.

Reifenbezeichnungen in der Reifenkennung
Die Reifenkennung setzt sich aus Angaben zur Reifendimension und der Betriebskennung zusammen. © AllSecur

Die Reifenkennung enthält wichtige Angaben zum Reifen, die ausschlaggebend dafür sind, ob oder wie Sie den Reifen nutzen müssen oder dürfen. Folgende Angaben enthält die Reifenkennung:

  • 205: Die erste Stelle gibt die Breite des Reifens in Millimetern an. Der Reifen ist im Beispiel 205 Millimeter breit, also 20,5 Zentimeter.

  • 60: Die zweite Stelle gibt das Verhältnis zwischen Höhe und Breite des Reifens in Prozent an. In dem Fall beträgt die Höhe des Reifens (Abstand zwischen Außen- und Innenrand) 60 Prozent gegenüber der Breite des Reifens.

  • R: Die dritte Stelle gibt die Bauweise des Reifens an. R steht dabei für Radialreifen, D für Diagonalreifen (siehe unten).

  • 16: Die vierte Stelle der Reifenkennung gibt den Felgendurchmesser in Zoll an. Im Beispiel sind es 16 Zoll, also 40,64 Zentimeter (1 Zoll = 2,54 Zentimeter; 16 × 2,54 = 40,64 Zentimeter).

  • 92: Die fünfte Stelle der Reifenkennung gibt den Lastindex an. In dem Fall dürfen Sie auch Reifen fahren, die für höhere Geschwindigkeiten gebaut sind. Nur Reifen, die für geringere Geschwindigkeiten ausgelegt sind, dürfen Sie nicht nutzen.

  • H: Die sechste Stelle gibt den Geschwindigkeitsindex an. Dabei handelt es sich um die absolute Höchstgeschwindigkeit, bei welcher die Reifen noch voll funktionsfähig sind.

Wo finde ich die Reifenbreite?

Reifenbreite in der Reifenkennung

Die Reifenbreite zeigt Ihnen die erste Nummer in der Reifenkennung an. Dabei handelt es sich um Angaben in Millimetern. Verschiedene Reifenanbieter verwenden unterschiedliche Breiten. Zu den gängigsten zählen Breiten zwischen 185 und 225 Millimetern.

Wo finde ich die Reifenhöhe?

Höhenverhältnis in der Reifenkennung

Die Reifenhöhe steht nicht auf dem Reifen. Dort ist aber das Verhältnis von Reifenhöhe (Bereich zwischen Außen- und Innenrand des Reifens) zu Reifenbreite vermerkt. Die Angabe finden Sie in der Reifenkennung an zweiter Stelle.

Möchten Sie Ihre genaue Reifenhöhe berechnen, können Sie das auf der Website reifenrechner.de tun.

Bauweise: Radialreifen oder Diagonalreifen?

Reifenbauweise in der Reifenkennung

Ob Sie einen Radial- oder Diagonalreifen besitzen, erkennen Sie an der dritten Stelle der Reifenkennung: Hier finden Sie als entsprechendes Kürzel entweder ein „D“ (Diagonalreifen) oder ein „R“ (Radialreifen). Beide Reifen unterscheiden sich im Aufbau und verfügen deshalb auch über unterschiedliche Eigenschaften.

Diagonalreifen

Diagonalreifen wurden erstmals 1898 eingesetzt, um Vollgummireifen zu ersetzen. Wie der Name verrät, werden bei diesen Reifen die enthaltenen Gewebeschichten diagonal, also kreuzweise, in einem Winkel von 55 Grad quer übereinandergelegt. Die Bauweise sorgt dafür, dass der Reifen insgesamt härter ist. Dadurch bleibt das Fahrzeug sehr stabil und die Reifenflanken sind extrem robust.

Trotzdem bewirkt die Bauweise, dass Widerstände weniger weich abgedämpft werden. Der Fahrtkomfort ist deshalb geringer als bei Radialreifen. Außerdem erwärmen sich Diagonalreifen wegen ihres höheren Widerstandes auf der Fahrbahn schneller, wodurch sich die Reifen auch schneller abnutzen.

