Strafen bei Fahrerflucht

Wer Fahrerflucht begeht, muss mit verschiedenen Strafen rechnen. Hier erfahren Sie, wann Geldstrafen, Punkte in Flensburg oder sogar Freiheitsstrafen drohen und wann die Versicherung bei einem Schaden mit Unfallflucht zahlt. Außerdem erklären wir Ihnen, was genau als Fahrerflucht gilt und wie alle Unfallbeteiligten am besten reagieren sollten.

Schaden mit Fahrerflucht
Auch ein nicht gemeldeter Schaden an einem parkenden Auto ist Fahrerflucht. © gettyimages/yellowsarah

Fahrerflucht gilt als die zweithäufigste Straftat im Straßenverkehr. Wir haben alles Wichtige für Sie zusammengefasst:

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei Fahrerflucht kann entweder eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren drohen. Als Strafe sind auch ein Fahrverbot oder Punkte in Flensburg möglich.

  • Die höchste Strafe gibt es, wenn Personen verletzt oder getötet werden. Dann kann es zu einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren kommen.

  • Sie können innerhalb von 24 Stunden bei der Polizei eine Selbstanzeige aufgeben, wenn Sie Fahrerflucht begangen haben. So können Sie die Strafe mildern.

  • Wer Fahrerflucht begeht und erwischt wird, muss die Kosten für den Schaden selbst bezahlen. Die Kfz-Versicherung übernimmt zwar normalerweise zunächst die Kosten, verlangt sie dann aber vom Täter zurück.

  • Das unerlaubte Verlassen eines Unfallorts verjährt nach fünf Jahren.

Welche Strafen drohen bei Fahrerflucht?

Nach § 142 StGB ist die Strafe für Fahrerflucht entweder eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. Auch Fahrverbot und Punkte in Flensburg sind möglich.

Wer bei einem Parkschaden einfach weiterfährt, riskiert bis zu drei Punkte in Flensburg und ein dreimonatiges Fahrverbot. Wurden Personen verletzt oder sterben sogar, ist eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren möglich.

Wichtig: Entscheidend ist beim Strafmaß immer die Höhe des Schadens. Bei einem Schaden unter 600 Euro ist die Strafe normalerweise am geringsten (Geldstrafe). Bei einem Personenschaden mit Fahrerflucht, bei dem Menschen verletzt werden oder sogar ums Leben kommen, drohen die höchsten Strafen (Freiheitsstrafe).

Übersicht: Strafen bei Fahrerflucht

Wie hoch die Strafe tatsächlich ausfällt, ist immer abhängig vom Umfang des Schadens.

Es gilt: Je größer der Schaden, desto höher ist auch die Strafe. Das heißt aber auch, dass jede Tat einzeln betrachtet werden muss. In der Tabelle unten lassen sich also nur mögliche Strafen zusammenfassen.

Gut zu wissen: Wiederholungstäter von Fahrerflucht müssen mit höheren Strafen rechnen.

In unserer Übersicht sehen Sie, welche Strafen normalerweise bei Fahrerflucht drohen:

