Wildunfall - was zahlt die Versicherung?

Sie wollen Tipps, wie Sie sich bei einem Wildunfall sicher verhalten und Infos, was die Kfz-Versicherung im Falle eines Schadens übernimmt? Die Kfz-Haftpflicht zahlt die Schäden, die Sie anderen durch den Wildunfall zugefügt haben. Auch für beschädigte Leitplanken oder Verkehrsschilder kommt die Haftpflicht auf. Falls sie eine Voll- oder Teilkasko-Versicherung abgeschlossen haben, übernimmt die Versicherung auch Schäden an Ihrem eigenen Fahrzeug.

1. Wie verhalte ich mich bei drohendem Wildunfall?

Generell sollten Sie auf Straßen, die durch den Wald und an Feldern vorbeiführen, vorausschauend und mit angemessener Geschwindigkeit fahren. Springt ein Wildtier auf die Straße haben Sie folgende Möglichkeiten, einen drohenden Unfall zu vermeiden:

  • Vorsichtiges bremsen, Auffahrunfall vermeiden
  • Hupen, um das Tier zu verjagen
  • Fernlicht ausschalten

Wenn Sie dem Tier nicht mehr ausweichen können, vermeiden Sie riskante Ausweichmanöver! Bleiben Sie auf Ihrer Spur und halten Sie das Lenkrad fest. Eine kontrollierte Kollision mit dem Tier ist weniger gefährlich, als waghalsiges Ausweichen.

 

2. Was zahlt die Kfz-Versicherung?

Bei einem Unfall mit einem Wildtier/Haarwild übernimmt die Teilkaskoversicherung den Schaden am eigenen Fahrzeug. Und das muss auch nachgewiesen werden. Läuft Ihnen ein Tier, wie zum Beispiel ein Wildschwein, in Ihr geparktes Auto, zählt das nicht als Fahrunfall. Für Schäden, die anderen Verkehrsteilnehmern durch den Wildunfall zugefügt wurden, kommt die Kfz-Haftpflichtversicherung auf.. Welche Tiere/Tierarten als Wildtiere gelten, regelt das Bundesjagdgesetz.

3. Was zählt zu den Wildtieren?

Das Bundesjagdgesetz unterteilt Wildtiere nach deren Größe – genau sind das große-, mittelgroße- und kleine Wildtiere.

Typ Tiere
Große Wildtiere Wisent sowie Rot-, Dam-, Sika-, Reh-, Gams-, Stein-, Muffel- und Schwarzwild
Mittelgroße Wildtiere Luchs und Fuchs
Kleine Wildtiere Feld-, Schneehase, Wildkaninchen, Wildkatze, Stein-, Baummarder, Iltis, Hermelin, Dachs und Fischotter

Das Wildtier ist nicht in der Liste enthalten? Alle Kfz-Versicherer sind in der Teilkasko an die Definitionen des Bundesjagdgesetz gebunden. Kam es mit einem anderen Wildtier zu einem Unfall, übernimmt nur eine eventuell vorhandene Vollkaskoversicherung den Schaden.

4. Was ist bei einem Wildunfall zu tun?

Für die Versicherung ist bei einem Wildunfall die Beweis- und Spurensicherung wichtig. Am besten nach einem Unfall sofort die Polizei benachrichtigen, die ein Unfallprotokoll aufnimmt. Das kann aber auch der Revierförster oder ein Jagdaufseher machen.

Wichtig:

  • Das Tier auf keinen Fall anfassen und Ruhe bewahren.
  • So schnell wie möglich die Polizei verständigen.
  • Dokumentieren und bestätigen lassen, welches Tier für den Unfall die Ursache war. Auch Schäden, Blutflecken und Haarreste an der Karosserie müssen dokumentiert werden.
  • Das Fahrzeug erst waschen, wenn der Schaden mit der Versicherung geklärt ist (für den Fall, dass der Schaden besichtigt werden muss).

 

5. Der Schaden kam durch ein Ausweichmanöver zustande

Autofahrer versuchen oft instinktiv (großen) Tieren auszuweichen, einen Zusammenstoß, also größeren Schaden für sich und das Fahrzeug zu vermeiden (Rettungsversuch). Nicht selten landet der Ausweichende aber im Graben oder schlimmer noch an einem Baum, ohne dass das Tier berührt wurde.

Sofern Rot- oder Schwarzwild die Unfallursache war, zahlt in diesen Fällen ebenfalls die Teilkaskoversicherung. Voraussetzung für den Schadenersatz ist allerdings der eindeutige Nachweis des Unfallhergangs und des beteiligten Tiers.

Wichtig:

  • Unbedingt Mitfahrer bzw. Unfallhelfer als Zeugen angeben!
  • Fotos vom Wildunfall machen!

6. Mir ist ein Vogel in die Frontscheibe geflogen. Wer zahlt den Glasschaden?

Reine Glasschäden übernimmt die Teilkaskoversicherung, auch wenn es sich nicht um ein Wildtier handelt wie in diesem Fall.

Wichtig:

  • Der Unfallhergang sollte ebenfalls dokumentiert und bestätigt werden.

7. Was ist wenn ich mit einem Hund zusammenstoße?

Hunde zählen ebenso wie Pferde zu den Luxustieren. Für diese haftet grundsätzlich deren Halter, auch wenn er kein Verschulden an dem Unfall trägt (weil der Hund zum Beispiel frei herumstreunt).

Achtung:

  • Ausnahmen von der Gefährdungshaftung gibt es nur, wenn Tiere beruflich gehalten werden oder dem Unterhalt des Besitzers dienen, z.B. also Schutzhunde von Nachtwächtern oder Blindenhunde.
  • Der Halter haftet bei diesen Tieren nur dann, wenn ihm nachgewiesen werden kann, dass er sein Tier nicht ausreichend beaufsichtigt hat.

Marten - der Wildunfall

Ein Wildunfall ist ärgerlich - vor allem wenn das Tier im Auto sitzt! Marten hat eine andere Art des Wildunfalls.