Weil die quer übereinanderliegenden Gewebeschichten sehr flexibel sind, können sie sich sehr gut an unebene Strecken anpassen. Deshalb werden Diagonalreifen heute hauptsächlich bei Offroad-Wägen und Nutzfahrzeugen für die Landwirtschaft verwendet. Ausnahmen gibt es bei Motorrädern und Oldtimern.

Radialreifen

Radialreifen werden auch als Gürtelreifen bezeichnet und wurden erstmals 1946 vom Reifenhersteller Michelin entwickelt. Heute gehören sie zum Standard für Autoreifen im Straßenverkehr, weil sie Erschütterungen auf asphaltierten Straßen besonders gut abdämpfen. Das liegt an einer stählernen Grundschicht, über die mehrere Gewebeschichten aus Nylon und Stahl senkrecht im 90-Grad-Winkel übereinandergelegt werden. Der Aufbau sorgt dafür, dass die Reifen Unebenheiten auf der Fahrfläche besser abdämpfen.

Ein deutlicher Nachteil ist, dass die Flanken von Radialreifen weich sind. Für Autofahrer heißt das, dass sie besonders vorsichtig sein sollten, wenn der Reifen am Bordstein reibt.

Wo finde ich den Felgendurchmesser?

Felgendurchmesser in der Reifenkennung

Die vierte Stelle der Reifenkennung bezeichnet den Felgendurchmesser. Die Zahl gibt Ihnen den Durchmesser der Felge in Zoll an und ist identisch mit dem Innendurchmesser des Reifens. Denn der Reifen muss so eng wie möglich auf der Felge aufliegen.

Was ist der Tragfähigkeitsindex und wo finde ich ihn?

Tragfähigkeitsindex in der Reifenkennung

Der Tragfähigkeitsindex gibt an, welche Gewichtbelastung Ihr Reifen aushält. Die Tragfähigkeit Ihrer Reifen können Sie an fünfter Stelle der Reifenkennung ablesen. Je nachdem, wie widerstandfähig Ihr Reifen ist, können hierbei ganz unterschiedliche Werte vorliegen.

Das sollten Sie wissen: Alle Reifen, die an Ihrem Fahrzeug montiert sind, müssen gemeinsam das Gesamtgewicht des Wagens (inklusive Beladung) tragen können. Überschreitet das Gesamtgewicht die Tragfähigkeit, gefährden Sie Ihre Sicherheit und die Funktionsfähigkeit Ihres Wagens.

Wie stark Sie die Reifen Ihres Wagens belasten können, zeigt Ihnen die folgende Tabelle an. Alle Reifenwerte gelten für einen Reifendruck von 2,5 Bar.

