Haftpflicht beim Handy

Hat ein Freund oder eine andere Person Ihr Handy kaputt gemacht, übernimmt die private Haftpflichtversicherung des Verursachers die Kosten. Alles, was Sie dazu wissen müssen und welche anderen Versicherungen einen Schaden an Ihrem Handy oder Smartphone unter Umständen übernehmen, erfahren Sie hier. Wir erklären Ihnen auch, was bei einem Handy-Schaden zu tun ist.

Handy-Display kaputt
In manchen Fällen übernimmt die Haftpflichtversicherung die Kosten, wenn Ihr Handy kaputt geht. © gettyimages/scyther5

Ein kaputtes Handy ist nicht nur ärgerlich, sondern kann auch teuer werden. Hier erklären wir Ihnen, welche Schäden an Ihrem Mobiltelefon oder Smartphone die Versicherung übernimmt und wie Sie dann vorgehen müssen:

Wann zahlt die Haftpflicht beim Handy?

Wenn zum Beispiel ein Freund oder eine andere Person Ihr Handy kaputt macht, kommt normalerweise die Privathaftpflichtversicherung des Verursachers für den Schaden auf.

Wenn Sie Ihr Handy aber selbst (aus Eigenverschulden) kaputt machen, haben Sie keinen Anspruch auf Schadensersatz bei Ihrer Privathaftpflichtversicherung. Fällt Ihnen Ihr Handy also zum Beispiel auf den Boden und das Display zerspringt, muss Ihre Privathaftpflicht für den Schaden nicht zahlen. Sie übernimmt die Kosten nie, wenn es sich um Ihren eigenen Besitz handelt und Sie die Schuld an der Beschädigung tragen. Für den Fall müssen Sie eine spezielle Handyversicherung abschließen, die den Schaden übernimmt.

Machen Sie selbst aus Versehen das Handy eines Dritten kaputt, zum Beispiel das eines Freundes oder Bekannten, muss Ihre eigene Haftpflichtversicherung für den entstandenen Schaden zahlen. Denn der Geschädigte hat einen gesetzlichen Anspruch auf Schadensersatz von Ihnen. Dafür ist normalerweise Ihre Haftpflichtversicherung zuständig.

Das übernimmt die Haftpflicht

Die Privathaftpflichtversicherung des Verursachers übernimmt beim Handy normalerweise die Kosten für die Reparatur oder die Wiederbeschaffung (also den Ersatz).

Wichtig: Die Haftpflichtversicherung kommt bei einer Wiederbeschaffung immer für den Zeitwert einer Sache auf. Sie zahlt Ihnen also den Betrag, den Ihr Handy zum Zeitpunkt der Beschädigung wert war.

Daher gilt: Bevor Ihnen die Haftpflichtversicherung etwas für Ihr Handy zahlt, wird normalerweise zuerst der Zeitwert Ihres Handys ermittelt.

Das sollten Sie wissen: Häufig ist eine finanzielle Selbstbeteiligung bei der Zahlung durch die Versicherung vorgesehen. Das bedeutet, dass der Verursacher des Schadens immer einen Teil (die festgelegte Selbstbeteiligung) des entstandenen Schadens bezahlen muss. Die private Haftpflichtversicherung übernimmt dann nur die Kosten, die über die Selbstbeteiligung hinausgehen.

Fällt die vereinbarte Selbstbeteiligung höher aus als die Erstattungssumme, muss die Privathaftpflicht nichts zahlen. Dann muss der Verursacher die Kosten für eine Reparatur komplett selbst übernehmen oder selbst für einen Handy-Ersatz aufkommen.

Beispiel: Die Selbstbeteiligung bei Ihrer Haftpflichtversicherung beträgt 150 Euro. Weil Sie das Handy eines Freundes aus Versehen kaputt gemacht haben, müssen Sie Schadensersatz leisten. Die Kosten für die Reparatur betragen insgesamt 300 Euro. Sie müssen die 150 Euro Selbstbeteiligung zahlen, die Versicherung übernimmt dann die restlichen 150 Euro.