Verstoß Geldstrafe Punkte in Flensburg Fahrverbot/Entzug der Fahrerlaubnis Freiheitsstrafe
Verstoß: Sachschaden unter 600 Euro Geldstrafe: Geldauflage (Zahlung an eine gemeinnützige Einrichtung) Punkte in Flensburg: keine Punkte Fahrverbot/Entzug der Fahrerlaubnis: kein Fahrverbot, kein Entzug der Fahrerlaubnis Freiheitsstrafe: keine Freiheitsstrafe
Verstoß: Sachschaden zwischen 600 und 1.300 Euro Geldstrafe: Strafe richtet sich nach der Höhe eines Monatsgehalts Punkte in Flensburg: zwei Punkte Fahrverbot/Entzug der Fahrerlaubnis: maximal drei Monate Fahrverbot Freiheitsstrafe: keine Freiheitsstrafe
Verstoß: Sachschaden über 1.300 Euro Geldstrafe: Geldstrafe, die höher als ein Monatsgehalt ausfallen kann Punkte in Flensburg: drei Punkte Fahrverbot/Entzug der Fahrerlaubnis: Entzug der Fahrerlaubnis Freiheitsstrafe: keine Freiheitsstrafe
Verstoß: Personenschaden durch fahrlässige Körperverletzung Geldstrafe: Geldstrafe oder Freiheitsstrafe Punkte in Flensburg: drei Punkte Fahrverbot/Entzug der Fahrerlaubnis: maximal drei Monate Fahrverbot oder Entzug der Fahrerlaubnis Freiheitsstrafe: Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren
Verstoß: Personenschaden durch fahrlässige Tötung Geldstrafe: Geldstrafe oder Freiheitsstrafe Punkte in Flensburg: drei Punkte Fahrverbot/Entzug der Fahrerlaubnis: Entzug der Fahrerlaubnis Freiheitsstrafe: Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren

Haben Sie einen Unfall mit verletzten Personen verursacht und sind einfach weitergefahren, müssen Sie auch mit einer Strafe wegen unterlassener Hilfeleistung nach § 323 c StGB rechnen. Das kann eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr sein.

Ist es zu dem Unfall gekommen, weil Sie ein Überholverbot oder eine rote Ampel nicht beachtet haben, werden Sie zusätzlich wegen fahrlässiger Körperverletzung nach § 229 StGB bestraft. Gibt es sogar Tote, müssen Sie sich auch wegen fahrlässiger Tötung nach § 222 StGB verantworten. Die Strafen bekommen Sie zur Fahrerflucht obendrauf.

Strafen bei Fahrerflucht
Bei Fahrerflucht nach einem Unfall kann es zu hohen Strafen kommen. © gettyimages/filmfoto

Strafen bei Fahrerflucht in der Probezeit

Jeder Fahranfänger, der gerade erst den Führerschein gemacht hat, hat normalerweise zwei Jahre Probezeit. Verhalten Sie sich in der Zeit nicht korrekt im Straßenverkehr, wird nach sogenannten A- und B-Verstößen unterschieden. Fahrerflucht gehört zu den A-Verstößen. Sie sind die schlimmeren Vergehen.

Ihre Probezeit verlängert sich bei Fahrerflucht zusätzlich zu der normalen Strafe um zwei weitere Jahre. Sie müssen auch an einem Aufbauseminar für Fahranfänger teilnehmen. Die Kosten müssen Sie selbst bezahlen.

Das passiert nach einem Verkehrsdelikt in der Probezeit.
Strafen in der Probezeit und bei Fahrerflucht © iStock/iNueng

Strafe mildern durch Selbstanzeige

Sie können innerhalb von 24 Stunden bei der Polizei eine Selbstanzeige aufgeben, wenn Sie Fahrerflucht begangen haben. Das kann sich positiv auf die Höhe der Strafe auswirken.

Wichtig: Dafür muss der Schaden aber gering sein und die Polizei darf die Ermittlungen noch nicht aufgenommen haben.

Wann verjährt Fahrerflucht?

Das unerlaubte Verlassen eines Unfallorts verjährt nach fünf Jahren. Das bedeutet, dass die Täter nach dem Zeitraum nicht mehr für die Unfallflucht bestraft werden können.

Zahlt die Versicherung bei Fahrerflucht?

Das hängt von Ihrem Versicherungsschutz ab und davon, ob der Täter gefunden wird oder nicht. Im Folgenden erklären wir Ihnen genau, was die Versicherung in welchem Fall zahlt.

Wer zahlt, wenn der Täter gefunden wird?

Normalerweise übernimmt bei einer Fahrerflucht zuerst die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers die Reparaturkosten. Die Versicherung wird die Summe wahrscheinlich später vom Täter zurückfordern. Sie kann maximal 5.000 Euro zurückverlangen.