Indexkürzel Tragfähigkeit in kg Indexkürzel Tragfähigkeit in kg Indexkürzel Tragfähigkeit in kg
Indexkürzel: 50 Tragfähigkeit: 190 Indexkürzel: 70 Tragfähigkeit: 335 Indexkürzel: 90 Tragfähigkeit: 600
Indexkürzel: 51 Tragfähigkeit: 195 Indexkürzel: 71 Tragfähigkeit: 345 Indexkürzel: 91 Tragfähigkeit: 615
Indexkürzel: 52 Tragfähigkeit: 200 Indexkürzel: 72 Tragfähigkeit: 355 Indexkürzel: 92 Tragfähigkeit: 630
Indexkürzel: 53 Tragfähigkeit: 206 Indexkürzel: 73 Tragfähigkeit: 365 Indexkürzel: 93 Tragfähigkeit: 650
Indexkürzel: 54 Tragfähigkeit: 212 Indexkürzel: 74 Tragfähigkeit: 375 Indexkürzel: 94 Tragfähigkeit: 670
Indexkürzel: 55 Tragfähigkeit: 218 Indexkürzel: 75 Tragfähigkeit: 387 Indexkürzel: 95 Tragfähigkeit: 690
Indexkürzel: 56 Tragfähigkeit: 224 Indexkürzel: 76 Tragfähigkeit: 400 Indexkürzel: 96 Tragfähigkeit: 710
Indexkürzel: 57 Tragfähigkeit: 230 Indexkürzel: 77 Tragfähigkeit: 412 Indexkürzel: 97 Tragfähigkeit: 730
Indexkürzel: 58 Tragfähigkeit: 236 Indexkürzel: 78 Tragfähigkeit: 425 Indexkürzel: 98 Tragfähigkeit: 750
Indexkürzel: 59 Tragfähigkeit: 243 Indexkürzel: 79 Tragfähigkeit: 437 Indexkürzel: 99 Tragfähigkeit: 775
Indexkürzel: 60 Tragfähigkeit: 250 Indexkürzel: 80 Tragfähigkeit: 450 Indexkürzel: 100 Tragfähigkeit: 800
Indexkürzel: 61 Tragfähigkeit: 257 Indexkürzel: 81 Tragfähigkeit: 462 Indexkürzel: 101 Tragfähigkeit: 825
Indexkürzel: 62 Tragfähigkeit: 265 Indexkürzel: 82 Tragfähigkeit: 475 Indexkürzel: 102 Tragfähigkeit: 850
Indexkürzel: 63 Tragfähigkeit: 272 Indexkürzel: 83 Tragfähigkeit: 487 Indexkürzel: 103 Tragfähigkeit: 875
Indexkürzel: 64 Tragfähigkeit: 280 Indexkürzel: 84 Tragfähigkeit: 500 Indexkürzel: 104 Tragfähigkeit: 900
Indexkürzel: 65 Tragfähigkeit: 290 Indexkürzel: 85 Tragfähigkeit: 515 Indexkürzel: 105 Tragfähigkeit: 925
Indexkürzel: 66 Tragfähigkeit: 300 Indexkürzel: 86 Tragfähigkeit: 530 Indexkürzel: 106 Tragfähigkeit: 950
Indexkürzel: 67 Tragfähigkeit: 307 Indexkürzel: 87 Tragfähigkeit: 545 Indexkürzel: 107 Tragfähigkeit: 975
Indexkürzel: 68 Tragfähigkeit: 315 Indexkürzel: 88 Tragfähigkeit: 560 Indexkürzel: 108 Tragfähigkeit: 1000
Indexkürzel: 69 Tragfähigkeit: 325 Indexkürzel: 89 Tragfähigkeit: 580 Indexkürzel: 109 Tragfähigkeit: 1030

Für die Kennung „205/60 R 16 92 H“ heißt das, dass der Reifen höchstens mit 630 Kilogramm belastet werden darf.

Tipp: Die Bezeichnung „REINFORCED“ bedeutet, dass Ihr Reifen eine verstärkte Tragfähigkeit hat, er also besonders stabil gebaut ist. Alternativ finden Sie auch die Bezeichnung „Extra Load“.

Das sollten Sie wissen: Die Belastbarkeit des Reifens nimmt durch sinkenden Luftdruck und erhöhte Geschwindigkeit ab. In der Regel platzen Reifen auf Autobahnen, weil der Luftdruck zu niedrig ist. Andererseits führt ein zu hoher Luftdruck zu einer schnelleren Abnutzung des Reifens, verbraucht mehr Sprit und verschlechtert die Fahrteigenschaften. Achten Sie deshalb immer darauf, dass Ihre Reifen (inklusive Reserverad) die dafür vorgesehenen Richtwerte einhalten.

Was ist der Geschwindigkeitsindex und wo finde ich ihn?

Geschwindigkeitsindex in der Reifenkennung

Der Geschwindigkeitsindex steht an letzter Stelle der Reifenkennung. Er gibt an, welche Maximalgeschwindigkeit Ihre Reifen aushalten. Entscheidend ist dabei in der Regel das Buchstabenkürzel an letzter Stelle der Reifenkennung.

