Unterhaltskosten für Ihr Auto: Mit diesen Kosten müssen Sie im Monat rechnen

Die Unterhaltskosten für ein Auto werden oft unterschätzt. Zusätzlich zur Anschaffung kommen jedes Jahr Kosten für Sprit, Versicherung, Steuer und Wartung dazu. Doch was kostet ein Auto im Monat? Wir berechnen die Kosten für ein Auto und präsentieren Ihnen eine zusammenfassende Infografik.

Unterhaltskosten für Ihr Auto

Ein Auto ist nicht billig: Rechnen Sie alle Unterhaltskosten vorher genau durch. © iStock/zhz_akey


Mit diesen Kosten müssen Sie rechnen

Wie teuer die Unterhaltskosten für ein Auto sind, ist sehr unterschiedlich. Auf den ersten Blick wirkt ein eigenes Fahrzeug gar nicht so teuer, jeden Monat kommen aber Folgekosten auf Sie zu. Diese Kosten müssen Sie alle beachten:

Man kann natürlich nicht genau sagen, was ein Auto im Monat kostet. Je nach Typklasse, Ausstattung, Ihrem Alter, Ihrem Unfallrisiko oder Ihrer Region kommen unterschiedliche Summen auf Sie zu. Ganz grob können Sie für einen Kleinwagen mit 200 Euro Unterhaltskosten pro Monat rechnen, mit einem Wagen der Mittelklasse oft sogar mit doppelt so viel.

Damit Sie die Kosten für Ihr Wunschauto ungefähr schätzen können, haben wir für Sie eine grobe Beispielrechnung für einen gebrauchten VW Golf V gemacht. Dieses Modell ist eines der beliebtesten Autos der Deutschen.


Anschaffungskosten

Ein Neuwagen ist im Normalfall natürlich teurer als ein Gebrauchtwagen. Er hat auch einen viel höheren Wertverlust. Dafür sind bei einem Gebrauchtwagen Spritverbrauch, Reparaturrisiko und die Versicherungskosten meist höher. Auch mit Sicherheit, Herstellergarantien und neustem technischen Stand können gebrauchte Autos nicht punkten.

Trotzdem fahren Sie mit einem Gebrauchtwagen meist günstiger: Beim Kauf sollten Sie aber unbedingt alle wichtigen Punkte von einem Experten prüfen lassen, unsere Autokauf-Checkliste kann Ihnen auch helfen. Falls früh Reparatur- oder Hauptuntersuchungs-Kosten fällig werden, kann das gleich sehr teuer werden.

Checkliste für den Autokauf

Nehmen Sie einen Experten zum Autokauf mit, um einen Fehlkauf zu vermeiden. © iStock/Lux_D

Für eine ungefähre Preisvorstellung können Sie sich die Liste des ADACs mit durchschnittlichen Preisen für Gebrauchtwagen 2017 ansehen. Sie sollten auch die Kosten für die PKW-Zulassung und Kennzeichen beachten. Sie sind mit 30-50 Euro aber nicht sehr hoch.

Anschaffungskosten für den VW Golf V: Je nach Ausstattung, Motor und Laufleistung unterscheiden sich die Modelle des Golf V natürlich. Sie liegen zwischen 2.000 und 18.000 Euro, im Schnitt können Sie mit etwa 6.000–7.000 Euro rechnen.


Spritkosten

Ob Benzin oder Diesel, hier gibt es keinen klaren Sieger. Die Spritkosten sind bei Diesel günstiger. Anschaffungswert, Steuern und Versicherung sind aber bei Benzinern billiger. Je nachdem, wie viel und welches Modell Sie fahren, müssen Sie überlegen: Lohnen sich die geringeren Diesel-Spritkosten im Vergleich zu den höheren anderen Kosten?

Grundsätzlich gilt: Je kleiner das Fahrzeug und je weniger Fahrtkilometer, desto eher lohnt sich ein Benziner. Außerdem können Sie auch während dem Fahren viel Sparen, wenn Sie sich per App oder Website immer die günstigsten Tankstellen in der Nähe suchen.

