Nutzungsausfallentschädigung

Wenn Ihr Auto durch einen Unfall, den Sie nicht verschuldet haben, beschädigt wird, haben Sie Anspruch auf eine Nutzungsausfallentschädigung. Wir erklären Ihnen genau, wann Sie im Sinne der Versicherung einen Nutzungsausfall haben, wie Sie die Nutzungsausfallentschädigung beantragen (plus Musterbrief) und wie viel Geld Ihnen zusteht.

Auffahrunfall
Die Nutzungsausfallentschädigung erhalten Sie nach einem Unfall, wenn Sie keine Schuld tragen. © gettyimages/RobertCrum

Eine Nutzungsausfallentschädigung erhalten Sie, wenn Ihr Fahrzeug bei einem Unfall, an dem Sie nicht schuld sind, so stark beschädigt wurde, dass Sie nicht mehr damit fahren können. Wie Sie die Entschädigung erhalten, wie lange sie gültig ist und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, erklären wir Ihnen im Folgenden.

Gerne können Sie auch einfach direkt unseren Musterbrief für die Nutzungsausfallentschädigung herunterladen und ausdrucken.

Was bedeutet Nutzungsausfallentschädigung?

Wenn Ihr Auto bei einem Unfall beschädigt wird und Sie nicht schuld daran sind, steht Ihnen eine Nutzungsausfallentschädigung zu. Sie werden dafür entschädigt, dass Sie vorerst kein Auto mehr zur Verfügung haben und deswegen zum Beispiel öffentliche Verkehrsmittel nutzen müssen.

Die Höhe der Entschädigung, die Sie erhalten, ist in der Nutzungsausfalltabelle geregelt. Was genau das ist, erklären wir Ihnen gleich.

Wer bezahlt die Nutzungsausfallentschädigung?

Die Entschädigung, die Sie für den Ausfall Ihres Autos erhalten, wird von der Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers bezahlt.

Wann erhalte ich eine Nutzungsausfallentschädigung?

Beschädigtes Auto als Symbolbild für Nutzungsausfallentschädigung
Wenn Sie Ihr Auto wegen eines Schadens nicht mehr nutzen können, besteht ein Nutzungsausfall. © gettyimages/CHRISsadowski

Damit Sie eine Nutzungsausfallentschädigung bekommen, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Die wichtigsten Grundlagen sind:

  • Sie sind nicht der Unfallverursacher und haben keine Teilschuld am Unfall.

  • Ihr Fahrzeug ist so stark beschädigt, dass Sie es nicht mehr fahren können.

  • Sie würden das Fahrzeug auch nutzen, wenn es nicht kaputt wäre (= Nutzungswille).

  • Sie könnten das Fahrzeug nutzen, wäre es nicht beschädigt (= Nutzungsmöglichkeit).

Das bedeutet Nutzungswille:

Sie müssen beweisen, dass Sie das Fahrzeug auch wirklich nutzen würden, wenn es nicht beschädigt wäre. Argumente dafür sind zum Beispiel der Weg in die Arbeit, die Fahrt in einen gebuchten Urlaub oder der Transport Ihrer Kinder.

Das bedeutet Nutzungsmöglichkeit:

Sie müssen außerdem beweisen, dass Sie das Fahrzeug auch nutzen könnten. Wenn Sie zum Beispiel nach dem Unfall im Krankenhaus liegen, durch eine Verletzung nicht mehr Autofahren können oder im Urlaub sind, liegt die Nutzungsmöglichkeit nicht vor. Eine Ausnahme besteht aber dann, wenn das Fahrzeug von einem Verwandten oder einem anderen Dritten regelmäßig genutzt wird, der nicht darauf verzichten kann: zum Beispiel von Ihrer Tochter für den Schulweg oder Sie teilen sich das Auto mit Ihrem Partner.

Fahrzeuge, auf die im Alltag verzichtet werden kann, sind von der Nutzungsausfallentschädigung ausgeschlossen. Das sind zum Beispiel Freizeitfahrzeuge wie Quads oder Wohnmobile (außer, der Urlaub damit ist schon gebucht).

Erhalte ich auch eine Entschädigung bei einem Totalschaden?