In unserer Übersicht finden Sie den Geschwindigkeitsindex für Autoreifen. Die einzelnen Kürzel geben Ihnen die jeweiligen Geschwindigkeitsbegrenzungen an:

Geschwindigkeitssymbol Geschwindigkeit in km/h
Geschwindigkeitssymbol: A1 Geschwindigkeit in km/h: 5
Geschwindigkeitssymbol: A2 Geschwindigkeit in km/h: 10
Geschwindigkeitssymbol: A3 Geschwindigkeit in km/h: 15
Geschwindigkeitssymbol: A4 Geschwindigkeit in km/h: 20
Geschwindigkeitssymbol: A5 Geschwindigkeit in km/h: 25
Geschwindigkeitssymbol: A6 Geschwindigkeit in km/h: 30
Geschwindigkeitssymbol: A7 Geschwindigkeit in km/h: 35
Geschwindigkeitssymbol: A8 Geschwindigkeit in km/h: 40
Geschwindigkeitssymbol: B Geschwindigkeit in km/h: 50
Geschwindigkeitssymbol: C Geschwindigkeit in km/h: 60
Geschwindigkeitssymbol: D Geschwindigkeit in km/h: 65
Geschwindigkeitssymbol: E Geschwindigkeit in km/h: 70
Geschwindigkeitssymbol: F Geschwindigkeit in km/h: 80
Geschwindigkeitssymbol: G Geschwindigkeit in km/h: 90
Geschwindigkeitssymbol: J Geschwindigkeit in km/h: 100
Geschwindigkeitssymbol: K Geschwindigkeit in km/h: 110
Geschwindigkeitssymbol: L Geschwindigkeit in km/h: 120
Geschwindigkeitssymbol: M Geschwindigkeit in km/h: 130
Geschwindigkeitssymbol: N Geschwindigkeit in km/h: 140
Geschwindigkeitssymbol: P Geschwindigkeit in km/h: 150
Geschwindigkeitssymbol: Q Geschwindigkeit in km/h: 160
Geschwindigkeitssymbol: R Geschwindigkeit in km/h: 170
Geschwindigkeitssymbol: S Geschwindigkeit in km/h: 180
Geschwindigkeitssymbol: T Geschwindigkeit in km/h: 190
Geschwindigkeitssymbol: U Geschwindigkeit in km/h: 200
Geschwindigkeitssymbol: H Geschwindigkeit in km/h: 210
Geschwindigkeitssymbol: V Geschwindigkeit in km/h: 240
Geschwindigkeitssymbol: VR Geschwindigkeit in km/h: > 210
Geschwindigkeitssymbol: W Geschwindigkeit in km/h: 270
Geschwindigkeitssymbol: Y Geschwindigkeit in km/h: 300
Geschwindigkeitssymbol: ZR Geschwindigkeit in km/h: > 240

VR- und ZR-Reifen sind Höchstgeschwindigkeitsreifen älterer Fahrzeuge und entsprechen nicht mehr der aktuellen Norm für Autoreifen. Sollten für Ihren Wagen solche Reifen vorgesehen sein, lassen Sie sich am besten von einem Reifenhändler beraten. Er kann Ihnen passende Alternativen heraussuchen, die an aktuelle Standards angepasst sind.

Tipp: Reifen mit den Kürzeln VR, W und ZR, die auf Höchstgeschwindigkeiten ausgelegt sind, dürfen nicht vollständig mit dem zugelassenen Gewicht ausgelastet werden.

Was ist die DOT-Nummer und was gibt sie an?

Die DOT-Nummer gibt an, wie alt Ihre Reifen sind. Sie befindet sich auf der Reifenflanke. „DOT“ steht für Department of Transportation (deutsch: „Verkehrsministerium“) und gibt das Herstellungsdatum des Reifens an. Die Länge der DOT-Nummer kann je nach Hersteller variieren. Entscheidend sind aber immer die hintersten drei bis vier Ziffern.

Beispiel: DOT _ _ _  _ _ _  _ _ _  2512

Die hintersten zwei Stellen geben das Herstellungsjahr an. In unserem Beispiel wäre es das Jahr 2012. Die Stellen davor geben die Kalenderwoche an. Damit ergibt sich als Herstellungszeitraum die 25. Kalenderwoche des Jahres 2012.

Woran erkenne ich Winterreifen?

