Kfz-Steuer: Alles, was Sie wissen müssen

Kfz-Steuer: Was ist das genau? Wir erklären Ihnen, was die Kfz-Steuer kostet, wie sie bezahlt wird, wer von der Kfz-Steuer befreit ist und was passiert, wenn Sie die Kfz-Steuer nicht gezahlt haben. Sie wollen die Kfz-Steuer für Ihr Diesel- oder Benziner-Auto selbst berechnen? Wir verraten, wie es geht.

Lenkrad mit Hand

Zu den Unterhaltskosten für ein Auto gehört neben Versicherung, Verbrauch und Wartung auch die Kfz-Steuer. ©iStock/blackred

Die Höhe der Kfz-Steuer kann beim Autokauf ein Argument für oder gegen ein bestimmtes Modell sein. Wir beantworten Ihnen die wichtigsten Fragen rund um die Kfz-Steuer.

Allgemeine Fragen zur Kfz-Steuer

Kfz-Steuer berechnen

Kfz-Steuer bezahlen


Allgemeine Fragen zur Kfz-Steuer

In Deutschland gibt es über 60 Millionen zugelassene Fahrzeuge. Daraus ergibt sich eine große Summe an Steuergeldern. Wie die Kfz-Steuer funktioniert, erfahren Sie hier.

Was ist die Kfz-Steuer und warum gibt es sie?

Die Kfz-Steuer ist eine Bundessteuer, die alle Halter von Kraftfahrzeugen jährlich zahlen müssen. Die Einnahmen finanzieren unter anderem den Straßenbau. Hintergrund ist das Verursacherprinzip:  Die Fahrzeughalter werden verpflichtet, für die Schäden an Straßen und Umwelt aufzukommen, die sie verursacht haben.


Wer muss die Kfz-Steuer zahlen?

Alle Halter von Kraftfahrzeugen, die in Deutschland betrieben werden, müssen die Kfz-Steuer zahlen. Im Einzelnen gilt das für:

  • Halter von inländischen Fahrzeugen
  • Halter von ausländischen Fahrzeugen in Deutschland
  • Die widerrechtliche Nutzung von Fahrzeugen (zum Beispiel, wenn Sie mit einem nicht zugelassenen Wagen auf einer öffentlichen Straße fahren)
  • Alle Fahrzeuge mit rotem Kennzeichen (Händlerkennzeichen) und Oldtimer-Kennzeichen (angemeldete Prüffahrten sind ausgenommen)

Normalerweise muss der Halter des Fahrzeugs die Steuer zahlen. Auf dem Steuerformular können Sie aber einen anderen Zahler festlegen. Aus Versicherungsgründen sind zum Beispiel oft Eltern als Fahrzeughalter eingetragen. Wirklich genutzt wird das Fahrzeug aber vom Kind. In so einem Fall kann das Kind als Kfz-Steuerzahler bestimmt werden.


Wer ist von der Kfz-Steuer befreit?

Schwerbehinderte Personen sind von der Kfz-Steuer befreit oder erhalten eine Steuerermäßigung von 50 Prozent. Mehr erfahren Sie hier. Auch Halter von Elektrofahrzeugen, die bis zum 31.12.2020 zugelassen werden, sind 5 Jahre lang von der Kfz-Steuer befreit.

Taschenrechner Kfz-Steuer

Wer die Kfz-Steuer nicht per Hand ausrechen will, für den gibt es einen kostenlosen Rechner im Internet. ©iStock/Photobuay


Kfz-Steuer berechnen

Für jedes Fahrzeug wird die Kfz-Steuer individuell berechnet. Das soll eine gerechte Besteuerung garantieren.

Fahrzeugart Personenkraftwagen
Erstzulassung  / 
Emissionsgruppe
Motorart
CO2-Emissionen
g/km
Hubraum
ccm
Saisonkennzeichen
Ergebnis
Jetzt berechnen

Wie setzt sich die Kfz-Steuer zusammen?

Die Höhe der Kfz-Steuer ist zweckgebunden. Das bedeutet: Fahrzeuge, die mehr Schadstoffe ausstoßen, werden höher besteuert. Für Dieselfahrzeuge müssen Halter beispielweise eine höhere Kfz-Steuer zahlen. 

Um Ihre Kfz-Steuer zu berechnen, brauchen Sie die folgenden Daten. Sie stehen in Ihrer Zulassungsbescheinigung Teil I oder in Ihrem Fahrzeugschein:

  • CO2-Emmission: Das steht im Fahrzeugschein unter V.7. (im alten Fahrzeugschein gibt es darüber keine Angaben).
  • Motorart: Das steht im Fahrzeugschein unter P.3 (Punkt 5 beim alten Fahrzeugschein).
  • Größe des Hubraums: Das steht in der neuen Zulassungsbescheinigung Teil I unter P.1 (Punkt 8 im alten Fahrzeugschein).
  • Erstzulassungsdatum: Das steht in der neuen Zulassungsbescheinigung Teil I unter Punkt B (Punkt 32 im alten Fahrzeugschein).