Ja, für den Zeitraum, den Sie benötigen, um sich ein neues Auto zu kaufen. Zum Beispiel, wenn das neue Auto erst geliefert werden muss. Den festgelegten Zeitraum sollten Sie sich vom Verkäufer unbedingt schriftlich bestätigen lassen, damit Sie die Daten bei der Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers einreichen können.

Wenn Sie einen Totalschaden nach einem Unfall haben, müssen Sie sich außerdem darum kümmern, dass Ihr Auto verschrottet wird. In unserem Ratgeber „Auto verschrotten: Kosten & Entsorgung“ erklären wir Ihnen ganz genau, was Sie dazu wissen müssen.

Wie lange wird die Entschädigung gezahlt?

Kalender
Die Nutzungsausfallentschädigung erhalten Sie für die Dauer der Reparatur, aber nur maximal 14 Tage. © gettyimages/tuivespa

Wie lange Sie eine Nutzungsausfallentschädigung bekommen, ist rechtlich nicht festgelegt. Grundsätzlich wird nur für die Dauer der Reparatur gezahlt. Versicherungen übernehmen die Kosten aber normalerweise nicht länger als 14 Tage ab dem Tag des Unfalls.

Deshalb ist es wichtig, dass Sie die Reparatur so schnell wie möglich durchführen lassen. Das beweist der Versicherung außerdem, dass eindeutig ein Nutzungswille besteht.

Erhalte ich eine Entschädigung trotz Zweitwagen?

Nein, wenn Sie einen Zweitwagen besitzen, erhalten Sie normalerweise keine Entschädigung. Eine Ausnahme besteht nur dann, wenn Ihr Zweitwagen von einem Angehörigen gefahren wird und Sie das Fahrzeug deshalb nicht selbst nutzen können (zum Beispiel von Ihrem Partner für den täglichen Arbeitsweg). Oder wenn Sie Ihren Zweitwagen nicht wie das Erstfahrzeug nutzen können.

Beispiel: Wenn Ihr Zweitauto ein Smart mit nur zwei Sitzen ist, Sie aber mehrere Kinder haben, die Sie transportieren müssen. Ist Ihr beschädigtes Auto also ein großer Familienwagen, haben Sie in dem Fall Anspruch auf die Nutzungsausfallentschädigung.

Gibt es eine Entschädigung für Motorrad & Wohnmobil?

Beschädigtes Motorrad am Boden als Symbolbild für Nutzungsausfallentschädigung
Für Freizeitfahrzeuge erhalten Sie normalerweise keine Nutzungsausfallentschädigung. © gettyimages/deepblue4you

Nein, normalerweise erhalten Sie für sogenannte Freizeitfahrzeuge keine Nutzungsausfallentschädigung. Wenn Sie allerdings kein Auto, sondern nur das Motorrad besitzen und es auch zum Beispiel täglich für den Weg in die Arbeit nutzen, haben Sie Anspruch auf den Ausgleich.

Bei Wohnmobilen bekommen Sie nur dann eine Entschädigung, wenn Sie zum Beispiel einen Campingplatz gebucht haben und deshalb auf Ihr Wohnmobil angewiesen sind.

Nutzungsausfalltabelle: Wie viel Geld steht mir genau zu?

Wie viel Geld Ihnen zusteht, ist in der Nutzungsausfalltabelle festgehalten. Sie stammt aus dem Jahr 1966 und wird auch EurotaxSchwacke genannt.

In der Tabelle werden verschiedene Fahrzeugtypen unterschiedlichen Gruppen zugeteilt. Unter anderem nach Modell, Hubraum, Ausstattung und Alter. Für jede Gruppe ist eine andere Entschädigungshöhe (pro Tag) festgelegt. Die Tagessätze liegen zwischen 23 Euro und 175 Euro. Ein teureres Auto (Porsche Panamera: 90-175 Euro, Mercedes-Benz A-Klasse: 20-50 Euro) erhält so zum Beispiel eine höhere Entschädigung.

Insgesamt enthält die Tabelle elf Gruppen (A bis L) mit circa 38.000 Fahrzeugmodellen.

Nutzungsausfalltabelle Auto
Je nach Gruppe erhalten Sie eine tägliche Entschädigung zwischen 23 Euro und 175 Euro. © AllSecur

Die Entwickler der Tabelle empfehlen, dass Autos, die älter als fünf Jahre sind, eine Gruppe zurückgestuft werden. Autos, die älter als zehn Jahre sind, zwei Gruppen. In welche Gruppe Ihr Auto letztlich eingeteilt wird, entscheidet ein unabhängiger Gutachter.