Winterreifen konnte man bisher am Kürzel „M + S“ (oder auch „M & S“) erkennen. Die Abkürzung steht für „Matsch und Schnee“. Das Profil der Reifen ist auf winterliche Straßenverhältnisse ausgerichtet, um für eine gute Haftung bei Glätte und Nässe zu sorgen. Seit dem 1. Januar 2018 ersetzt das Alpine-Symbol das Kennzeichen auf Winter- und Ganzjahresreifen: Es zeigt ein Berg-Symbol mit einer Schneeflocke in der Mitte.

Das sollten Sie wissen: Reifen, die vor dem 1. Januar 2018 produziert wurden und das „M + S“-Symbol tragen, dürfen Sie noch bis zum September 2024 verwenden. Erst danach müssen sie ausgetauscht werden.

Alpine-Symbol und M+S-Kennung
Das Alpine-Symbol ersetzt seit dem 1. Januar 2018 die Abkürzung „M+S“ für Winter- und Ganzjahresreifen. © gettyimages/Pannonia

Was bedeuten „tubeless“ & „runflat“?

Tubeless-Reifen und runflat-Reifen ähneln sich, sind aber trotzdem unterschiedliche Arten von Reifen.

tubeless

Tubeless ist Englisch und bedeutet „schlauchlos“. Reifen, die diese Bezeichnung tragen, sind so gebaut, dass sie nicht schlagartig platzen können. Durch die in solchen Reifen eingebaute Sicherheitsvorrichtung verlieren sie nur langsam an Druck und sind viel sicherer als Reifen mit Schlauch.

Früher haben Reifen einen mit Luft gefüllten Schlauch enthalten, um eine weiche Dämpfung zu ermöglichen. Wurde dieser Schlauch aber von einem spitzen Gegenstand durchstochen, verlor er sehr schnell viel Luft. In einem solchen Fall musste der Schlauch erneuert werden.

Anstelle der Bezeichnung „tubeless“ kann auf dem Reifen auch ein „TL“ angegeben sein. Reifen mit Schlauch tragen dagegen das Kürzel „TT“ (tubetype, im Deutschen: „Schlauchtyp“).

Aber: Einen beschädigten tubeless-Reifen müssen Sie in jedem Fall auswechseln. Bei einem Schaden nachträglich einen neuen Schlauch zu montieren, ist laut § 36 der Straßenverkehrsordnung verboten.

runflat

Ein runflat-Reifen ist eine besondere Art von tubeless-Reifen. Ein solcher Reifen hat eine Notlaufeigenschaft. Das heißt, er kann auch bei einem Schaden noch eine Zeit lang gefahren werden. Verliert ein solcher Reifen Luft, verhindert die sehr robuste und stützende Innenwand, dass der Reifen platt wird und von der Felge rutscht. Mit einem runflat-Reifen können Sie je nach Strecke und Fahrzeugbelastung bis zu 80 Kilometer bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h fahren. So lässt sich in den meisten Fällen beispielsweise der Weg zur nächsten Werkstatt problemlos zurücklegen.

Jeder Hersteller kann selbst entscheiden, welches Kürzel er für Reifen mit Notlaufeigenschaft verwendet. Dabei kommt es auch vor, dass je nach Bauweise des runflat-Reifen verschiedene Kürzel pro Hersteller genutzt werden. Zu den gängigsten Kürzeln zählen:

  • CSR – Continental

  • DSST – Dunlop

  • EMT – Goodyear

  • HRS – Hankook

  • PAX – Michelin

  • RF – Pirelli

  • RFT – Bridgestone, Firestone, Pirelli

  • ROF – Goodyear

  • RSI – Nokian

  • SSR – Continental

  • SST – Michelin

  • XRP – Kumho

  • ZP – Michelin

Das sollten Sie wissen: Alternativ finden Sie aber auch immer wieder den ausgeschriebenen Begriff („runflat“) auf den Reifen.

Was ist der TWI/Verschleißanzeiger?

