Winterreifenpflicht: Zeit für den Reifenwechsel

Die Winterreifenpflicht gilt in Deutschland bei Schnee, Glätte und Eis. Wir erklären Ihnen, wann und warum der Reifenwechsel nötig ist, welche Strafen drohen, wenn Sie mit falschen Reifen fahren, und wann die Versicherung bei einem Unfall zahlt. Sie erfahren auch, welche Vor- und Nachteile Allwetterreifen haben und lernen, wie Sie abgefahrene Autoreifen erkennen.

Autoreifen auf Schnee

Nur mit den richtigen Autoreifen sind Sie im Winter sicher unterwegs und halten die Winterreifenpflicht ein. © gettyimages/alksle

Um auf der Straße sicher unterwegs zu sein und Unfällen vorzubeugen, müssen Sie die richtigen Reifen auf dem Auto haben. In Deutschland gilt im Winter auch eine Winterreifenpflicht. Wir klären alle wichtigen Fragen dazu:


Wann muss ich die Reifen wechseln?

Es gibt verschiedene Reifen für Ihr Auto: Winterreifen, Sommerreifen und Ganzjahresreifen. Ein anderer Name für den luftgefederten Autoreifen ist Pneu. Wir erklären Ihnen, wann der Reifenwechsel für das sichere Fahren im Winter und Sommer nötig ist.

Wann gilt die Winterreifenpflicht?

Winterreifen auf dem Auto sind im Winter Pflicht. Das ist in Deutschland vom Gesetz her geregelt. In jedem europäischen Land gibt es für die Winterreifenpflicht aber eigene Regelungen. Seit 2010 gilt zumindest in Deutschland die sogenannte gesetzliche Winterreifen-Regelung. Verstößt man gegen sie, wird eine Strafe fällig.

Ab wann gilt die Winterreifenpflicht?

Die Winterreifenpflicht gilt bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch und Eis- oder Reifglätte. Einen festgelegten Zeitraum für eine Winterreifenpflicht oder einen Stichtag gibt es laut Gesetz aber nicht. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass dem Wetter entsprechende Reifen aufgezogen werden müssen. Herrschen Eis und Schnee, sind Sommerreifen die falsche Ausstattung.

Deshalb gilt: Die Winterreifenpflicht richtet sich nach den Wetterbedingungen. Sobald die Wetter- und Straßenbedingungen es erfordern, müssen die Winterreifen auf dem Auto montiert sein.

Das sollten Sie wissen: Häufig liest man von der O-bis-O-Regel, die auch der ADAC empfiehlt. Das bedeutet, von Oktober bis Ostern sollte man die Winterreifen aufziehen. Für den anderen Zeitraum sind Sommerreifen die bessere Wahl. Das gilt als allgemeine Empfehlungsregel.

Grundsätzlich sollten Sie möglichst frühzeitig auf eine geeignete Bereifung umsteigen, um Unfällen vorzubeugen. Sobald Sie zum Beispiel wissen, dass die Temperaturen deutlich sinken werden, sollten Sie sich schnell um den Wechsel auf Winterreifen kümmern.

Warum brauche ich Winterreifen?

Nur mit gesetzlich zugelassenen Winterreifen haben Sie bei Eis und Schnee eine gute Haftung auf der Fahrbahn, können Unfällen vorbeugen und sicher am Straßenverkehr teilnehmen.

Aufgrund ihrer weicheren Zusammensetzung bieten Winterreifen einen guten Grip auf der Fahrbahn, der für präzises Fahrverhalten auf vereisten und verschneiten Straßenoberflächen sorgt. Winterreifen sind deshalb am besten für Temperaturen unter sieben Grad geeignet.

Gesetzlich müssen Winterreifen mindestens 1,6 Millimeter Profiltiefe haben. Aus Sicherheitsgründen empfiehlt der ADAC aber mindestens vier Millimeter, um den Grip der Reifen auch auf Eis, Schnee und Matsch zu gewährleisten. Es gilt: Je geringer die Profiltiefe ist, desto länger ist der Bremsweg. Die Unfallgefahr steigt.

Was gilt als Winterreifen?