Für Motorräder gibt es eine extra Tabelle. Hier reichen die Tagessätze von 10 Euro bis 65 Euro pro Tag.

Nutzungsausfalltabelle Motorrad
Motorräder werden je nach Motorleistung in eine Gruppe von 1 bis 9 eingeteilt. © AllSecur

Ersatzwagen oder Nutzungsausfallentschädigung?

Schlüsselübergabe Ersatzwagen
Wenn die Schuldfrage nicht zweifellos geklärt ist, sollten Sie auf einen Ersatzwagen verzichten. © gettyimages/ljubaphoto

Wenn Sie Ihr Auto nach einem Unfall nicht mehr nutzen können, wird Ihnen grundsätzlich zuerst ein kostenloser Ersatzwagen angeboten. Das Fahrzeug wird normalerweise von der Versicherung des Unfallverursachers bezahlt. Aber: Nur wenn Sie den Ersatzwagen ablehnen, können Sie eine Nutzungsausfallentschädigung beantragen.

Warum ist das sinnvoll? Wenn sich herausstellt, dass Sie doch Mitschuld am Unfall tragen, müssen Sie einen Teil der Mietwagenkosten selbst bezahlen. Die Nutzungsausfallentschädigung dagegen wird nur um den Schuldanteil gekürzt. Das bedeutet, Sie bekommen einfach nur weniger Geld.

Der Vorteil der Nutzungsausfallentschädigung gegenüber einem Ersatzwagen ist also, dass Sie nicht riskieren, auf den Kosten für den Mietwagen sitzen zu bleiben, sondern einfach weniger Geld erhalten.

Wie beantrage ich die Nutzungsausfallentschädigung?

Hände am Laptop als Symbolbild für Nutzungsausfallentschädigungsantrag
Die Nutzungsausfallentschädigung können Sie ganz einfach selbst formulieren. Wir helfen Ihnen dabei! © gettyimages/golubovy

Wenn Sie einen Ersatzwagen ablehnen, können Sie die Nutzungsausfallentschädigung beantragen.

Den Antrag müssen Sie bei der Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers einreichen. Dazu können Sie einen selbstformulierten Brief an die Versicherung schicken. Wenn Sie sich unsicher sind, können Sie auch einen Anwalt für Verkehrsrecht beauftragen, die Nutzungsausfallentschädigung einzufordern. Das kann aber mit weiteren Kosten verbunden sein.

Gerne können Sie auch einfach unseren Musterbrief für die Nutzungsausfallentschädigung verwenden.

Wenn Sie den Brief selbst schreiben, sollten Sie darauf achten, dass folgende Angaben enthalten sind:

  • Angaben zu Ihrer Person (Name, Adresse, Geburtsdatum)

  • Angaben zu Ihrem Fahrzeug (Alter, Marke, Ausstattung)

  • Unfallzeitpunkt

  • Höhe der Nutzungsausfallentschädigung laut der EurotaxSchwacke Tabelle (wird durch einen Gutachter bestimmt)

  • Nutzungswille

  • Nutzungsmöglichkeit

  • Angaben zu Ihrer Bankverbindung, auf die die Nutzungsausfallentschädigung überwiesen werden soll

Rundum abgesichert

Eine Nutzungsausfallentschädigung nach einem Unfall erhalten Sie immer dann, wenn Sie auf einen Ersatzwagen verzichten möchten, das Auto auch wirklich nutzen und in Ihrem Alltag nicht darauf verzichten können.

Wichtig ist, dass Sie nur dann Anspruch auf die Entschädigung haben, wenn Sie selbst nicht schuld am Unfall sind.

Wenn Sie selbst der Unfallverursacher sind, ist es wichtig, dass Sie für einen Schadenfall gut abgesichert sind. Die Kfz-Versicherung der AllSecur kommt nicht nur für eine Nutzungsausfallentschädigung Ihres Unfallgegners auf, sondern auch für den entstandenen Schaden an seinem Auto.

Wir wünschen Ihnen allzeit gute Fahrt! Ihre AllSecur

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