Ein anderes Beispiel: Sie stoßen aus Versehen das Handy Ihres Freundes vom Tisch, es fällt auf den Boden und geht kaputt. Die Reparaturkosten betragen 70 Euro. Ihre Selbstbeteiligung beträgt aber 150 Euro. In dem Fall müssen Sie die entstandenen Kosten (70 Euro) komplett selbst bezahlen.

Wenn eine Versicherung ohne Selbstbehalt gewählt wird, zahlt die Versicherung dagegen die komplette Summe. Häufig ist der Preisunterschied bei einer Haftpflichtversicherung mit oder ohne Selbstbeteiligung aber nur gering.

Wichtig: Achten Sie schon vor Vertragsabschluss immer darauf, ob eine Selbstbeteiligung in Ihren Versicherungsbedingungen festgelegt wurde und welche Höhe dafür vorgesehen ist.

Das sollten Sie wissen: Ist die Selbstbeteiligung höher, zahlen Sie normalerweise weniger für Ihre Versicherung. Bei einem geringeren Betrag oder wenn gar kein Selbstbehalt vereinbart ist, sind die Kosten für die Versicherung meist höher. Überlegen Sie sich also immer, was zu Ihrer persönlichen Situation passt.

Frau mit kaputtem Handy
Haben Sie den Schaden an Ihrem Handy selbst verursacht, zahlt Ihre Haftpflichtversicherung nicht. © gettyimages/praetorianphoto

Voraussetzungen bei der Haftpflicht

Die Haftpflicht zahlt Schäden grundsätzlich nur dann, wenn Sie ohne Vorsatz verursacht wurden. Das bedeutet: Wenn Sie das Handy eines anderen mit Absicht zerstört haben (also vorsätzlich gehandelt haben), übernimmt die Versicherung die Kosten nicht.

Wichtig ist deshalb, dass Sie Ihrer Versicherung den Vorfall genau schildern können. Am besten geben Sie auch Zeugen an. Häufig müssen Sie das kaputte Handy oder Smartphone auch einschicken, damit die Versicherung den Schaden überprüfen kann.

Der Hintergrund: Die Privathaftpflicht prüft Handyschäden meist genau, weil es immer wieder zu Betrugsfällen kommt.

Was zahlt die Haftpflicht beim Handy?

Hat ein Freund oder Bekannter Ihr Handy kaputt gemacht und Sie haben Anspruch auf Schadensersatz, übernimmt die Privathaftpflichtversicherung des Verursachers (Ihres Freundes) bei Ihrem Mobiltelefon oder Smartphone normalerweise die Kosten für alle Schäden. Das sind die häufigsten Formen von Handyschäden:

  • Display- und Bruchschäden

  • Schäden durch Flüssigkeiten

  • Schäden aufgrund falscher Bedienung des Handys

  • Schäden durch die Internetnutzung (zum Beispiel Viren)

Von der privaten Haftpflichtversicherung ausgeschlossen sind Schäden, die

  • absichtlich herbeigeführt wurden.

  • selbst verursacht wurden.

Handy mit Displayschaden
Auch für Displayschäden zahlt unter Umständen die Haftpflichtversicherung. © gettyimages/Praetorianphoto

Welche Versicherungen zahlen noch?

Nicht nur die private Haftpflichtversicherung kann für Handyschäden aufkommen. In manchen Fällen übernimmt auch die Hausratversicherung die Kosten oder der Schaden ist durch die Garantie oder die Gewährleistung abgedeckt.

Für Handyschäden durch Eigenverschulden zahlt aber nur eine speziell abgeschlossene Handyversicherung. Hier erklären wir Ihnen das Wichtigste dazu.

Abgrenzung zu Gewährleistung & Garantie

Geht Ihr Handy unverschuldet und ohne ersichtlichen Grund kaputt (zum Beispiel wegen eines technischen Defekts), kann Ihnen auch die Gewährleistung oder eine Garantie helfen. Dabei handelt es sich aber um zwei unterschiedliche Dinge.