Winterreifen müssen als solche gekennzeichnet sein: Sie müssen eine Matsch- und Schneefreigabe haben.

Wichtig: Das erkennt man an dem M+S Symbol auf der Seite der Reifen. Seit 2017 gilt zusätzlich: Neben dem M+S Symbol müssen die Autoreifen mit dem Alpine- oder Schneeflockensymbol (Berg mit Schneeflocke) gekennzeichnet sein. Nur dann gelten sie als winterreifentauglich und sind vom Gesetz her als Winterreifen erlaubt.

Für welche Fahrzeuge gilt die Winterreifenpflicht?

Die gesetzliche Winterreifen-Regelung ist für alle Kraftfahrzeuge gültig. Sie umfasst:

  • Autos
  • Lastwagen
  • Busse

Eine Besonderheit: Für Busse und LKWs gilt die Winterreifenpflicht nur für die Achse, die das Auto antreibt. Die winterliche Bereifung muss also verpflichtend nur auf die Reifen der Antriebsachse aufgezogen werden.

Ausnahmen: Land- und Forstwirtschaftsfahrzeuge benötigen laut Gesetz keine Reifen mit Winterreifensymbol. Der Grund: Der Gesetzgeber geht davon aus, dass ihre groben Reifen sowieso für den Winter tauglich genug sind. Auch einspurige Fahrzeuge wie Motorräder sind von der Pflicht ausgenommen. Das liegt daran, dass es für solche Fahrzeuge kaum passende Winterreifen auf dem Markt gibt. Es gibt auch nur wenige Fahrer, die bei den schlechten Witterungsbedingungen im Winter mit ihrem einspurigen Fahrzeug am Verkehr teilnehmen wollen.

Wichtig: Die Winterreifenpflicht gilt auch für ausländische Fahrzeuge beziehungsweise Autos, die im Ausland zugelassen sind. Auch Ausländer, die in Deutschland Urlaub machen oder das Land durchqueren, müssen sich an die deutsche Regelung halten.

Die Winterreifenpflicht im Ausland

Die Winterreifenpflicht gilt nicht nur in Deutschland. Auch in anderen Ländern wie Österreich, Tschechien oder zum Teil auch in Italien gibt es eine Pflicht für Winterreifen. Das ist von Land zu Land aber unterschiedlich. Es gilt: Auch wenn Sie andere Länder bereisen, müssen Sie sich an die dortigen Regelungen halten.

Informieren Sie sich vor Ihrer Reise über die jeweiligen Bestimmungen im Zielland. Eine Liste über alle europäischen Länder und ihre Bestimmungen zur Winterreifenpflicht finden Sie beim ADAC.

Wer ist verantwortlich?

Für das Einhalten der Winterreifenpflicht ist immer der Fahrer selbst verantwortlich. Das bedeutet: Sie müssen sich als Fahrer immer selber um die richtige Bereifung kümmern. Das gilt für Ihr eigenes Auto, aber auch, wenn Sie mit einem fremden Auto fahren.

Auch wenn Sie sich also zum Beispiel einen Mietwagen oder ein Auto von einem Bekannten leihen, müssen Sie sich selbst vergewissern, dass das Auto mit Winterreifen fährt. Nur dann sollten Sie das Fahrzeug bei winterlichen Straßenverhältnissen benutzen. Sonst kann es gefährlich werden und sogar zu einer Strafe kommen.

Reifen in den Händen eines Mechanikers

Der Reifenwechsel hat seinen Grund: Die Sommer- und Winterreifen sind jeweils genau auf die verschiedenen Straßenbedingungen im Sommer und im Winter abgestimmt. © gettyimages/FotoDuets

Wann und warum brauche ich Sommerreifen?

Im Frühjahr sollten Sie auf Sommerreifen wechseln. Sie sind für dauerhafte Temperaturen ab sieben Grad geeignet. Bei diesen Verhältnissen bieten sie den besten Grip (Halt) auf der Fahrbahn.

Auch für die Sommerreifen können Sie sich an der O-bis-O-Regel orientieren. Ab Ostern sind die Temperaturen meist wieder dauerhaft wärmer. Dann können Sie auf die leichteren Sommerreifen wechseln. Gesetzlich vorgeschrieben ist die spezielle Bereifung im Sommer aber nicht. Das ist anders als bei den Winterreifen: Es gibt keine Sommerreifenpflicht.