Das heißt: Wurden Sie Opfer von Fahrerflucht und der Täter wird gefunden, zahlt seine Kfz-Haftpflichtversicherung Ihren Schaden. Die Versicherung des Täters verlangt das Geld dann meist von ihm zurück.

Haben aber Sie selbst Fahrerflucht begangen und wurden erwischt, zahlt auch Ihre Kfz-Haftpflichtversicherung zunächst den Schaden. Auch sie verlangt dann das Geld von Ihnen zurück. Das gilt auch, wenn eine andere Person mit Ihrem Auto gefahren ist. Eine Kfz-Versicherung wird immer für ein Fahrzeug abgeschlossen.

Wurde mit Ihrem Auto Unfallflucht begangen, übernimmt normalerweise auch die Vollkasko den Schaden an Ihrem Fahrzeug nicht. Ihre Versicherung kann Ihnen bei einer Fahrerflucht sogar Ihre Kfz-Versicherung kündigen. Denn das unerlaubte Entfernen vom Unfallort ist ein außerordentlicher Kündigungsgrund.

Geldstrafe bei Fahrerflucht
Wenn Sie nach einem Unfall Fahrerflucht begehen, müssen Sie am Ende die Kosten selbst übernehmen. © gettyimages/jarino47

Wer zahlt, wenn ich Fahrerflucht begangen habe?

Wenn Sie selbst Fahrerflucht begangen haben und erwischt wurden, zahlt Ihre Kfz-Haftpflichtversicherung erst einmal den Schaden, der Dritten entstanden ist. Sie verlangt dann aber später das Geld von Ihnen zurück. Das bedeutet, Sie müssen die Kosten am Ende selbst übernehmen.

Grundsätzlich gilt: Ihre Versicherung kann Ihnen bei einer Fahrerflucht sogar den Versicherungsschutz kündigen. Denn das unerlaubte Entfernen vom Unfallort ist ein außerordentlicher Kündigungsgrund. Außerdem können bei Fahrerflucht Geld- oder Freiheitsstrafen drohen.

Das sollten Sie wissen: Wenn eine andere Person mit Ihrem Auto Fahrerflucht begangen hat, übernimmt Ihre Versicherung (Kfz-Haftpflichtversicherung, Vollkaskoversicherung) erst einmal den Schaden. Denn eine Kfz-Versicherung wird immer für ein Fahrzeug abgeschlossen. Ihre Versicherung wird aber später die Kosten vom Täter zurückfordern.

Wer zahlt, wenn der Täter nicht gefunden wird?

Wird der Täter nicht gefunden, müssen Sie den Schaden wahrscheinlich selbst bezahlen.

Das gilt vor allem, wenn Sie keine Vollkaskoversicherung abgeschlossen haben. Nur sie zahlt auch bei einer unaufgeklärten Fahrerflucht den entstandenen Schaden. Die Teilkaskoversicherung zahlt bei Fahrerflucht nicht.

Das sollten Sie wissen: Der Verein Verkehrsopferhilfe e.V. ist eine Einrichtung der deutschen Autohaftpflichtversicherer. Er hilft Verkehrsopfern bei Unfällen in Deutschland, die nicht vom Versicherer übernommen werden. Das gilt vor allem bei Personenschäden. Bei Fahrerflucht zum Beispiel zahlt die Versicherung Schäden am Auto nur, wenn dabei auch Personen schwer verletzt wurden.

Mann füllt Versicherungsformular aus
Haben Sie eine Vollkaskoversicherung abgeschlossen, wird die Versicherung Ihre Reparaturkosten bei einer Fahrerflucht übernehmen. © gettyimages/Ocskaymark

Was ist Fahrerflucht?

Verursacht jemand mit dem Auto einen Unfall und fährt dann einfach weiter, spricht man laut Gesetz von Fahrerflucht. Eine andere Bezeichnung dafür ist Unfallflucht.

