Überschwemmungen durch Starkregen © shutterstock.com/shcherbinator

600 Mio. Euro Schaden durch Unwetter „Paul" und „Rasmund"

Die schweren Regenfälle zwischen Ende Juni und Anfang Juli kosten die deutschen Versicherer mehr als eine halbe Milliarde Euro, teilte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mit. Keine guten Aussichten: Starkregen werden in Zukunft noch mehr Schäden anrichten.

Als Tief „Rasmund" über Berlin und Brandenburg zog, regnete es mehr als 200 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden. "Paul" brachte ähnlich schwere Regenfälle nach Hamburg, Berlin, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Im Vergleich: Normalerweise regnet es in Deutschland knapp 800 Liter auf den Quadratmeter – pro Jahr. Der Regen ging, was blieb war eine Spur der Verwüstung und jede Menge Schäden an Häusern und Autos. Glück im Unglück hatten betroffene Autobesitzer mit Kaskoversicherung, Ihnen zahlt die Versicherung den Schaden wegen Hochwasser. 300 Millionen Euro müssen Kfz-Versicherer für kaskoversicherte Autos bezahlen, die von „Rasmund" und „Paul" beschädigt wurden.

Starkregen über Deutschland

Das Jahrhundert-Hochwasser 2013. Die Flutkatastrophe im Jahr 2002. 312 Liter Regen pro Quadratmeter wurden beim Augusthochwasser 2010 in 24 Stunden gemessen. Starke Niederschläge mit katastrophalen Auswirkungen sind in Deutschland längst keine Ausnahme mehr. Starkregen ist eine Naturgewalt, die nicht aufzuhalten ist und in kürzester Zeit ganze Regionen durch Überschwemmungen und Schlammwellen verwüstet. Auch Unwetter mit Hagel werden häufiger und heftiger.

In 50 Jahren doppelt so viele Schäden durch Starkregen

Starkniederschläge werden in Zukunft noch häufiger vorkommen. „Schlimme Hochwasser, wie wir sie in der Vergangenheit alle 50 Jahre erlebten, können künftig alle 25 Jahre – wenn nicht häufiger – auftreten." so Dr. Hattermann im GDV-Naturgefahrenreport.
Im GDV-Naturgefahrenreport aus dem Jahr 2013 steht auch, dass die Schäden durch Flussüberschwemmungen und Sturzfluten in den nächsten 50 bis 80 Jahren auf mehr als das Doppelte ansteigen. Eine Verdreifachung der Hochwasserschäden an Gebäuden, Straßen und Autos ist laut Experten möglich. Grund ist der Klimawandel und der damit verbundene Temperaturanstieg. Mit jedem Grad Celsius Lufterwärmung kann die Luft rund 7 % mehr Wasserdampf aufnehmen. Treffen die immer wärmeren Luftmassen auf deutlich kältere, entstehen extreme Niederschläge.

Die extremsten Starkregen in Deutschland

  • Zinnewald (2002) in 24 Stunden: 312 Liter/m3
  • Münster (2014) in 7 Stunden: 292 Liter/m3
  • Berlin (2017) in 24 Stunden: ca 200 Liter/m3
  • Füssen (1920) in 8 Minuten: 126 Liter/m3
  • Vergleich deutschlandweit pro Jahr: 789 Liter/m3

Quelle: gdv.de

02.08.2017 · München · von Anja Reinhardt · für AllSecur