Die Abkürzung TWI steht im Englischen für tread wear indicator, also „Verschleißanzeiger“. Auf Ihrem Reifen befindet sich an mehreren Stellen ein entsprechendes Zeichen mit einem kleinen Pfeil daneben.

Folgen Sie dem Pfeil, können Sie erkennen, dass das Profil hier flacher ist als am restlichen Reifen. Der Grund: Diese Stelle zeigt Ihnen das absolute Minimum an, das Ihre Reifen an Profiltiefe haben sollten.

Tipp: Das gesetzlich vorgeschriebene Minimum für Reifenprofile liegt übrigens bei 1,6 Millimetern. Sie sollten aber schon bei weniger als drei Millimetern Ihren Reifen wechseln, denn dann nimmt die Haftung bereits stark ab und das Bremsverhalten Ihrer Reifen lässt nach.

Was bedeutet das Prüfzeichen E?

Das „ECE-Prüfzeichen“ steht für „Economic Commission of Europe“ und bezeichnet die europäische Reifenfreigabe. Das Zeichen wird als E mit einer zusätzlichen Zahl dargestellt und bestätigt, dass der Reifen die europäische Norm einhält. Wird ein Reifen hergestellt, darf er das ECE-Logo nur tragen, wenn er die Vorgaben der EU für Reifen erfüllt. In Deutschland geprüfte Reifen tragen das Prüfzeichen „E1“ (Österreich beispielsweise „E12“).

Das sollten Sie wissen: Seit der Einführung am 1.10.1998 ist laut § 21a der Straßenverkehrsordnung das ECE-Prüfzeichen Pflicht für jeden Reifen, der in der EU genutzt wird. Deshalb dürfen im EU-Raum keine Reifen montiert sein, die nach dem Einführungsdatum produziert wurden, das Zeichen aber nicht tragen. Die einzige Ausnahme sind Reifen, die vor dem 1.10.1998 hergestellt wurden. Bei der Hauptuntersuchung Ihres Wagens würde das Fahren ohne ECE-Prüfzeichen auf den Reifen als schwerer Mangel gewertet werden.

Mechaniker mit Reifen als Symbolbild für Reifenbezeichnung
Das ECE-Logo dürfen nur Reifen tragen, die die Vorgaben der Europäischen Union erfüllen. © gettyimages/standret

Was sind laufrichtungsgebundene Reifen?

Auf Reifen finden Sie heute auch meistens eine Angabe zur Laufrichtung. Normalerweise ist sie durch einen einfachen Pfeil angegeben.

Solche Reifen müssen in eine bestimmte Richtung abrollen, damit sie genug Kontakt zur Fahrbahn haben. Die Laufrichtung ist deshalb wichtig für die richtige Haftung am Untergrund. Halten Sie sich bei der Montage neuer Reifen deshalb immer an die vorgegebene Laufrichtung.

Tipp: Es gibt auch Reifen, bei denen Sie auf der Reifenflanke den Schriftzug „inside“ finden. In dem Fall muss der Reifen so am Wagen angebracht werden, dass der Schriftzug nach innen zeigt. Die Markierung kann auch mit einer Laufrichtung kombiniert sein. Achten Sie beim Reifenkauf und der Montage immer darauf, ob Ihr Reifen eine solche Markierung aufweist.

Weitere Reifenkürzel

Neben den oben genannten Kürzeln gibt es noch ein paar weitere wichtige Kürzel, die Sie auf Ihrem Reifen finden können.

Wofür steht FR?

Das Kürzel FR steht für „Felgenrippe“. Sie ist ein Gummistreifen am äußeren Felgenrand und schützt die Felge vor Schäden durch Bordsteinkanten. Weitere Abkürzungen, die Hersteller dafür verwenden, sind zum Beispiel FL, FR, FP, FSL, MFS, ML und RPB.

Was bedeutet das Kürzel TÜV-GS?

Das TÜV-GS-Kürzel ist ein spezielles TÜV-Siegel. Dabei steht die Abkürzung GS für „geprüfte Sicherheit“. Steht das Kürzel auf Ihrem Reifen, heißt das, dass der Reifen vom TÜV für sicher befunden wurde.