Aktuelle Spritkosten: Die durchschnittlichen Benzinspritkosten im Jahr 2016 lagen ungefähr bei 1,29 Euro pro Liter. Der mittlere Dieselpreis lag im Jahr 2016 bei ungefähr 1,07 Euro. Geht man zum Beispiel von 7 l / 100 km und 15.000 km im Jahr aus, wären das 2016 ungefähr 1.350 Euro Benzinspritkosten und 1.120 Euro Dieselspritkosten gewesen.


Kfz-Versicherung

Wie viel die Kfz-Versicherung kostet, hängt von vielen Dingen ab. Wichtig sind zum Beispiel Typklasse, Schadensfreiheitsrabatt, der Fahrerkreis, gefahrene Kilometer pro Jahr und der Zulassungsbezirk.

Als Fahranfänger zahlen Sie mehr, weil Ihr Unfallrisiko um einiges höher ist. Sparen können Sie aber durch die Übertragung des Schadensfreiheitsrabatts, einer vereinbarten Selbstbeteiligung oder die Versicherung als Zweitwagen.

Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben und zahlt bei Schäden, die Sie bei anderen verursachen. Teil- und Vollkasko sind freiwillig. Die Kaskoversicherungen zahlen, wenn Ihr eigenes Fahrzeug beschädigt wurde. Das können zum Beispiel Schäden durch einen Wildunfall oder Brand sein. Die Teilkasko zahlt bei den üblichsten Schadensfällen. Die Vollkasko zahlt auch für Schäden wie Vandalismus oder selbst verursachte Unfallschäden am eigenen Auto. Mit welcher Versicherungssumme Sie rechnen können, können Sie direkt in unserem Kfz-Versicherungsrechner prüfen.

Telefonieren mit der Kfz-Versicherung bei einem Glasschaden

Mit der richtigen Versicherung sparen Sie sich bei Schäden am Auto hohe Kosten. © iStock/Daisy-Daisy

Kfz-Versicherung für den VW Golf V: Eine genaue Zahl zu nennen ist nicht möglich. Die Versicherung kann zwischen 100 und über 1.000 Euro im Jahr liegen. Geht man von Teilkasko und 4 Jahren Schadensfreiheitsklasse aus, können Sie ganz grob mit 500 Euro pro Jahr rechnen.


Kfz-Steuer

Mit der Kfz-Steuer wird die Infrastruktur saniert und die Umwelt erhalten. Die Kfz-Steuer ist von der Größe des Hubraums, dem Schadstoffausstoß und dem Tag der Erstzulassung abhängig. Je schadstoffärmer Ihr Auto ist, desto niedriger ist die Kfz-Steuer. Deswegen zahlt man für Dieselautos eine höhere und für Elektroautos (fast) keine Kfz-Steuer. Der Steuerrechner des Finanzministeriums kann Ihnen helfen.

Kfz-Steuer für den Golf V: Je nach Erstzulassung, Motortyp und Hubraum kann die Kfz-Versicherung ungefähr zwischen 100 und 300 Euro pro Jahr kosten.


Wertverlust

Der Wertverlust eines Neuwagens ist enorm. Im ersten Jahr sinkt sein Wert um etwa 25 Prozent. Mit den Jahren pendelt es sich bei 5 bis 6 Prozent ein. Abhängig ist der Wertverlust von verschiedenen Faktoren wie der Art des Fahrzeugs, dem Image des Herstellers, dem Zustand im Vergleich zum Fahrzeugalter, der Kilometerzahl oder der Marktgängigkeit. Mit guter Pflege und Wartung können Sie dem Werteverlust aber positiv entgegenwirken.

Wertverlust für den Golf V:  Je älter das Auto desto geringer ist natürlich die Wertverlustsumme. Ein Golf V aus dem Jahr 2008/2009 hat einen derzeitigen Wertverlust von etwa 500 – 1.000 Euro pro Jahr. Das hängt aber natürlich vom Modell und somit dem Neupreis ab.

Ölwechsel zur Wartung des Autos

Eine gute Pflege ist wichtig, um den Wertverlust zu mindern. Dabei kommen aber Wartungskosten auf Sie zu. © iStock/Ensup


Wartungskosten

Unterschätzen Sie nicht die Wartungskosten: Alle zwei Jahre muss Ihr Auto zur Hauptuntersuchung, sie kostet ungefähr 100 Euro. Mindestens einmal im Jahr muss das Öl gewechselt werden, das kostet ungefähr bis zu 100 Euro.