Der Vorteil: Sommerreifen haben auf trockenen, aber auch auf nassen Straßen eine gute Haftung und nur einen geringen Rollwiderstand. Das bedeutet: Die Reifen liegen nicht so stark auf der Fahrbahn auf und benötigen beim Rollen weniger Kraft, um sich zu drehen. Die Folge: Sie nutzen sich langsamer ab als Winterreifen und verbrauchen weniger Kraftstoff. Sie können Spritkosten sparen.

Gesetzlich sind auch bei den sommertauglichen Autoreifen mindestens 1,6 Millimeter Profiltiefe Pflicht. Die vom ADAC empfohlene Profiltiefe für Sommerreifen beträgt mindestens drei Millimeter.

Wann kann ich mit Allwetterreifen fahren?

Allwetterreifen können das ganze Jahr über auf dem Auto gelassen werden. Sie werden deshalb auch als Ganzjahresreifen bezeichnet. Hat man sie aufgezogen, erfüllt man normalerweise auch die Winterreifenpflicht.

Allwetterreifen oder Ganzjahresreifen können am besten bei milden Temperaturen und bis fünf Grad unter null gefahren werden. Sie werden meist unter der englischen Bezeichnung „Allweather“ oder „All Season“ angeboten.

Wann sind Allwetterreifen wintertauglich?

Allwetterreifen sind nur dann für den Zeitraum im Winter geeignet, wenn sie eine Matsch- und Schnee-Freigabe haben. Das erkennt man an dem M+S Symbol, verbunden mit dem Alpine-Symbol mit Schneeflocke auf der Reifenaußenseite.

M+S-Kennzeichen und Alpine-Symbol mit Schneeflocke

Nur Autoreifen mit dem M+S Kennzeichen und dem Schneeflockensymbol sind bei winterlichen Wetterverhältnissen auf der Straße erlaubt. © gettyimages/ucho103

Bei den Allwetterreifen mit Schneeflockensymbol ist eine entsprechende Profiltiefe vorhanden, damit sie auf Schnee und Eis den nötigen Halt auf der Fahrbahn haben. Wichtig: Ganzjahresreifen ohne die Kennzeichnung kann man bei Eis und Schnee nicht fahren. Dann verstößt man gegen die Winterreifenpflicht.

Auch im Sommer können Sie mit den Ganzjahresreifen fahren. Die Allwetterreifen nutzen sich aber schneller ab als Sommerreifen. Der Grund: Ganzjahresreifen sind aus einem weicheren Gummi gefertigt. Daher sind im Sommer in der Regel Sommerreifen die bessere Wahl.

Die Vor- und Nachteile von Allwetterreifen

Das Material und Reifenprofil der Allwetterreifen ist eine Mischung aus den typischen Winter- und Sommerreifen. Deshalb gilt: Allwetterreifen oder Ganzjahresreifen können das ganze Jahr über auf dem Auto gelassen werden, wenn sie die Kennung M+S und das Schneeflockensymbol tragen.

Der Vorteil der wintertauglichen Allwetterreifen ist, dass der Reifenwechsel nicht mehr saisonal stattfinden muss. Sie sparen damit Zeit und Geld. Sie sind damit auch für alle Jahreszeiten gewappnet und halten sich mit den Reifen immer an die gesetzlichen Regelungen.

Die Nachteile: Im Sommer haben die Ganzjahresreifen aufgrund der weicheren Gummierung einen höheren Verschleiß als Sommerreifen, was zu höhere Spritkosten und einer stärkeren Abnutzung führt. Die Kosten steigen. Auch das Fahrverhalten mit Ganzjahresreifen ist insgesamt schlechter als mit Sommer- beziehungsweise Winterreifen. Der Grund: Die speziellen Saisonreifen sind gezielter für die jeweiligen Straßenbedingungen ausgelegt.

Ganzjahresreifen bieten Vor-, aber auch Nachteile. Am Ende muss jeder für sich selbst abwägen, welche Autoreifen für ihn persönlich die bessere Wahl sind.


