Was ist eine Ausfalldeckung?

Ein Bekannter hat versehentlich Ihren Laptop fallen lassen, aber er hat keine Privathaftpflichtversicherung abgeschlossen und kein Geld? Das ist ärgerlich. Damit Sie nicht auf den Kosten sitzen bleiben, hilft nur eine Ausfalldeckung. Was das genau ist und was Sie bei dem Abschluss einer Ausfalldeckung beachten müssen, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Mann mit leeren Hosentaschen
Mit der Ausfalldeckung bleiben Sie nicht auf Ihrem Schaden sitzen. © gettyimages/jpkirakun

Sind Sie in Ihren Versicherungsunterlagen über den Begriff Ausfalldeckung gestolpert und fragen sich, was es damit auf sich hat? Wir klären auf:

Definition: Was ist eine Ausfalldeckung?

Mit der Ausfalldeckung, auch Forderungsausfalldeckung genannt, sind Sie abgesichert, falls Ihnen eine andere Person einen Schaden (Personen- oder Sachschaden) zufügt und

  • der Schadensverursacher kein Geld und

  • keine Privathaftpflichtversicherung besitzt.

Damit Sie Ihren Schaden nicht selbst bezahlen müssen, übernimmt die Ausfalldeckung Ihrer eigenen Privathaftpflichtversicherung die Kosten.

Kurz gesagt: Wenn Ihnen ein Schaden entstanden ist, den Ihnen eine andere Person ersetzen müsste, das aber nicht kann, zahlt Ihre eigene Privathaftpflichtversicherung.

Damit ist die Ausfalldeckung ein besonderer Fall der Privathaftpflichtversicherung. Denn normalerweise zahlt Ihre Haftpflicht die Schäden, die Sie bei anderen verursacht haben. Bei der Ausfalldeckung übernimmt Ihre Versicherung aber einen Schaden, den Ihnen eine andere Person zugefügt hat, weil die Gegenseite nicht zahlen kann.

Erklärung Personenschaden: Ein Personenschaden ist eine Verletzung durch einen Unfall, zum Beispiel wenn Sie hinfallen, weil jemand vor seinem Haus keinen Schnee geräumt hat. Die Kosten für die ärztliche Behandlung und Reha muss der Hausbesitzer tragen. Kann er nicht zahlen und hat keine Privathaftpflichtversicherung, greift die Ausfalldeckung.

Erklärung Sachschaden: Ein Sachschaden ist ein Schaden, bei dem ein Gegenstand kaputt gegangen ist, zum Beispiel eine wertvolle antike Vase. Wenn die Vase Ihnen gehört hat, aber eine andere Person sie fallen gelassen hat, muss derjenige für den Schaden zahlen oder seine Privathaftpflicht übernimmt die Kosten. Ist das nicht möglich, können Sie die Ausfalldeckung in Anspruch nehmen.

Um Geld kämpfen
Kann Ihr Gegenüber den Schaden nicht zahlen? Dann ist es gut, wenn Sie eine Ausfalldeckung haben. © gettyimages/BernardaSv

Das sollten Sie wissen: Die Ausfalldeckung ist ein Baustein der Privathaftpflichtversicherung, der meistens nicht im regulären Versicherungsschutz enthalten ist. Bei der Privathaftpflichtversicherung der AllSecur besteht die Forderungsausfalldeckung im Komfort- und Premiumtarif.

Was ist ein Fall für die Ausfalldeckung?

Damit Sie sich besser vorstellen können, wie die Ausfalldeckung funktioniert, haben wir für Sie ein Beispiel aus dem Leben:

Ein Fußgänger achtet nicht auf den Straßenverkehr, weil er in sein Handy vertieft ist. Der Fußgänger läuft deshalb bei Rot über die Ampel und übersieht ein Auto, das schnell näherkommt. Der Fahrer des Fahrzeugs weicht im letzten Moment aus, aber prallt mit seinem Auto gegen einen Baum. Dabei entsteht nicht nur ein hoher Sachschaden, sondern der Fahrer verletzt sich auch leicht.

Fußgängerin mit Smartphone
Übersieht der Fußgänger die rote Ampel, haftet seine Privathaftpflichtversicherung. © gettyimages/olaser

Normalerweise ist das ein klassischer Fall für die Privathaftpflichtversicherung des Fußgängers, der den Unfall verursacht hat. Das heißt: der Fußgänger meldet den Schaden seiner Versicherung und der Autofahrer bekommt das Geld für die Autoreparatur und die Reha-Maßnahmen von der privaten Haftpflicht des Fußgängers.

Aber: Hat der Fußgänger keine Privathaftpflichtversicherung und kann den Schaden auch so nicht begleichen, bleibt der Autofahrer auf den Kosten sitzen. Hat der Autofahrer aber mit seiner Versicherung eine Ausfalldeckung vereinbart, kann er den Schaden melden und bekommt das Geld von seiner eigenen Privathaftpflichtversicherung.

Das sollten Sie wissen: Um Anspruch auf die Ausfalldeckung zu haben, muss der Autofahrer nachweisen, dass der Fußgänger nicht zahlungsfähig ist. Dazu ist ein Gerichtsverfahren notwendig, in dem zum Beispiel festgehalten wird, dass der Fußgänger insolvent ist oder nur einen Teil der geforderten Summe bezahlen kann. Manchmal ist auch eine Zwangsvollstreckung notwendig, um zumindest einen kleinen Teil der Forderungssumme zu bekommen. Dadurch kann der Prozess sehr langwierig sein.