Fahrerflucht ist eine Straftat und in § 142 StGB (Strafgesetzbuch) geregelt. Das Verhalten gilt rechtlich als unerlaubtes Entfernen vom Unfallort. Wer also zum Beispiel ein anderes Auto anfährt (Sachschaden) oder beim Unfall eine Person verletzt (Personenschaden) und dann einfach weiterfährt, dem droht eine Strafe für Unfallflucht (strafrechtliche Folgen).

Als Fahrerflucht bezeichnet man aber auch, wenn jemand den Unfallort verlässt, der den Unfall aber nicht selbst verursacht hat. Jeder, der am Unfall beteiligt ist (jeder Unfallbeteiligte), kann also Fahrerflucht begehen.

Was gilt nicht als Fahrerflucht?

Es gibt aber auch Situationen, in denen Sie sich als Unfallbeteiligter vom Unfallort entfernen müssen. Es gilt deshalb nicht als Fahrerflucht, wenn

  • Sie den Unfallort verlassen, um den Schaden beim nächsten Polizeirevier zu melden.

  • Sie verletzt sind und Hilfe brauchen. Das gilt auch, wenn Sie einen Verletzten versorgen müssen.

  • Sie gefährliche Gegenstände von der Straße entfernen müssen.

  • Sie nur Ihr eigenes Fahrzeug beschädigt haben.

  • Sie ein Straßenschild oder eine Leitplanke angefahren haben. In dem Fall müssen Sie sich aber trotzdem bei der Polizei melden.

Fahrerflucht mit Sachschaden

Wird bei einem Unfall eine Sache beschädigt (zum Beispiel ein Auto), spricht man von einem Sachschaden. Schon ein nicht gemeldeter Kratzer an einem parkenden Auto gilt als Unfallflucht und wird strafrechtlich verfolgt.

Fahrerflucht bei Bagatellschäden

Streifen Sie zum Beispiel beim Ausparken ein fremdes Auto, spricht man von einem sogenannten Bagatellschaden. Das Wort Bagatelle bedeutet Kleinigkeit im Französischen. Ein Bagatellschaden ist also ein kleiner, oberflächlicher Schaden am Fahrzeug. Dazu zählen zum Beispiel Blechschäden wie Kratzer oder Beulen. Der Schaden darf in diesem Fall normalerweise nicht höher als 700 Euro sein.

Fahrerflucht bei Wildschäden

Fahren Sie bei einem Wildunfall einfach weiter, gilt das nicht als Fahrerflucht. Sie müssen den Vorfall aber trotzdem bei der Polizei oder einem Förster melden. Sonst kann es sein, dass Ihre Versicherung den Wildschaden nicht bezahlt. Nach dem Jagd- oder Tierschutzgesetz müssen Sie mit einer Geldstrafe zwischen 5.000 und 50.0000 Euro rechnen.

Fahrerflucht bei Haustieren

Fahrerflucht bei Haustieren wie der Katze
Fahren Sie eine Katze oder einen Hund an, sollten Sie sofort anhalten und die Polizei rufen. © gettyimages/Maren Winter

Haben Sie eine Katze oder einen Hund überfahren, gilt das aus rechtlicher Sicht normalerweise als Sachschaden. Denn Haustiere behandelt das Gesetz als Sache. Für Schäden von Haustieren im Straßenverkehr gelten aber besondere Regelungen.

Denn: Haustiere haben immer einen Besitzer, der sich um sie kümmern muss. Der Halter des Tiers muss außerdem dafür zu sorgen, dass sein Haustier keine Gefahr für andere Personen darstellt. Kommt es im Straßenverkehr zu einem Unfall mit dem Haustier, hat der Halter seine Pflicht verletzt.