Welche Strafen drohen bei falschen Reifen?

Wir erklären Ihnen, welche Strafen auf Sie zukommen können, wenn Sie die falsche Bereifung auf Ihrem Auto haben.

Mit Sommerreifen auf Schnee und Eis

Die Straßenverkehrsordnung nennt keinen bestimmten Stichtag, ab wann Autofahrer ihre Sommer- gegen Winterreifen tauschen müssen. Aber es gilt: Die Reifen müssen den Wetterbedingungen angepasst sein.

Die Folge: Wer bei Verhältnissen wie Eis und Schnee auf der Straße von der Polizei mit Sommerreifen erwischt wird, muss ein Bußgeld zahlen. Wenn Autofahrer von der Polizei ohne Winterreifen bei schlechten Witterungsverhältnissen erwischt werden, müssen sie 40 Euro Strafe bezahlen.

Teuer wird es, wenn dadurch auch noch andere Verkehrsteilnehmer behindert werden, zum Beispiel durch Querstehen auf der Straße: Bis zu 80 Euro können dann fällig werden.

Werden dabei zusätzlich andere Verkehrsteilnehmer gefährdet, müssen Sie mit 100 Euro Strafe rechnen. Bei einem Unfall mit falscher Bereifung müssen Sie eine Strafe von 120 Euro zahlen.

Wichtig: In allen Fällen müssen Sie bei einem Verstoß auch mit einem Punkt in Flensburg rechnen.

Welche Strafen beim Fahren mit Sommerreifen im Winter drohen, sehen Sie in unserer Tabelle noch einmal übersichtlich zusammengefasst.

Vergehen Bußgeld Punkte in Flensburg
Keine Winterreifen auf dem Auto 40 Euro Bußgeld 1 Punkt
keine Winterreifen + Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer 80 Euro Bußgeld 1 Punkt
keine Winterreifen + Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer 100 Euro Bußgeld 1 Punkt
keine Winterreifen + Verkehrsunfall 120 Euro Bußgeld 1 Punkt

Mit Winterreifen im Sommer

Im Sommer besteht keine Pflicht für Sommerreifen. Deshalb verstoßen Sie beim Fahren mit Winterreifen im Sommer nicht gegen das Gesetz und es gibt normalerweise auch keine Strafen. Die Sommerreifen bieten aufgrund ihrer Zusammensetzung bei wärmeren Temperaturen aber große Vorteile.

Sie nutzen sich im Gegensatz zu Winterreifen weniger ab, da ihr Material härter ist und sie für sommerliche Temperaturen optimiert sind. Dadurch haben Sie mit ihnen ein besseres Fahrgefühl und benötigen weniger Sprit. Das Profil der Winterreifen nutzt sich bei warmen Temperaturen dagegen schnell ab und die Autoreifen können sich leicht verformen.

Die Reifen müssen bei stärkerer Abnutzung auch früher ersetzt werden, damit die Mindestprofiltiefe nicht unterschritten wird. Es gilt: Mit Sommerreifen auf dem Auto können Sie Kosten sparen.

Vor allem bei sehr warmen Temperaturen ab 15 Grad sind Sommerreifen auch die sicherere Wahl. Der Bremsweg ist mit Sommerreifen deutlich kürzer. Ein Fahrzeug mit Sommerreifen kommt bei Gefahr viel schneller zum Stehen. Der Bremsweg mit Winterreifen kann rund sechs bis sieben Meter länger sein. Die Unfallgefahr steigt also erheblich.

Auto beim Reifenwechsel

Mit wintertauglichen Allwetter- oder Ganzjahresreifen kann man sich den halbjährlichen Reifenwechsel ersparen. © gettyimages/Minerva Studio


Bei einem Unfall: Wann zahlt die Versicherung?

Verursachen Sie einen Autounfall, kann das nicht nur sehr gefährlich sein, sondern auch schnell teuer werden. Im Folgenden erfahren Sie, wann die Versicherung bei einem Unfall mit den falschen Reifen zahlt. Und wann eben nicht.