Hat der Autofahrer nachgewiesen, dass der Fußgänger nicht für die Kosten aufkommen kann, bekommt er das Geld für den entstandenen Schaden von seiner Privathaftpflichtversicherung, wenn er eine Ausfalldeckung abgeschlossen hat.

Übrigens: Die Forderungsausfalldeckung der Privathaftpflichtversicherung greift oft erst bei einer Mindestschadenhöhe.

Wann greift die Ausfalldeckung?

Schäden durch Handwerker
Schäden durch Handwerker sind kein Fall für die Ausfalldeckung. © gettyimages/Portra

Damit die Ausfalldeckung Ihrer Privathaftpflichtversicherung den Schaden übernimmt, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein:

  • Der Schaden ist ein Fall für die Privathaftpflichtversicherung: Die Forderungsausfalldeckung greift nur bei Schadensfällen für die Privathaftpflichtversicherung. Das sind Personen- und Sachschäden. Ein klassischer Autounfall wäre zum Beispiel ein Fall für die Kfz-Haftpflichtversicherung. Dann tritt die Ausfalldeckung nicht in Kraft.

  • Sie weisen die Zahlungsunfähigkeit nach: Damit die Versicherung sicher gehen kann, dass Ihr Anspruch berechtigt ist, müssen Sie belegen, dass der Schadenverursacher nicht für die Kosten aufkommen kann und eine Zwangsvollstreckung, ein Konkurs-, Vergleichs- oder Insolvenzverfahren erfolglos war. Dazu ist ein rechtskräftiges Urteil von einem deutschen oder europäischen Gericht notwendig.

  • Der Schaden wurde im Geltungsbereich verursacht: Damit Ihre Privathaftpflicht die entstandenen Kosten übernimmt, muss der Schaden an einem Ort verursacht worden sein, den Ihre Versicherung abdeckt. Zum Beispiel gelten manche Versicherungen nur in Deutschland oder dem europäischen Ausland. Mit der Privathaftpflichtversicherung der AllSecur sind Sie bis zu fünf Jahre auch weltweit abgesichert.

  • Es war kein Vorsatz: Die Ausfalldeckung können Sie nur dann in Anspruch nehmen, wenn Ihnen der Schaden nicht absichtlich zugefügt wurde. Ansonsten entscheidet das Gericht, das den Fall bearbeitet, über Schadenersatzforderungen.

  • Die Mindestschadenhöhe ist erreicht: Viele Versicherungen zahlen erst ab einer gewissen Schadenssumme.

  • Der Schaden ist nicht durch eine gewerbliche Tätigkeit entstanden: Die Ausfalldeckung gilt nur für Schäden im privaten Bereich. Wenn Sie zum Beispiel einen Handwerker bestellen und er in Ihrer Wohnung etwas kaputt macht, ist das kein Fall für die Privathaftpflichtversicherung, sondern für die Betriebshaftpflichtversicherung des Handwerkers.

Das sollten Sie wissen: Die Versicherung bezahlt bis zur Höhe der vereinbarten Versicherungssumme. Liegt der Schaden zum Beispiel bei sechs Millionen Euro, Sie haben aber nur eine Versicherung mit der Versicherungssumme von fünf Millionen Euro abgeschlossen, müssen Sie eine Million Euro selbst übernehmen.

Was muss ich beim Abschluss beachten?

Manche Privathaftpflichtversicherungen enthalten eine Ausfalldeckung, bei anderen muss dieser Baustein zusätzlich abgeschlossen werden. In dem Fall lohnt es sich also, genauer hinzusehen.

Frau steigt in Flugzeug.
Eine gute Versicherung mit Forderungsausfalldeckung ist weltweit gültig. © gettyimages/VladTeodor

Die Ausfalldeckung sollte

  • weltweit gelten.

  • eine geringe Mindestschadenhöhe voraussetzen.

  • eine angemessene Versicherungssumme von mindestens einer Million Euro abdecken.

Gut zu wissen: Eine sinnvolle Ergänzung zur Ausfalldeckung kann außerdem eine Rechtsschutzversicherung sein, die die Kosten für das Gerichtsverfahren übernimmt.

Wann ist eine Ausfalldeckung sinnvoll?

15 Prozent aller Haushalte haben keine Privathaftpflichtversicherung. Dabei sind es laut Statistik oft die Haushalte mit geringem Einkommen, die keine Privathaftpflicht abschließen. Was bedeutet das für Sie? Wenn der Schadensverursacher keine private Haftpflichtversicherung hat, ist es sehr wahrscheinlich, dass er auch sonst nicht für den Schaden zahlen kann. In einem solchen Fall lohnt sich eine Ausfalldeckung für Sie.

In vielen erweiterten Tarifen der Versicherer ist eine Ausfalldeckung oft schon enthalten, zum Beispiel beim Komfort- und Premiumtarif der AllSecur. Sie haben daher keine zusätzlichen Kosten für die Ausfalldeckung und sind im Notfall bestens abgesichert.

Prüfen Sie alte Verträge!

Eine Ausfalldeckung übernimmt Ihren Schaden, wenn der Verursacher nicht zahlen kann. Das lohnt sich normalerweise für Sie und ist in den meisten erweiterten Verträgen schon inklusive.

Bei älteren Verträgen sollten Sie nochmal genauer hinsehen. Dort ist oft noch keine Forderungsausfalldeckung enthalten. Ein Versicherungswechsel kann in einem solchen Fall sinnvoll sein.

Passen Sie gut auf sich auf! Ihre AllSecur

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