Daher gilt: Wurde ein Hund oder eine Katze überfahren, kommt keine Fahrerflucht infrage. Auch ein Recht auf Entschädigung hat der Halter des Haustieres deshalb nicht. Er gilt als verantwortlich und muss den entstandenen Schaden an Ihrem Auto zahlen. Nur wenn er eine Haustierversicherung hat, übernimmt sie normalerweise die Kosten.

Trotzdem kann es zu einer Strafe kommen, wenn Sie das verletzte Tier auf der Straße liegen lassen: Es kann zum Beispiel ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorliegen, wenn der Hund oder die Katze dadurch unnötig leidet. Bei Tierquälerei kann ein Bußgeld von bis zu 5.000 Euro fällig werden.

Wichtig: Fahren Sie ein Haustier an, rufen Sie am besten die Polizei oder einen Tiernotdienst.

Fahrerflucht mit Personenschaden

Verursachen Sie einen Verkehrsunfall, bei dem Personen verletzt werden, und fahren einfach weiter, ist das auch Fahrerflucht. Sie müssen aber mit viel höheren Strafen (Freiheitsstrafe, Gefängnis) rechnen.

Neben der Fahrerflucht kann Ihnen auch unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen werden. Denn: Sie sind grundsätzlich verpflichtet, verletzten Personen am Unfallort zu helfen und Erste-Hilfe zu leisten.

Autounfall mit zerbrochenem Glas
Bei einem Unfall sollten Sie immer nachschauen, ob Personen verletzt sind und Erste Hilfe leisten. © gettyimages/Berezko

Sonderfall: Unbemerkte Fahrerflucht

Sind Sie zum Beispiel mit lauter Musik oder Kopfhörern im Straßenverkehr unterwegs, merken Sie vielleicht gar nicht, dass Sie ein anderes Auto angefahren haben. Haben Sie den Unfall wirklich nicht wahrgenommen, ist das erst einmal keine klassische Fahrerflucht, sondern eine unbemerkte Fahrerflucht.

Gibt es aber eine Anzeige durch einen Unfallzeugen, der Ihr Kennzeichen aufgeschrieben hat, prüft das Gericht, ob das wirklich eine unbemerkte Fahrerflucht war. Meist wird ein Unfallgutachten von einem Kfz-Sachverständigen erstellt.

Bei einer unbemerkten Fahrerflucht ist vor allem entscheidend, wie schwer der Schaden ist. Das bedeutet: Kann der Blechschaden nur durch einen heftigen Zusammenstoß entstanden sein, hätten Sie das normalerweise merken müssen. Ist der Schaden höher als 700 Euro (Bagatellgrenze), wird davon ausgegangen, dass Sie den Unfall auch wahrgenommen haben.

Wird nachgewiesen, dass Sie von dem Zusammenstoß wirklich nichts mitbekommen haben, werden Sie freigesprochen. Beschließt das Gericht aber, dass Sie den Unfallort unerlaubt verlassen haben, müssen Sie mit einer Strafe wegen Fahrerflucht rechnen.

Das sollten Sie wissen: Auch wenn keine sichtbaren Spuren an einem fremden Auto entstanden sind, dürfen Sie nicht einfach weiterfahren. Offiziell spricht man von Fahrerflucht normalerweise erst ab einem Schaden in Höhe von 50 Euro. Kratzer oder Beulen bemerkt man aber oft erst später, zum Beispiel wenn der Vorfall nachts passiert ist.

Fahrerflucht: Was tun?

Haben Sie selbst einen Unfall verursacht, müssen Sie am Unfallort bleiben, um keine Fahrerflucht zu begehen. Bemerken Sie Schäden an Ihrem Auto und vermuten Fahrerflucht, sollten Sie die Polizei informieren.

Wie verhalte ich mich richtig?

Haben Sie einen Unfall verursacht, müssen Sie sofort anhalten und aussteigen. Sind Personen verletzt, müssen Sie Erste Hilfe leisten und die Polizei informieren. Sonst machen Sie sich strafbar.