Bei einem Unfall mit abgefahrenen Reifen

Autofahren mit abgefahrenen Reifen ist riskant: Sie gefährden sich, Ihre Mitmenschen und Ihren Versicherungsschutz. Es kann auch teuer werden: Abgefahrene Reifen kosten 60 Euro Bußgeld und Sie bekommen zusätzlich einen Punkt in Flensburg. Gefährden Sie auch noch andere Verkehrsteilnehmer, müssen Sie 75 Euro Strafe zahlen.

Ob die Versicherung die Kosten bei einem Unfall übernimmt, ist unter anderem von der Unfallursache abhängig. Nehmen Sie zum Beispiel jemandem die Vorfahrt und es kommt zum Zusammenstoß, spielt der Zustand Ihrer Reifen in der Regel keine Rolle. In dem Fall muss die Kfz-Haftpflichtversicherung den entstandenen Schaden des Dritten bezahlen.

Oft ist die tatsächliche Unfallursache aber nicht ganz klar. Ein Gutachter muss dann überprüfen, ob die mangelnde Profiltiefe der Reifen für den Unfall verantwortlich war.

Sind die Reifen der Grund für einen Unfall, darf die Kaskoversicherung (Teilkaskoversicherung und Vollkaskoversicherung) die Leistungen kürzen.

Ein weiterer Punkt: Haben Sie vom Zustand Ihrer Reifen gewusst und sind trotzdem ins Auto gestiegen, war das grob fahrlässig. Dann machen Sie sich im Sinne der „Gefahrenerhöhung“ schuldig. Die Versicherung kann sich weigern, den entstandenen Schaden zu bezahlen oder Leistungen kürzen.

Ausnahmen: Bei Tarifen, wie sie beispielsweise die AllSecur anbietet, haben Sie Glück. Hier werden Ihre Leistungen auch bei grober Fahrlässigkeit (abgefahrene Reifen) nicht eingeschränkt. Sie werden bei der Vollkaskoversicherung aber anschließend in eine höhere Schadenfreiheitsklasse eingestuft. Das bedeutet, Ihr Versicherungsbeitrag steigt.

Bei einem Unfall mit Allwetterreifen

Fahrer, die mit Allwetterreifen unterwegs sind, haben normalerweise vollen Versicherungsschutz.

Wichtig: Um im Winter mit den Allwetterreifen fahren zu dürfen, müssen sie eine Matsch- und Schneefreigabe haben. Sollte es dann im Winter zu einem Unfall mit Allwetterreifen kommen, zahlt die Kfz-Haftpflichtversicherung.

Auch im Sommer haben Sie mit Allwetterreifen den vollen Versicherungsschutz.

Im Winter bei einem Unfall mit Sommerreifen

Es kann bei einem Unfall mit Sommerreifen im Winter zu Problemen mit der Versicherung kommen.

Die Versicherungsgesellschaft kann sich weigern, den vollen Schaden zu bezahlen, wenn Sie bei winterlichen Bedingungen mit Sommerreifen unterwegs sind. Der Grund: Sie haben sich nicht an die Vorsichtsmaßnahmen gehalten und damit grob fahrlässig gehandelt.

Die Winterreifenpflicht hängt aber von den Straßenverhältnissen ab. Will die Versicherung die Leistungen kürzen, muss sie Ihnen erst die grobe Fahrlässigkeit nachweisen.

Für Schäden am Unfallopfer zahlt Ihre Kfz-Haftpflichtversicherung immer. Auch, wenn Sie mit Sommerreifen bei Eis und Schnee auf der Fahrbahn unterwegs sind.

Bei den Kaskoversicherungen ist das anders: Ihr Versicherer kann die Zahlungen kürzen, wenn der Unfall durch die richtige Bereifung hätte verhindert werden können. Wie hoch die Kürzungen aussehen, ist von Fall zu Fall aber unterschiedlich. Jeder Unfall muss immer als Einzelfall untersucht werden.

Im Sommer bei einem Unfall mit Winterreifen

Ein Winterreifenverbot für den Sommer gibt es in Deutschland nicht. Trotzdem kann die Versicherung sich weigern, einen entstandenen Schaden zu bezahlen.