Verschleißteile wie Lichtmaschine, Bremsen, Auspuff oder Reifen müssen mit der Zeit ausgetauscht werden. Probleme der Elektronik sind meistens am teuersten. Ein Marderschaden, Hageldellen oder Diebstahl sind alles Kosten, die nicht mit jeder Versicherung abgedeckt werden.

Wartungskosten für den Golf V: Je nach Modell und Fahrleistung und ohne besondere Schäden kann man mit ungefähr 30 Euro pro Monat rechnen. Das sind 360 Euro Wartungskosten im Jahr.

Die Unterhaltskosten im Überblick

Insgesamt können Sie für einen gebrauchten VW Golf V mit diesen Unterhaltskosten rechnen: 200 - 300 Euro pro Monat (2.400 - 3600 Euro pro Jahr), wenn Sie 15.000 Kilometer im Jahr fahren.

Unsere Infografik zeigt Ihnen noch einmal im Überblick, welche Kosten bei Kauf und Unterhalt eines eigenen Autos auf Sie zukommen.

Unterhaltskosten für Ihr Auto als Infografik im Überblick

Die Unterhaltskosten im Überblick. Hier können Sie die Infografik als PDF herunterladen.

Unterhaltskosten von Elektroautos und Erdgasautos

Der Vorteil von Elektro- oder Erdgasautos ist Umweltfreundlichkeit. Wenn man nur auf die Kosten schaut, sind sie aber nicht immer sinnvoll.

Wann lohnt sich ein Elektroauto?

Elektroautos kosten beim Kauf deutlich mehr. Sie kosten trotz Umweltbonus oft doppelt so viel wie ein Benziner oder Diesel. Dafür sind die Unterhaltskosten günstiger.

  • Strom kostet weniger als die normalen Kraftstoffe. Das ist natürlich immer vom Strompreis abhängig.
  • Zwischen 2016 und 2020 zugelassene Fahrzeuge sind 10 Jahre von der Kfz-Steuer befreit.
  • Manche Versicherungen bieten Vergünstigungen für Elektroautos an. Weil die Autos recht neu sind, sollte man fast immer eine Vollkasko-Versicherung abschließen.
  • Zum Wertverlust lässt sich noch nicht allzu viel sagen, weil die Anzahl der Elektroautos noch niedrig ist.
  • Die Wartungskosten sind niedriger, weil es kaum Verschleißteile und wenige bewegliche Elemente gibt. Öl- und Filterwechsel fallen weg.

Fahren Sie viel, kann sich der höhere Kaufpreis für ein Elektroauto nach ein paar Jahren lohnen. Für viele lohnt sich ein Elektroauto aber erst, wenn die Preise günstiger werden.

Wann lohnt sich ein Erdgasauto?

Auch ein Erdgasauto ist in den Anschaffungs- oder Umbaukosten deutlich teurer. Dafür ist Erdgas nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch günstiger als Benzin, Diesel oder Autogas. Denken Sie aber daran, dass es Erdgas noch nicht an vielen Tankstellen gibt. Vor allem im Ausland sollten Sie deswegen Ihre Fahrt gut planen.

Normalerweise können Sie jedes Auto mit Ottomotor nachrüsten. Das ist aber nicht ganz billig.  Der Umbau lohnt sich ungefähr ab 50.000-60.000 Kilometern.

Unterhaltskosten sparen

Die Unterhaltskosten für ein Auto sind nicht billig. Man kann aber gut Kosten sparen:

  • Berechnen Sie schon vor dem Kauf, welche Kosten im Monat auf Sie zukommen würden.
  • Prüfen Sie das Auto, bevor Sie es kaufen. Schnäppchen bleiben nicht unbedingt Schnäppchen.
  • Fahren Sie umweltfreundlich, das schont auch Ihren Geldbeutel.
  • Nutzen Sie Vergünstigungen bei der Versicherung wie die Übertragung des Schadenfreiheitsrabatts.
  • Vergleichen Sie immer Spritpreise.

Was kostet Ihr Auto nun im Monat? Um sicher planen zu können und unvorhersehbaren Summen zu entgehen, lohnt sich unsere Kfz-Versicherung. Berechnen Sie doch Ihre Kosten direkt in unserem Rechner.

Wir wünschen Ihnen allzeit gute Fahrt mit dem eigenen Auto! Ihre AllSecur