Was bedeutet das Kürzel S?

Reifen, die ein S mit einer Ziffernreihe dahinter auf der Reifenflanke tragen, haben geringere Laufgeräusche. Das S steht im Englischen für sound, also „Geräusche“. Ein moderner Reifen sollte heute möglichst leise sein. Deshalb hat die Europäische Union für Abrollgeräusche von Reifen die ECE-R-117-Richtlinie festgelegt. Pkw-Reifen ohne S-Kennzeichen, die breiter als 215 Millimeter sind, dürfen seit dem 1. Oktober 2011 nicht mehr verkauft werden.

Welche Reifen brauche ich?

Welche Reifen Sie für Ihr Fahrzeug benutzen dürfen, steht im Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil 1) und im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil 2).

Angaben im Fahrzeugschein

Reifenangaben im Fahrzeugschein
Angaben dazu, welche Reifen Sie benutzen dürfen, finden Sie in Ihrem Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil 1). © AllSecur

Im Fahrzeugschein finden Sie die relevanten Angaben in den Feldern 15.1 bis 15.3: Sie geben die zulässige Belastung für die verschiedenen Wagenachsen an. Abweichungen werden im Feld 22 eingetragen.

Erlaubt sind Abweichungen beim Tragfähigkeits- und Geschwindigkeitsindex (Felder 7.1 bis 8.3 und Feld T): Hier dürfen die Werte der Reifen höher sein, als in den Fahrzeugpapieren gefordert ist. Denn solche Reifen sind belastbarer als Reifen, die für den Wagen zugelassen sind. Sie dürfen aber keine Reifen montieren, die für niedrigere Belastungen ausgelegt sind.

Beispiel: Sind laut Fahrzeugbrief Reifen mit dem Geschwindigkeitskürzel H (Begrenzung: 210 km/h) gefordert, dürfen Sie auch Reifen anbringen, die als Geschwindigkeitskürzel ein V (Begrenzung: 240 km/h) tragen. Verboten wäre aber zum Beispiel ein Reifen mit dem Kürzel T (Begrenzung: 190 km/h).

Das sollten Sie wissen: Der Geschwindigkeitsindex gibt nur an, wie schnell Sie mit dem Reifen maximal fahren können. Das heißt aber nicht, dass Sie die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschreiten dürfen.

Angaben im Fahrzeugbrief

Im alten Fahrzeugbrief geben Ihnen die Felder 20 bis 23 und Feld 33 Auskunft über die zugelassenen Reifeneigenschaften. Die neue Zulassungsbescheinigung Teil 2 enthält aber keine Angaben zur Reifengröße.

Tipp: Wenn Sie Reifen montieren möchten, die von den Vorgaben in Ihren Fahrzeugpapieren abweichen, brauchen Sie dafür eine allgemeine Betriebserlaubnis. Die Papiere müssen Sie normalerweise bei Ihrer Zulassungsstelle beantragen und jederzeit vorzeigen können.

Prüfen Sie Ihre Reifenbezeichnungen!

Um für Ihre Sicherheit und die Funktionsfähigkeit Ihres Fahrzeugs zu sorgen, sollten Sie immer mit den richtigen Reifen fahren. Achten Sie deshalb beim Kauf Ihrer Reifen auf die richtige Reifenbezeichnung.

Denn im Zweifelsfall können die falschen Reifen bestimmten Belastungen nicht standhalten und zur Gefahr für Sie und Ihr Fahrzeug werden. Deshalb sollten Sie beim Reifenkauf prüfen, ob der Reifen alle notwendigen Merkmale und Eigenschaften für Tragfähigkeitsindex, Geschwindigkeitsindex und Co. erfüllt.

Übrigens: Um in jedem Fall bestmöglich abgesichert zu sein, sollten Sie auch an die richtige Kfz-Versicherung denken. Informieren Sie sich direkt über die Kfz-Haftpflichtversicherung, die Teilkaskoversicherung und die Vollkaskoversicherung der AllSecur.

Wir wünschen Ihnen allzeit gute Fahrt! Ihre AllSecur

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