Die Kfz-Haftpflichtversicherung sollte die Kosten des Geschädigten (Unfallopfers) normalerweise übernehmen, auch wenn Sie im Sommer Winterreifen auf dem Auto haben.

Bei der Kaskoversicherung ist das anders, ähnlich wie mit Sommerreifen im Winter: Ihr Versicherer kann Ihr Verhalten als grob fahrlässig einstufen. Ist das nachzuweisen, kann die Teilkasko- oder Vollkaskoversicherung Leistungen verweigern und muss den Schaden nicht vollständig übernehmen. Auch das ist aber immer vom Einzelfall abhängig.

Reifen auf der Straße im Sommer

Es gibt im Sommer keine Sommerreifenpflicht. Sommerreifen sind für die Jahreszeit aber die sicherere und günstigere Wahl. © gettyimages/AGrigorjeva


Wann muss ich neue Reifen kaufen?

Die Reifen müssen nicht nur saisonal gewechselt, sondern nach einer gewissen Zeit auch komplett ausgetauscht werden. Sonst kann es gefährlich werden. Wir erklären Ihnen, was Sie tun können, um alte und abgenutzte Reifen zu erkennen und verraten, wann der Reifenwechsel auf neue Reifen nötig ist.

Abgenutzte Reifen richtig erkennen

Die Autoreifen sind besonders wichtig, wenn es um sicheres Fahren geht. Deshalb müssen die Reifen gut in Schuss gehalten und regelmäßig überprüft werden. Darauf sollten Sie achten, um abgenutzte Reifen zu erkennen:

1. Fahrverhalten

Schon das Fahrverhalten kann Ihnen anzeigen, dass Ihre Reifen in einer schlechten Verfassung sind. Merken Sie, dass Ihr Auto sich beim Fahren ungewohnt anfühlt, sollten Sie unbedingt Ihre Reifen überprüfen. Häufige Anzeichen abgefahrener Autoreifen sind ein längerer Bremsweg, schnelleres Aufschwimmen (Reifen verlieren durch das Wasser den Kontakt zur Fahrbahn) und schlechte Lenkbarkeit bei nasser Fahrbahn.

2. Reifenprofil

Der wichtigste Indikator ist das Reifenprofil. Je geringer das Profil Ihrer Reifen ist, desto gefährlicher kann es für Sie werden: Der Wagen hat weniger Grip und einen längeren Bremsweg. Bei Nässe oder Glätte rutschen die Reifen schneller auf der Fahrbahn und Sie können ins Schleudern geraten.

Sie können den Reifenverschleiß bei modernen Autoreifen bereits mithilfe der Abnutzungsindikatoren am Reifen erkennen. Das sind kleine Stege im Reifenprofil, die Ihnen die Mindestprofiltiefe anzeigen. Ragt das Reifenprofil noch über die Stege hinaus, haben Ihre Pneus die Mindestprofiltiefe noch nicht erreicht.

Sie können zur Kontrolle einen Profiltiefenmesser verwenden. Aber auch mit einer 1-Euro-Münze können Sie das Reifenprofil Ihrer Sommerreifen auf die empfohlene Profiltiefe von drei Millimeter prüfen: Halten Sie die Münze dafür in die Vertiefung des Reifenprofils. Der Rand ist nämlich genau drei Millimeter breit. Ist der goldene Rand der Münze noch zu sehen, ist Ihr Profil schon abgenutzt. Sie sollten Ihre Reifen dringend wechseln. Können Sie den goldenen Rand des 1-Euro-Stücks nicht mehr sehen, haben Sie noch genug Profil auf Ihrem Autoreifen. Der Reifenwechsel kann noch warten.

Zum Überprüfen der Profiltiefe der Winterreifen können Sie eine 2-Euro-Münze verwenden. Ihr Rand hat genau vier Millimeter Breite.

Damit es gar nicht erst zu einem Unfall wegen abgefahrener Reifen kommen kann:

  • Überprüfen Sie Ihr Reifenprofil regelmäßig.
  • Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe ist 1,6 Millimeter.
  • Sommerreifen sollten bei einer Profiltiefe von drei Millimetern ausgetauscht werden.
  • Winterreifen sollten Sie schon bei nur noch vier Millimetern Profil ersetzen.