Infografik Kfz-Steuer

Wichtig sind auch die Schadstoffklassen: Sie ordnen ein, ob ein Auto schadstoffarm ist oder nicht.

  • Schadstoffarme Fahrzeuge werden in die Schadstoffklassen Euro 1, 2, 3, 4, 5 oder 6 unterteilt. Euro 6 hat den niedrigsten Schadstoffausstoß und Euro 1 den höchsten.
  • Nicht schadstoffarme Fahrzeuge (Euro 0) werden unterteilt, ob die Nutzung bei einem Ozonalarm erlaubt oder verboten ist.

Diese Kosten gelten für die einzelnen Schadstoffklassen:

  • Euro 3 und besser (Grenzwerte bis 2,5 t): 6,75 Euro für Benziner, 15,44 Euro für Diesel
  • Euro 2: 7,36 Euro für Benziner, 16,05 Euro für Diesel
  • Euro 1: 15,13 Euro für Benziner, 27,35 Euro für Diesel
  • Euro 0 (ohne Ozonfahrverbot): 21,07 Euro für Benziner, 33,29 Euro für Diesel
  • Euro 0 (übrige): 25,36 Euro für Benziner, 37,58 Euro für Diesel

Wie viel Kfz-Steuer Sie zahlen müssen, ergibt sich aus zwei Teilen:

  • Teil 1 setzt sich aus der Motorart und der Größe des Hubraums zusammen: Pro angefangene 100 cm³ Hubraum zahlen Benziner 2 Euro, Dieselautos 9,50 Euro. 
  • Teil 2 betrachtet den Schadstoffausstoß. Das Erstzulassungsdatum ist wichtig. Autos, die vor dem 1. Januar 2012 zugelassen wurden, dürfen etwas mehr Schadstoffe ausstoßen. Der aktuelle Grenzwert für Neuzulassungen liegt seit 2014 bei 95 Gramm pro Kilometer. Jedes zusätzliche Gramm kostet den Halter bei der Kfz-Steuer zwei Euro mehr.

Ein Beispiel: Sie sind Halter eines Dieselfahrzeugs mit einem Hubraum von 1.968 cm³. Nach Faktor 1 müssen Sie für Dieselautos 9,50 Euro pro 100 cm³ angefangenen Hubraum zahlen. In Ihrem Fall also 20 mal 9,50 Euro. Das sind 190 Euro Kfz-Steuer nach Faktor 1.

Es fehlt noch Faktor 2: Ihr Fahrzeug wurde 2010 zugelassen. Damals lag der Grenzwert für den Schadstoffausstoß bei 120 g/km Kohlendioxid. Ihr Fahrzeug stößt aber 154 g/km (34 Gramm zu viel) aus. Sie müssen für jedes zusätzliche Gramm 2 Euro mehr zahlen. Aus Faktor 2 ergeben sich Kosten von 68 Euro.

Die Kfz-Steuer für Ihr Auto beträgt 190 Euro plus 68 Euro: 258 Euro pro Jahr.


Wie berechne ich die Kfz-Steuer?

Mit dem Kfz-Steuer-Rechner des Bundesfinanzministeriums können Sie die Höhe Ihrer Kfz-Steuer berechnen: für Diesel- und Benzinerfahrzeuge, aber auch für Elektrofahrzeuge, Motorräder, Leichtfahrzeuge, Nutzfahrzeuge, Oldtimer und Wohnmobile.

Kfz-Steuer für Motorrad

Für die Kfz-Steuer bei Motorrädern ist nur der Hubraum wichtig. Pro angefangene 25 cm³ werden 1,84 Euro berechnet. Leichtkrafträder mit einem Hubraum unter 125 cm³, deren Leistung unter 11 kW liegt, sind von der Kfz-Steuer befreit.

Kfz-Steuer für Lkw

Lkws, die ein Gesamtgewicht von bis zu 3,5 Tonnen haben, werden nach zulässigen Gesamtgewicht besteuert. Je angefangen 200 kg Gesamtgewicht wird eine Gebühr fällig:

  • Bis 2000 kg Anteil an der Gesamtmasse: 11,25 € Steuer pro 200 kg Gesamtgewicht
  • 2000 bis 3000 kg Anteil an der Gesamtmasse: 12,02 € Steuer pro 200 kg Gesamtgewicht
  • 3000 bis 5000 kg Anteil an der Gesamtmasse: 12,78 € Steuer pro 200 kg Gesamtgewicht

Alle Lkws über 3,5 Tonnen müssen weitere Aufschläge zahlen, die sich nach Emissions- und Fahrgeräuschklassen richten.

