Hauptuntersuchung bei TÜV und Co.: Alle wichtigen Informationen für Ihr Auto im Überblick

Die Hauptuntersuchung für Ihr Auto steht alle zwei Jahre an. Bei einem Neuwagen das erste Mal nach drei Jahren. Wann genau es soweit ist, wie die Hauptunteruntersuchung abläuft und wie Sie Ihr Auto durch den TÜV bringen: Wir beantworten Ihnen alle wichtigen Fragen und stellen außerdem eine Infografik zur Übersicht bereit.

TÜV-Plakette für die Hauptuntersuchung

Die HU-Plakette wird oft auch TÜV-Plakette genannt. © iStock/deepblue4you

Muss ihr Auto zur Hauptuntersuchung, sprechen viele vom „Auto durch den TÜV bringen.“ Die Hauptuntersuchung kann aber auch von anderen Prüfstellen durchgeführt werden. Der Technische Überwachungsverein (TÜV) war aber lange die einzige Prüforganisation. Deswegen wird auch heute noch umgangssprachlich vom TÜV geredet.

Egal ob beim TÜV, der DEKRA oder anderswo, die wichtigsten Fragen zur Hauptuntersuchung bleiben die gleichen. Wir klären diese Fragen für Sie und fassen die Antworten in einer Infografik zusammen.

Die wichtigsten Informationen zur Hauptuntersuchung

So bereiten Sie sich auf die Hauptuntersuchung vor

Nach der Hauptuntersuchung


Die wichtigsten Informationen zur Hauptuntersuchung

Die Hauptuntersuchung soll die Sicherheit Ihres Fahrzeugs im Straßenverkehr prüfen.

Wann muss ich zur Hauptuntersuchung?

Ihr Auto muss alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung, ein Neuwagen das erste Mal nach drei Jahren. Der nächste Termin steht in Ihrem Fahrzeugschein. Sie können das Datum aber auch an der Plakette am Nummernschild ablesen: Die Jahreszahl steht in der Mitte und ist an der Plakettenfarbe schon von weitem erkennbar. Die zwölf Zahlen im Außenkreis stehen für die Monate, die obere Ziffer ist dabei der Monat, in dem Sie zur Hauptuntersuchung müssen.

Sie sollten immer einen Termin machen, damit Sie nicht lange warten müssen. Sie können sich bei manchen Anbietern wie zum Beispiel der DEKRA, TÜV Nord oder TÜV Süd rechtzeitig per E-Mail an die fällige Untersuchung erinnern lassen.

TÜV-Plakette anbringen

Die rosa Plakette zeigt, dass Ihr Fahrzeug 2017 zur Hauptuntersuchung muss, für 2018 ist die Plakette grün. © iStock/Wicki58t

Warum muss ich zur Hauptuntersuchung?

Die Hauptuntersuchung ist vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Sie soll vermeiden, dass Fahrzeuge mit Sicherheitsmängeln am Straßenverkehr teilnehmen. Auch der Umweltschutz ist ein Grund, seit 2010 wird die Abgasuntersuchung im Rahmen der Hauptuntersuchung erledigt. Seitdem gibt es keine extra Abgasplakette mehr.

Was wird bei der Hauptuntersuchung geprüft?

Geprüft werden Zustand und Funktion aller Bauteile. Dazu gehören die Kategorien Bremsen, Lenkung, Sichtverhältnisse, Licht, Elektrik, Achsen, Fahrgestell und Karosserie, Auspuffanlage, Kraftstoff- und Gasanlage und sonstige Ausstattungen. Eine Checkliste aller Prüfpunkte finden Sie beim TÜV Süd.

Die Untersuchung beginnt mit einer Probefahrt des Prüfers bei acht Stundenkilometern. Danach wird Ihr Fahrzeug auf der Hebebühne überprüft, ohne Montagearbeiten. Haben Sie Änderungen an Ihrem Fahrzeug vorgenommen, werden sie auf Verkehrssicherheit getestet. Insgesamt dauert die Untersuchung meist nur 15 Minuten. Alle gefundenen Mängel werden dabei genau festgehalten und auf Wunsch vom Prüfer erklärt.

Was passiert, wenn ich den TÜV überzogen habe?

Fällt in einer Polizeikontrolle auf, dass Sie den Termin um mehr als zwei Monate überzogen haben, müssen Sie 15 Euro Bußgeld bezahlen. Ab vier Monaten sind es 25 Euro, ab acht Monaten 60 Euro und ein Punkt in Flensburg.   

Die Hauptuntersuchungsstelle erhebt kein Bußgeld, wenn Sie erst nach dem fälligen Termin erscheinen. Ab zwei Monaten Überzug müssen Sie aber eine erweiterte Hauptuntersuchung machen lassen. Die ist teurer, als die normale Untersuchung.