In Deutschland gilt laut Gesetz zum Schutz des Käufers eine Gewährleistung durch den Händler. Das Gesetz besagt, dass die Ware zum Zeitpunkt des Kaufs einwandfrei funktionieren muss. Der Gewährleistungsschutz gilt bei neuen Elektrogeräten normalerweise für die Dauer von zwei Jahren. Für gebrauchte Handys oder Smartphones kann er auch auf 12 Monate verringert werden. Das muss dann in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) festgelegt sein.

Innerhalb dieser Zeit muss der Händler (Verkäufer) für (zum Beispiel technische) Fehler am Gerät aufkommen. Gebrauchsschäden durch Eigen- oder Fremdverschulden sind aber nicht eingeschlossen.

Außerdem bieten einige Hersteller eine zusätzliche Garantie an. Eine Herstellergarantie ist aber nicht verpflichtend. Was genau die Garantie umfasst und für welche Dauer sie gilt, ist deshalb auch von Hersteller zu Hersteller verschieden. Bei Handys kann sich zum Beispiel auch die Dauer der Garantie von Modell zu Modell unterscheiden. Bei einigen Garantien sind auch bestimmte, zum Beispiel nicht fest mit dem Gerät verbundene Teile wie der Akku ausgeschlossen. Sie sollten also schon vor einem Vertragsabschluss prüfen, was genau in der Garantie eingeschlossen ist.

Hat eine andere Person Ihr Handy versehentlich kaputt gemacht, helfen Ihnen Gewährleistung und Garantie nicht. Dann kann aber meistens die Privathaftpflicht für den Schaden aufkommen.

Wann die Hausratversicherung beim Handy zahlt

In bestimmten Fällen übernimmt nicht die Haftpflichtversicherung die Kosten für das kaputte Handy, sondern die Hausratversicherung.

Mit einer Hausratversicherung können Sie Gebrauchs- und Verbrauchsgegenstände in Ihrem Haushalt versichern. Dazu zählen unter anderem bewegliche Einrichtungsgegenstände (zum Beispiel Teppiche, Möbel, Waschmaschine), Wertsachen, Kleidung oder auch Elektrogeräte wie Ihr Laptop oder Ihr Handy.

Mit der Hausratversicherung sind bestimmte Schäden abgedeckt. Dazu zählen Schäden durch Einbruchdiebstahl, Raub oder Vandalismus (nach einem Einbruch), Feuer, Wasserschäden, Sturmschäden und Hagelschäden. Geht Ihr Handy aus einem der genannten Gründe kaputt, übernimmt Ihre Hausratversicherung normalerweise die Kosten für den Schaden.

Wichtig zu wissen: Die Versicherung bezieht sich hauptsächlich auf Ihre eigenen vier Wände. Häufig ist in der Hausratversicherung aber auch eine Außenversicherung enthalten, die Schäden außerhalb Ihrer Wohnung abdeckt. Sie schließt dann zum Beispiel auch den Balkon, die Terrasse oder Schäden im Urlaub (zum Beispiel Einbruchdiebstahl im Ausland) mit ein. Achten Sie deshalb genau auf die Versicherungsbedingungen bei Ihrer Hausratversicherung.

neue Handys im Geschäft
Die Versicherung erstattet normalerweise nicht den vollen Kaufpreis, sondern kommt nur für den Zeitwert des Handys auf. © gettyimages/Kwangmoozaa

Wann die Handyversicherung zahlt

Für Beschädigungen an Ihrem Handy, die Sie selbst verschulden, zahlt nur eine spezielle Handyversicherung. Häufig wird sie Ihnen schon beim Handykauf als zusätzlicher Schutz angeboten. Eine Handyversicherung übernimmt normalerweise alle Schäden an Ihrem Handy und gilt zum Teil auch bei Diebstahl. Es können aber bestimmte Schäden vom Schutz ausgenommen werden. Was genau die Versicherung beinhaltet, ist also immer unterschiedlich. Schäden durch grobe Fahrlässigkeit übernimmt die Handyversicherung normalerweise nicht.

Die Handyversicherung ist die einzige Versicherung, die auch Schäden an Ihrem Handy zahlt, die Sie selbst verursacht haben. Eingeschlossen sind auch Schäden, die normalerweise die Privathaftpflicht (durch Dritte) oder die Hausratversicherung (zum Beispiel Einbruch oder Raub) übernimmt.