Haben Sie zum Beispiel auf einem Parkplatz ein Auto beschädigt, informieren Sie so schnell wie möglich den Fahrzeughalter. Ein Zettel mit Ihren Kontaktdaten unter dem Scheibenwischer reicht nicht aus. Er könnte bei Wind wegfliegen oder bei Regen nicht mehr lesbar sein.

Personenschaden bei einem Unfall
Wenn Sie einen Unfall verursacht haben, sollten Sie immer sofort anhalten, aussteigen und verletzte Personen versorgen. © gettyimages/GregorBister

Wie lange muss ich warten?

Um keine Unfallflucht zu begehen, sollten Sie circa 20 bis 60 Minuten (angemessene Wartezeit) am Unfallort bleiben. Wenn eine Parkuhr im beschädigten Auto ist, müssen Sie die maximale Parkdauer abwarten.

Grundsätzlich hängt die Wartezeit auch von den Umständen ab. Haben Sie zum Beispiel in der Nacht ein Fahrzeug auf einem Parkplatz angefahren, ist es eher unwahrscheinlich, dass der Besitzer bald auftaucht.

Können Sie den Fahrzeughalter nicht ausfindig machen, informieren Sie direkt die Polizei. Dafür sollten Sie das Kfz-Kennzeichen, die Marke, den Fahrzeugtyp und die Farbe des beschädigten Autos notieren.

Was tun, wenn andere Fahrerflucht begehen?

Bemerken Sie an Ihrem Auto Kratzer oder Beulen, sollten Sie noch am Unfallort Fotos von dem Schaden machen. Danach informieren Sie so schnell wie möglich die Polizei.

Dort können Sie eine Anzeige gegen Unbekannt aufgeben. Das ist vor allem für Ihren Versicherungsschutz wichtig, falls der Täter später nicht gefunden wird.

Die Polizei prüft als erstes, ob sich der Täter schon gemeldet und eine Selbstanzeige aufgegeben hat. Ist das nicht der Fall, wird die Unfallflucht strafrechtlich verfolgt. Es wird nach dem Täter gesucht.

Grundsätzlich wird die Polizei versuchen, Zeugen zu finden, die den Unfall beobachtet haben. Hier können Sie sich auch selbst umhören. Es kann sich lohnen, zum Beispiel bei der Bäckerei oder dem Friseur beim Unfallort nachzufragen.

Außerdem sollten Sie Ihr Fahrzeug in einer Kfz-Werkstatt untersuchen und sich ein Schadengutachten ausstellen lassen. So können Sie bei Ihrer Versicherung nachweisen, dass Sie nicht selbst für den Schaden verantwortlich sind. In manchen Fällen brauchen Sie noch ein Unfallgutachten und einen Rechtsanwalt.

Polizeiruf nach Unfall mit Fahrerflucht
Wenn Sie einen Schaden an Ihrem Auto bemerken, sollten Sie Fotos machen und die Polizei informieren. © gettyimages/ipopba

Richtig handeln statt weiterfahren

Fahrerflucht ist eine Straftat, die schlimme Folgen haben kann. Sie sollten immer vorausschauend fahren und im Falle eines Unfalls sofort anhalten. Schauen Sie nach, ob Personen verletzt sind und leisten Sie im Zweifel Erste Hilfe. Beachten Sie, dass auch ein Parkschaden unangenehme Folgen haben kann.

Mit welcher Strafe Sie bei Fahrerflucht rechnen müssen, hängt immer davon ab, wie schwer der Unfall und wie hoch der entstandene Schaden ist. Bei Fahrerflucht in der Probezeit kommt eine zweijährige Verlängerung der Probezeit dazu.

Sollten Sie an Ihrem eigenen Auto Kratzer oder Beulen bemerken, informieren Sie am besten so schnell wie möglich die Polizei. Dort können Sie eine Anzeige gegen Unbekannt wegen Unfallflucht aufgeben.

Wir wünschen Ihnen allzeit gute Fahrt! Ihre AllSecur

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