Verursachen Sie einen Unfall ohne gültigen TÜV, zahlt die Versicherung trotzdem. Wenn Sie grob fahrlässig gehandelt haben, müssen Sie damit rechnen, dass der Versicherungsschutz gekürzt wird. Ein Beispiel: Sie wussten, dass Ihre Bremsen nicht richtig funktionieren und ein Gang zum TÜV hätten den Unfall vermeiden können. Mehr erfahren Sie in unserem Artikel „Zahlt die Versicherung bei abgelaufenem TÜV?“.

Unfall von zwei Autos

Hätte ein Unfall durch den TÜV vermieden werden können, kann Ihr Versicherungsschutz gekürzt werden. © iStock/tzahiV


So bereiten Sie sich auf die Hauptuntersuchung vor

Mit einigen Maßnahmen können Sie sich nicht nur während der Hauptuntersuchung, sondern auch danach Geld und Zeit sparen.

Was kostet die Hauptuntersuchung?

Je nach Anbieter und Region kostet die Abgasuntersuchung ungefähr 85–100 Euro. Es kann sich also lohnen, die Preise zu vergleichen. Hier finden Sie die Preisliste des TÜV Süd und TÜV Nord.

Wo lasse ich die Hauptuntersuchung durchführen?

Sie können die Hauptuntersuchung bei den staatlich anerkannten Prüforganisationen TÜV, DEKRA, KÜS oder GTÜ machen lassen. Neben diesen unabhängigen Prüfstellen können Sie aber auch oft einen Termin in einer Werkstatt vereinbaren. Die Untersuchung wird dann durch einen autorisierten Prüfer erledigt. Das hat den Vorteil, dass Sie Mängel direkt dort beheben lassen können und sich den weiten Weg zur Prüfstelle sparen. Werkstätten, die Hauptuntersuchungen anbieten, können Sie oft über die Filterfunktion auf Werkstatt-Portalen finden.

Wie bringe ich mein Auto durch den TÜV?

Ein Selbstcheck vorab hilft Ihnen, sich auf den TÜV vorzubereiten. Festgestellte Mängel wie eine nicht funktionierende Wagenbeleuchtung können Sie dann direkt beheben lassen. Geringe Flüssigkeitsstände, zu niedriger Reifendruck oder Profiltiefe kann man auch leicht selbst ausbessern. Achten Sie außerdem darauf, dass Warndreieck und Verbandskasten bereitliegen. Eine umfangreiche Checkliste für die Hauptuntersuchung vorab stellt der TÜV Süd zum Download bereit.

Reifendruck prüfen

Den Reifendruck können Sie selbst schon vorher prüfen und wenn nötig ausgleichen. © iStock/powerbeephoto

Was muss ich zur Hauptuntersuchung mitbringen?

Diese Unterlagen müssen Sie mitbringen:

  • Fahrzeugschein bzw. die Zulassungsbescheinigung Teil I
  • Bei Tuning oder Veränderungen Prüfzeugnisse oder Anbaubestätigungen
  • Bei der Nachuntersuchung den Untersuchungsbericht


Nach der Hauptuntersuchung

Kommt Ihr Auto problemlos durch den TÜV, können Sie sich freuen und haben für zwei Jahre Ruhe. Werden Probleme festgestellt, müssen Sie sie natürlich beheben.

Was passiert, wenn ich nicht durch den TÜV komme?

Die festgestellten Mängel werden in den Untersuchungsbericht geschrieben und müssen innerhalb eines Monats behoben werden. Dann muss Ihr Auto noch einmal bei der Prüfungsorganisation vorgeführt werden. Dafür müssen Sie eine kleine Nachprüfungsgebühr bezahlen.

Je nach Reparaturkosten sollten Sie vorher überlegen, ob sich das Beheben der Mängel preislich lohnt, oder ob ein neues Auto mit gültigem TÜV doch sinnvoller ist.

Kann ich eine Verlängerungsfrist zum Beheben der Mängel beantragen?

Nein. Überschreiten Sie die einmonatige Frist auch nur um einen Tag, muss eine komplett neue Hauptuntersuchung gemacht werden. Das kostet Sie wieder Geld und Zeit.

Infografik: Alle HU-Informationen im Überblick

Wir haben die 10 wichtigsten Fragen für Sie zusammengefasst. Sie können sie auch als PDF herunterladen. Die Antworten auf tiefergehende Fragen finden Sie meist direkt auf den Webseiten der Prüfungsorganisationen.

Infografik: Die wichtigsten Fragen zur Hauptuntersuchung beim TÜV

Jetzt sollten Sie gut auf Ihre Hauptuntersuchung beim TÜV, der DEKRA oder einem anderen Anbieter vorbereitet sein. Der regelmäßige TÜV-Check Ihres Autos ist Pflicht und kann unerwartet ins Geld gehen. Denken Sie daran, dass Sie allein mit einer günstigeren Kfz-Versicherung jährlich einiges an Kosten sparen können. In nur wenigen Minuten können Sie bei uns direkt den Tarif Ihrer Kfz-Versicherung berechnen.

Wir wünschen Ihnen ein problemloses Bestehen der Hauptuntersuchung! Ihre Allsecur