Gut zu wissen: Auch die Handyversicherung erstattet Ihnen normalerweise nur die Reparaturkosten oder, bei einem nötig Ersatzgerät, den Zeitwert Ihres Handys. Im ersten Jahr ist das noch der gesamte Kaufpreis. Im zweiten Jahr beträgt der Zeitwert aber normalerweise 80 Prozent und im dritten Jahr nur noch 60 Prozent. Denn Handys verlieren schnell an Wert. Auf der Webseite handyverkauf.net können Sie zum Beispiel den ungefähren Restwert Ihres Handys ermitteln lassen.

Den vollen Kaufpreis zahlt Ihnen die Handyversicherung also normalerweise nicht. Übersteigen Reparaturkosten oder Kosten für den Ersatz den Zeitwert, bekommen Sie häufig ein anderes, billigeres Modell angeboten. Manchmal zahlt Ihnen die Versicherung aber auch Geld aus. Das hängt immer von Ihrem Versicherer und dem individuellen Vertrag Ihrer Handyversicherung ab.

Das sollten Sie beachten: Die Kosten für die Handyversicherung sind vom Wert Ihres Handys abhängig. Normalerweise kostet eine Handyversicherung für ein teures Handy (ab 500 Euro) um die zehn Euro im Monat. Auch für günstigere Smartphones (bis 500 Euro) zahlen Sie in der Regel bis zu fünf Euro monatlich an die Versicherung. Bei einem Beitrag von 10 Euro pro Monat haben Sie nach einem Jahr schon 120 Euro investiert. Deshalb sollten Sie sich gut überlegen, ob sich eine Handyversicherung aus finanzieller Sicht für Sie lohnt.

Wichtig ist auch, dass Sie vor Vertragsabschluss immer genau prüfen, welche Schäden die Versicherung umfasst und welche ausgeschlossen sind.

Handy ist heruntergefallen.
Wenn Ihr Handy kaputt gegangen ist, sollten Sie den Schaden möglichst schnell bei der zuständigen Versicherung melden. © gettyimages/mheim3011

Handy kaputt: Was tun?

Haben Sie das Handy oder Smartphone einer anderen Person kaputt gemacht, müssen Sie das Ihrer Versicherung möglichst schnell mitteilen. Einen Handyschaden können Sie der Privathaftpflichtversicherung der AllSecur zum Beispiel rund um die Uhr online melden.

Wichtig ist in jedem Fall, dass Sie Ihre Versicherung möglichst bald informieren und den Unfallhergang genau schildern. Geben Sie auch Zeugen (wenn vorhanden) an und dokumentieren Sie den Unfall zum Beispiel mit Fotos.

In vielen Fällen muss das Handy dann der Versicherung zugeschickt werden, damit sie den Schaden genau prüfen kann. Bewahren Sie das Handy in jedem Fall so lange auf, bis der Fall geklärt ist.

Dasselbe gilt, wenn die Hausratversicherung den Schaden übernehmen soll oder Sie einen Schaden bei Ihrer Handyversicherung melden.

Wollen Sie die Garantie des Herstellers oder die Gewährleistung vom Händler nutzen, müssen Sie den Schadensfall bei der jeweiligen Stelle melden.

Privathaftpflicht schützt vor Schäden Dritter

Wenn Sie aus Versehen das Handy eines Freundes, Bekannten oder Fremden kaputt machen, kommt dafür Ihre Privathaftpflichtversicherung auf. Das gilt auch für Ihr eigenes Handy: Hat eine andere Person einen Schaden an Ihrem Handy oder Smartphone verursacht, muss die Privathaftpflicht des Verursachers die entstandenen Kosten an Ihrem Handy bezahlen.

Geht das Handy wegen Einbruch, Raub, einem Feuer oder einem Wasserschaden kaputt, sind die Kosten mit der Hausratversicherung abgedeckt. Schäden, die Sie selbst verursachen (eigenes Verschulden), übernehmen nur spezielle Handyversicherungen. Hier ist grobe Fahrlässigkeit aber normalerweise ausgeschlossen.

Passen Sie gut auf sich und Ihr Handy auf! Ihre AllSecur

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