Zahlt die Kfz-Versicherung, wenn der TÜV abgelaufen ist?

Der Versicherungsschutz für Auto ohne TÜV ist grundsätzlich gewährleistet. Bei einem Unfall ohne TÜV prüft die Versicherung aber, ob der Fahrzeughalter gegebenenfalls grob fahrlässig handelte. Grob fährlässig ist es, wenn man weiß, dass etwas am Auto kaputt ist und trotzdem fährt. Das Fahren ohne TÜV kann bereits als leichte Fahrlässigkeit ausgelegt werden. Der TÜV ist eine wichtige Sicherheitsprüfung, bei der Mängel an Ihrem Autos festgestellt werden.

Am besten gleich einen Blick auf die TÜV-Plakette werfen und sich rechtzeitig um einen Termin kümmern, damit es erst gar nicht zu einem Unfall mit abgelaufenem TÜV kommt - oder Ihr Auto stehen bleibt, weil einige Schäden unentdeckt geblieben sind, da Sie nicht bei der Hauptuntersuchung fürs Auto waren.

Was passiert bei einem Unfall ohne TÜV?

Bei einem selbstverursachten Unfall mit abgelaufenem TÜV zahlt die Kfz-Versicherung die Schäden von Dritten. Beim Fahren ohne TÜV wird die Kfz-Versicherung aber sehr wahrscheinlich einen Gutachter zu Rate ziehen. Dieser könnte beweisen, dass das Fahrzeug zum Unfallzeitpunkt nicht in einem technisch einwandfreien Zustand war. Liegt grobe Fahrlässigkeit vor, kann der Versicherte in Regress genommen werden. Das bedeutet:

Es kann sein, dass der Fahrer mindestens ein Teil der Schadenssumme, seines eigenen Schadens an den Versicherer zurückzahlen muss.

Wie lange darf man den TÜV-Termin überschreiten?

Wird ein Auto für längere Zeit mit abgelaufenem TÜV gefahren, kann die Polizei das Fahrzeug stilllegen lassen. So soll eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen werden. Zudem droht ein Bußgeld:

  • Ist der TÜV seit mehr als 2 Monaten abgelaufen: 25 Euro
  • Ist der TÜV seit mehr als 4 Monaten abgelaufen: 60 Euro und 1 Punkt
  • Ist der TÜV seit mehr als 8 Monaten abgelaufen: 75 Euro und 1 Punkt

Man sollte sich also möglichst schnell um einen Termin beim TÜV kümmern, wenn dieser abgelaufen ist. Bei tatsächlicher Nichtnutzung des Autos sollten die Nummernschilder abmontiert und das Fahrzeug abgemeldet werden. So vermeiden Sie unnötige Strafen oder gar Punkte aus dem Bußgeldkatalog

Hauptuntersuchung soll Gefahren minimieren

Unabhängig vom TÜV-Gutachten kann ein Fahrzeug natürlich auch schon im Vorfeld der nächsten Hauptuntersuchung verkehrsuntüchtig werden. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn die Reifen extrem abgefahren sind. In den Bedingungen der Kfz-Haftpflichtversicherung ist geregelt, dass der Halter des Wagens diesen nicht verwenden darf, wenn er von den Mängeln weiß und sie wider besseren Wissens trotzdem nicht abstellt. Wer dem zuwider handelt, gefährdet seinen vollen Versicherungsschutz.

Hätten Sie’s gewusst?
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