Was ist ein Vermögensschaden?

Ein nicht ganz durchdachter finanzieller Ratschlag und schon ist es passiert: Jemand setzt Ihren Rat in die Tat um und verliert dabei sein Vermögen. Damit Sie nicht selbst dafür aufkommen müssen, gibt es die Vermögensschadenhaftpflicht. Doch was genau ist ein Vermögensschaden? Und wieso unterscheidet man zwischen echten und unechten Vermögensschäden? Wir klären auf.

Mann mit leerem Geldbeutel
Ein Vermögensschaden entsteht vor allem im beruflichen Kontext. © gettyimages/dobok

Sind Sie über den Begriff „Vermögensschaden“ gestolpert und fragen sich, was das ist? Wir haben die Antworten auf Ihre Fragen:

Was ist ein Vermögensschaden?

Versicherungen unterscheiden folgende drei Schadensarten:

  1. Sachschaden: Ein Sachschaden ist ein Schaden, bei dem Sie eine Sache kaputt machen, zum Beispiel den Laptop eines Freundes. Ihre Haftpflichtversicherung kommt für die Reparatur oder den Ersatz des Gegenstandes auf.

  2. Personenschaden: Bei einem Personenschaden wird ein Mensch verletzt, zum Beispiel bei einem Unfall zwischen einem Fußgänger und einem Fahrradfahrer. Die Privathaftpflichtversicherung des Unfallverursachers übernimmt in dem Fall die Behandlungskosten.

  3. Vermögensschaden: Ein Vermögensschaden ist ein finanzieller Nachteil, den jemand erleidet, weil er zum Beispiel von seinem Finanz- oder Unternehmensberater einen schlechten Rat erhalten hat. Die Vermögensschadenhaftpflicht des Finanz- oder Unternehmensberaters zahlt die Verluste, wenn der Ratschlag nicht mutwillig zu einem Vermögensschaden geführt hat.

Es ist wichtig, Personen-, Sach- und Vermögensschäden strikt zu trennen. Es handelt sich zum Beispiel nicht um einen Vermögensschaden, wenn eine wertvolle Vase zu Bruch geht (das gilt auch, wenn die Vase sehr teuer war). Denn in dem Fall wurde eine Sache beschädigt. Deshalb handelt es sich hier um einen Sachschaden. Auch wenn bei Ihnen eingebrochen und Geld gestohlen wurde, ist das ein Sachschaden.

Was unterscheidet echte und unechte Vermögensschäden?

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen echten und unechten Vermögensschäden. Wir möchten Ihnen anhand mehrerer Beispiele kurz erklären, was der Unterschied ist.

Echter Vermögensschaden

Ein echter Vermögensschaden, auch reiner Vermögensschaden genannt, ist ein Schaden, der weder Personen noch eine Sache betrifft, sondern woraus sich nur ein finanzieller Nachteil ergibt.

Kilometerzähler im Auto
Wer beim Verkauf seines Autos nicht den richtigen Kilometerstand angibt, verursacht einen Vermögensschaden. © gettyimages/Rittikrai_PIX

Beispiel 1: Stellen Sie sich vor, Sie wollen ein Auto kaufen. Laut Angaben des bisherigen Besitzers ist das Fahrzeug bereits 15.000 km gefahren. In Wahrheit war es aber schon 27.000 km unterwegs. Der Verkäufer hat den Tacho vorher manipulieren lassen. Durch die Täuschung zahlen Sie viel zu viel Geld für das Auto. In dem Fall entsteht Ihnen ein echter Vermögensschaden.

Beispiel 2: Ihr Finanzberater rät Ihnen zu einer bestimmten finanziellen Investition, die sich schon bald als ein großer Fehler herausstellt. Sie verlieren die Summe, die Sie eingezahlt haben, und es entsteht Ihnen damit ein echter Vermögensschaden. Dafür muss normalerweise Ihr Finanzberater aufkommen.

Unechter Vermögensschaden

Als einen unechten Vermögensschaden bezeichnet man Folgeschäden von Sach- oder Personenschäden.

Fertigungsanlage
Wenn die Anlage ausfällt, bedeutet das einen großen finanziellen Verlust für die Firma. © gettyimages/WangAnQi

Beispiel 1: Durch einen Unfall wurden Sie verletzt und Sie haben sich das Bein gebrochen. Dabei handelt es sich um einen Personenschaden. Wegen des gebrochenen Beins können Sie außerdem (vorerst) nicht mehr zur Arbeit gehen. Es entsteht Ihnen also auch ein Vermögensschaden.

Beispiel 2: Ein Monteur soll die Anlage in einer Fabrik reparieren. Dabei macht er versehentlich noch mehr kaputt. Es handelt sich grundsätzlich um einen Sachschaden. Außerdem steht die Produktionsanlage den ganzen Tag still. Die Fabrik kann nicht weiter produzieren und wird somit später auch weniger verkaufen. Dadurch entsteht der Fabrik ein unechter Vermögensschaden als Folge eines Sachschadens.

Brauche ich wirklich immer eine Vermögensschadenhaftpflicht?

