Grillen © istockphoto.com/gilaxia

4.000 Grillunfälle pro Jahr in Deutschland

Fleisch, Salate, kühle Getränke, feurige Soßen und eine gute Versicherung – so kann der Grillabend beginnen. Jedes Jahr feuern mehr Deutsche den Grill an. Mit der steigenden Anzahl an Grillfans, wächst auch die Unfallgefahr. Laut der Deutschen Gesellschaft für Verbrennungsmedizin endet jeder 8. Grillunfall mit schweren Verbrennungen.

In 16 Millionen deutschen Haushalten wird laut Nielsen Studie am liebsten der traditionelle Holzkohlegrill angeschürt. 4.000 Grillunfälle werden pro Jahr gemeldet. Mehr als die Hälfte aller Grillunfälle passieren, weil Brandbeschleuniger benutzt werden. Beliebt sind vor allem Spiritus, Benzin und Grillanzünder. Ungefähr 400 Menschen erleiden jedes Jahr schwerste Brandverletzungen, oft sind sie danach traumatisiert.

28.000 Euro Behandlungskosten bei einem einzigen Grillunfall

Der Schaden bei einem Grillunfall kann teuer werden. Besonders schlimm ist es, wenn es zu Verbrennungen kommt und Menschen verletzt werden. 28.000 Euro Behandlungskosten und eine Gerichtsverhandlung waren das Ergebnis eines unglücklich verlaufenen Grillabends. Ein junger Mann hatte zur Spiritusflasche gegriffen, weil die Kohle nicht brennen wollte. Dabei wurde eine Person, durch eine aufsteigende Stichflamme schwer verletzt. Ohne eine Haftpflichtversicherung muss der Verantwortliche das Geld selbst aufbringen.

Wer haftet bei einem Grillunfall?

„Wer als Grillbeteiligter die Verwendung von Spiritus nicht verhindert, haftet, wenn es zu einem Unfall kommt“, sagt Axel Kleinlein, Sprecher des Bundes der Versicherten (BdV).
Laut Oberlandesgericht Hamm (Az.: 9 U 129/08) haftet jeder der Beteiligten, die nicht aktiv eingeschritten sind, um den Grillunfall zu vermeiden. Es reicht also nicht, nur zu sagen, dass man den Brandbeschleuniger besser nicht benutzen sollte.

07.08.2017 · München · von Anja Reinhardt · für AllSecur