3. Reifenalter

Auch das Alter der Reifen kann ein Hinweis darauf sein, dass Sie Ihre Autoreifen komplett austauschen sollten. Das Herstellungsdatum finden Sie immer auf der Reifenflanke, also auf der äußeren Seite der Autoreifen.

Bei Winterreifen: Spätestens nach sechs Jahren raten Fachleute auch bei ausreichender Profiltiefe zu einem Tausch. Der Grund: Die Gummimischung ist nach den Jahren so hart geworden, dass der Grip bei tiefen Temperaturen nachlässt.

Bei Sommerreifen: Sie sollten in einem Alter von acht Jahren ersetzt werden. Auch wenn Sie feststellen, dass die Reifen schon früher brüchig oder beschädigt sind, müssen sie ausgetauscht werden.

Ganzjahresreifen nutzen sich deutlich schneller ab, weil sie das ganze Jahr über auf dem Auto bleiben. Auch hier sollten Sie die Profiltiefe und den Zustand Ihrer Reifen im Auge behalten.

Wichtig: Es kommt aber immer darauf an, wie oft und welche Strecken Sie normalerweise fahren. Die angegebenen Jahre sind deshalb nur als allgemeine Empfehlung zu sehen. Am besten lassen Sie Ihre Reifen regelmäßig von einem Fachmann überprüfen.

Ein Tipp: Muss ich alle Reifen austauschen?

Meistens sind die Reifen der Vorderachse und der Hinterachse unterschiedlich stark abgefahren. Die Antriebsräder weisen deutlich mehr Abrieb auf und müssen daher früher erneuert werden.

Man kann durchaus nur zwei neue Sommerreifen kaufen und mit den anderen noch eine Weile fahren. Wenn Sie sich dafür entscheiden, sollten die neuen Reifen aber an der Hinterachse Ihres Autos montiert werden. Sie sorgt nämlich für die Fahrstabilität.

Ein Tipp: Am besten greift man zu neuen Reifen des gleichen Typs. Eine Mischung aus Sommer- und Winterreifen sollten Sie unbedingt vermeiden.

Das sollten Sie wissen: Winterreifen sollte man immer im Viererpack montieren. Nur mit einheitlicher Bereifung lässt sich ein optimales Fahrverhalten sicherstellen. Das Gleiche gilt für Allwetterreifen.

Ein Tipp: Was muss ich beim Einfahren neuer Reifen beachten?

Neue Reifen sind am Anfang extrem glatt, daher sollten Sie die ersten 200 bis 300 Kilometer vorsichtig fahren.

Der Grund: Die Reifen werden bei der Produktion mit einem Trennmittel besprüht, deshalb weisen sie anfangs noch nicht den vollen Grip auf.

Nach dem Einfahren sind die Reifen aufgeraut und die Beschichtung ist verschwunden. Dann sind Sie mit den Autoreifen sicher unterwegs.

Reifen regelmäßig überprüfen

Die richtigen Reifen sind die Voraussetzung, um bei jedem Wetter sicher auf der Straße fahren zu können. Wechseln Sie Ihre Autoreifen frühzeitig und halten Sie sich an die Winterreifenpflicht. Sonst kann es gefährlich werden und zu einer Strafe kommen.

Prüfen Sie Ihre Reifen regelmäßig und achten Sie auf eine ausreichende Profiltiefe. Bei Winterreifen sollten Sie 4 Millimeter und bei Sommerreifen 3 Millimeter nicht unterschreiten. Lassen Sie Ihre Reifen austauschen, wenn das Profil abgenutzt ist, sie alt sind oder Risse beziehungsweise Schäden aufweisen. So bleiben Sie und Ihre Mitfahrer sicher.

Sind Sie doch in einen Unfall verwickelt, hilft Ihnen die Kfz-Haftpflichtversicherung der AllSecur. Die Vollkaskoversicherung übernimmt die Kosten auch bei selbstverschuldeten Unfällen und grober Fahrlässigkeit. Informieren Sie sich auch direkt über die Teilkaskoversicherung der AllSecur.

Wir wünschen Ihnen allzeit gute Fahrt! Ihre AllSecur