Weil Fehler menschlich sind, sollten Sie zumindest eine Privathaftpflichtversicherung haben, die Vermögensschäden einschließt. Vor allem unechte Vermögensschäden sind normalerweise mit der privaten Haftpflicht abgedeckt.

Wenn Sie keinen Beruf ausüben, der ein hohes finanzielles Risiko für Dritte bedeutet, genügt in der Regel eine Privathaftpflichtversicherung. Eine zusätzliche Vermögensschadenhaftpflicht ist für Berufe wichtig, die andere beraten und durch deren Beratung sich ein finanzieller Nachteil ergeben könnte. Das gilt zum Beispiel für:

  • Anwälte

  • Finanzberater

  • IT-Consultants

  • Steuerberater

Private Haftpflichtversicherung für Vermögensschäden

Sie machen versehentlich den Computer eines Bekannten kaputt, der von zu Hause aus an diesem PC arbeitet. Es entsteht nicht nur ein Sachschaden am Computer, sondern auch ein unechter Vermögensschaden, weil Ihr Bekannter nicht arbeiten kann und er somit Verdienstausfälle hat.

Gut, wenn Sie in dem Fall eine private Haftpflichtversicherung haben, die Vermögensschäden abdeckt. Meistens übernehmen Privathaftpflichtversicherungen aber nur unechte Vermögensschäden, also Schäden, die durch einen Personen- oder Sachschaden entstehen. Lesen Sie daher genau in Ihren Versicherungsbedingungen nach, ob und welche Art von Vermögensschäden Ihre Privathaftpflichtversicherung abdeckt.

Kaputter Laptop
Auch ein kaputter Laptop kann Sie daran hindern, Geld zu verdienen. Es entsteht ein Vermögensschaden. © gettyimages/francisblack

Das sollten Sie wissen: Bei der Privathaftpflichtversicherung der AllSecur sind Vermögensschäden in jedem Tarif versichert. Die AllSecur übernimmt sogar echte Vermögensschäden bis zur Höhe der vereinbarten Versicherungssumme.

Berufliche Haftpflichtversicherung für Vermögensschäden

Bei der Vermögensschadenhaftpflicht im beruflichen Kontext müssen Sie zwei Versicherungsarten unterscheiden:

  • Betriebshaftpflichtversicherung inklusive Vermögensschäden: Viele Betriebshaftpflichtversicherungen decken auch Vermögensschäden ab. Die Versicherungssummen sind aber oft nicht so hoch wie in der Vermögensschadenhaftpflicht. Manchmal sind Vermögensschäden bei der Betriebshaftpflicht sogar ausgeschlossen.

  • Vermögensschadenhaftpflicht: Vor allem wenn Sie einen Beruf mit hohem finanziellen Risiko für andere ausüben, zum Beispiel als Finanzberater, sollten Sie sich umfassend gegen Vermögensschäden absichern. Eine Vermögensschadenhaftpflicht bietet meist umfassenderen Schutz als die Betriebshaftpflichtversicherung.

Informieren Sie sich am besten, in welchem Umfang Vermögensschäden in Ihrer Betriebshaftpflicht abgedeckt sind und schließen Sie gegebenenfalls noch eine gesonderte Vermögensschadenhaftpflichtversicherung ab.

Darauf sollten Sie achten, wenn Sie eine Vermögensschadenhaftpflicht abschließen:

Wie hoch die Deckungssumme ist wird immer individuell entschieden: Wie groß ist Ihr Betrieb? Wie hoch ist der finanzielle Schaden, den Sie einer anderen Person zufügen können? Die Versicherungssummen liegen hier normalerweise bei 100.000 bis über 1 Mio. Euro.

Achten Sie außerdem auf die Art der Selbstbeteiligung. Die Selbstbeteiligung müssen Sie bei jedem Schaden selbst bezahlen. Wenn Sie zum Beispiel eine Selbstbeteiligung von 10 Prozent festlegen, müssen Sie bei einem Schaden von 1 Mio. Euro 100.000 Euro selbst zahlen. Deswegen ist es oft besser einen Festbetrag als Selbstbeteiligung zu wählen.

Vermögensschäden in der Versicherung

Ein Vermögensschaden ist ein finanzieller Nachteil. Dabei unterscheidet man zwischen echten und unechten Vermögensschäden. Echte Vermögensschäden entstehen ohne zusätzlichen Personen- oder Sachschaden.

Unechte Vermögensschäden ergeben sich aus einem Personen- oder Sachschaden. Vermögensschäden gibt es nicht nur bei der Privathaftpflichtversicherung oder der Betriebshaftpflichtversicherung, sondern auch bei der Kfz-Versicherung, zum Beispiel wenn jemand durch einen Autounfall einen Verdienstausfall erleidet.

Als Privatperson genügt Ihnen die Absicherung durch die Privathaftpflichtversicherung. Üben Sie einen beratenden Beruf aus und sind Sie zum Beispiel ein Anwalt oder Finanzberater, sollten Sie über eine zusätzliche Vermögensschadenhaftpflicht nachdenken.

Übrigens: Wenn Sie noch mehr über Haftpflicht- und Vermögensschäden erfahren wollen, empfehlen wir Ihnen unseren Artikel „Schadensersatz: Alles über Anspruch und Leistungen“.

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