Kfz-Steuer für Anhänger

Auch die Kfz-Steuer für Anhänger orientiert sich an dem zulässigen Gesamtgewicht. Je 200 kg werden 7,46 Euro berechnet. Es gibt aber eine Höchstgrenze von 373 Euro. Es können nur zulassungspflichtige Anhänger besteuert werden.

Kfz-Steuer für Wohnmobil

Bei Wohnmobilen wird die Kfz-Steuer nach dem zulässigen Gesamtgewicht und nach den speziellen S-Schadstoffklassen erhoben.

Taschenrechner für Kfz-Steuer

Für jedes Fahrzeug wird eine individuelle Kfz-Steuer berechnet. ©iStock/wutwhanfoto


Kfz-Steuer bezahlen

Sie können entscheiden, ob Ihre Kfz-Steuer abgebucht werden soll oder ob Sie sie jährlich selbst überweisen wollen.

Wer zieht die Kfz-Steuer ein?

Seit Februar 2014 wird die Kfz-Steuer vom Zoll eingezogen. Vorher war das örtliche Finanzamt dafür zuständig.


Wann muss ich die Kfz-Steuer wie zahlen?

Wenn Sie Ihr Auto zugelassen haben, erhalten Sie nach etwa zwei Wochen per Post einmalig einen Steuerbescheid. Heben Sie ihn gut auf. Früher haben Sie jedes Jahr einen Bescheid erhalten, das gibt es nicht mehr.

Die Kfz-Steuer müssen Sie ein Jahr im Voraus zahlen. Melden Sie Ihr Auto beispielweise im September an, müssen Sie immer im September Ihre Kfz-Steuer bezahlen.

Sie können bei der Zulassung angeben, ob Ihre Kfz-Steuer automatisch eingezogen werden soll. Sie hinterlegen Ihre Kontodaten und stimmen einem SEPA-Lastschriftmandat zu. Der Betrag wird jährlich von Ihrem Konto abgebucht. Haben Sie ein Auto mit Saisonzulassung, wird Ihnen die Steuer nur für diesen Zeitraum abgebucht.

Haben Sie nicht angegeben, dass die Steuer automatisch abgebucht werden soll, müssen Sie darauf achten, dass Sie das Geld pünktlich überweisen. Beachten Sie, dass der Zoll keine Erinnerungsschreiben mehr verschickt.


Was, wenn ich die Kfz-Steuer nicht bezahlt habe?

Sie erhalten einen Mahnbescheid vom Zoll. Das kann passieren, wenn Sie zu wenig Geld auf dem Konto haben und der Betrag nicht abgebucht werden konnte oder wenn Sie ihn noch nicht überwiesen haben. Manchmal können Kosten entstehen. Haben Sie das Geld nach der zweiten Mahnung immer noch nicht überwiesen, wird das Ordnungsamt eingeschaltet.

Das Ordnungsamt droht Ihnen, das Fahrzeug stillzulegen. Reagieren Sie nicht, entfernen die Beamten die gültigen Plaketten vom Fahrzeug. Ihr Auto ist nicht mehr für die Nutzung auf öffentlichen Straßen zugelassen. Solange Sie keine Kfz-Steuer für Ihr Auto gezahlt haben, können Sie keinen neuen Wagen anmelden.


Fahrzeug abgemeldet: Wann wird die Kfz-Steuer zurückgezahlt?

Etwa drei Wochen nachdem Sie Ihr Fahrzeug abgemeldet haben, erhalten Sie die im Voraus gezahlte Kfz-Steuer vom Zoll zurück. Senden Sie für den Antrag ein Formular an Ihr zuständiges Hauptzollamt.


Wie kann ich Kfz-Steuern sparen?

Um bei der Kfz-Steuer zu sparen, lohnt es sich auf ein abgasärmeres Auto umzusteigen. Benzinfahrzeuge sind günstiger als Dieselautos. Es gibt auch die Möglichkeit, Ihr Fahrzeug so umzurüsten, dass es weniger Schadstoffe ausstößt. Sie sollten aber prüfen, ob sich das finanziell lohnt.

Unterhaltskosten senken durch günstige Versicherung

Wie viel kostet nun Ihre Kfz-Steuer? Sie können die Kfz-Steuer für Ihr Diesel- oder Benzin-Fahrzeug ganz leicht selbst berechnen. Ist sie Ihnen zu teuer, können Sie über eine Umrüstung oder ein neues Auto nachdenken. Vielleicht erhalten Sie sogar eine neue Umweltplakette.

Weniger aufwendig ist aber der Wechsel zu einer günstigeren Kfz -Versicherung! Welche Unterhaltskosten Sie bei Ihrem Auto auch beachten müssen, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Wir wünschen Ihnen allzeit gute Fahrt! Ihre AllSecur