Unterschied zwischen E-Bike und Pedelec

Elektrofahrrad ist nicht gleich Elektrofahrrad. Obwohl meistens vom E-Bike gesprochen wird, gibt es wichtige Unterschiede zwischen E-Bikes und Pedelecs. Wir klären auf, was Sie bei den verschiedenen Modellen im Straßenverkehr beachten müssen, wann eine Helmpflicht besteht und ob Sie einen Führerschein brauchen.

E-Bike-Tour

Elektrofahrräder sind heute sehr beliebt. © iStock/123ducu

Heute gibt es verschiedene Modelle von Elektrofahrrädern auf dem Markt. Wir erklären Ihnen die Unterschiede und zeigen, was Sie beachten müssen.

E-Bike oder Pedelec: Was ist der Unterschied?

Welche Bescheinigungen benötige ich für mein Elektrofahrrad?

Was muss ich beim E-Bike im Straßenverkehr beachten?


E-Bike oder Pedelec Unterschied

Das Pedelec ist verkehrsrechtlich ein Fahrrad. Das E-Bike ist ein Kleinkraftrad mit geringer Leistung. Die meisten E-Bikes in Deutschland sind genau genommen Pedelecs. Der Begriff hat sich aber nicht durchgesetzt. Deshalb wird allgemein meistens vom E-Bike gesprochen. Es gibt aber wichtige Unterschiede bei den verschiedenen Modellen.

Das E-Bike: Ein Kleinkraftrad mit geringer Leistung

E-Bikes sind mit bis zu 500 Watt starken Motoren rechtlich keine Fahrräder. Sie gehören zur Klasse der Kleinkrafträder mit geringer Leistung. Sie funktionieren auf Knopfdruck (Drehknopf oder Schalthebel) auch ohne Pedalunterstützung. Das bedeutet: Sie müssen nicht treten, um mit dem E-Bike fahren zu können. Es gibt sie in drei Varianten.

E-Bikes mit bis zu 20 km/h Höchstgeschwindigkeit

E-Bikes, die nur mit dem Motor 20 km/h fahren können, fallen in die Kategorie Leichtmofa. Wenn Sie zusätzlich in die Pedale treten, können Sie auch schneller fahren. Eine Betriebserlaubnis und ein Versicherungskennzeichen sind notwendig. Was das bedeutet, erklären wir Ihnen später.

E-Bikes mit bis zu 25 km/h Höchstgeschwindigkeit

E-Bikes, die bis zu 25 km/h fahren können, fallen in die Kategorie Mofa. Wenn Sie zusätzlich in die Pedale treten, können Sie auch schneller fahren. Eine Betriebserlaubnis und ein Versicherungskennzeichen sind Pflicht.

E-Bikes mit bis zu 45 km/h Höchstgeschwindigkeit

E-Bikes, die nur mit dem Motor bis zu 45 km/h schnell fahren, gelten als Kleinkrafträder mit elektrischem Antrieb. Bei 45 km/h wird der Motor aber abgebremst. Eine Betriebserlaubnis und ein Versicherungskennzeichen sind verpflichtend.

Das Pedelec: Ein Fahrrad mit Tretunterstützung

Der Begriff Pedelec steht für Pedal Electric Cycle. Nur wenn der Fahrer in die Pedale tritt, springt ein Elektromotor an. Sie können mit einem Pedelec auch „ganz normal“ Fahrrad fahren und auf den Motor verzichten. Pedelecs mit einer Unterstützung bis zu 25 km/h und maximal 250 Watt starken Motoren sind verkehrsrechtlich Fahrräder. Oft sind sie mit einer sogenannten Anfahrhilfe oder Schiebehilfe bis zu 6 km/h ausgestattet. Das bedeutet: Das Pedelec fährt alleine los. Sie müssen nicht treten, bis Sie eine Geschwindigkeit von 6 km/h erreicht haben.

Das ist der Unterschied: Für ein Pedelec besteht kein Mindestalter, keine Versicherungs- und keine Führerscheinpflicht. Beim Pedelec sind Anhänger erlaubt. Außerdem dürfen Kinder bis zu sieben Jahren in Kindersitzen mitfahren.

Kinder-Fahrradanänger

Solche Ausflüge sind mit dem Pedelec kein Problem. Anhänger sind verkehrsrechtlich erlaubt. © iStock/rafalkrakow

Obwohl normale Pedelecs nicht versichert werden müssen, ist eine Privathaftpflichtversicherung sinnvoll. Schäden, die Sie mit dem Pedelec anderen Personen zufügen, werden von der Versicherung übernommen. Informieren Sie sich direkt über die Privathaftpflichtversicherung der AllSecur.

Das S-Pedelec: Ein Speed-Pedelec

S-Pedelecs sind sogenannte Speed-Pedelecs und werden auch Schweizer Pedelecs genannt. Sie sind rechtlich keine Fahrräder, sondern Kleinkrafträder, genau wie E-Bikes. Wenn Sie in die Pedale treten, können Sie mit einem S-Pedelec eine Geschwindigkeit von bis zu 45 km/h erreichen. Die maximale Leistung des Motors beträgt 500 Watt. Sie brauchen für das S-Pedelec ein Versicherungskennzeichen.

Das ist der Unterschied: Der wichtige Unterschied zwischen E-Bike und S-Pedelec ist die Tretunterstützung. Mit dem E-Bike können Sie wie mit einem Mofa fahren, auch wenn Sie nicht treten. Beim S-Pedelec erreichen Sie die 45 km/h nur, wenn Sie selbst in die Pedale treten.

Motor am Elektrorad

Bei einem S-Pedelec springt der Motor nur an, wenn die Pedale getreten werden. © iStock/Teka77


Welche Bescheinigungen benötige ich für mein Elektrofahrrad?

Beim E-Bike oder S-Pedelec brauchen Sie ein Versicherungskennzeichen und eine Betriebserlaubnis. Wir haben das Wichtigste für Sie zusammengefasst.

Wie komme ich an ein Versicherungskennzeichen?

Für alle drei E-Bike-Varianten und für das S-Pedelec brauchen Sie ein Versicherungskennzeichen. Das Nummernschild bekommen Sie von Ihrem Versicherungsanbieter, wenn Sie eine Kfz- oder Mopedversicherung abschließen. Sie erhalten jedes Jahr ein Saisonkennzeichen. Das Versicherungsjahr beginnt normalerweise am 01. März und endet am 28. Februar. Ein Versicherungskennzeichen kostet zwischen 35 und 70 Euro pro Jahr.

Das sollten Sie wissen: Zu Ihrer Kfz-Haftpflichtversicherung können Sie bei vielen Versicherungsanbietern einen Teilkasko-Schutz dazu buchen. Diebstahl und Schäden an Ihrem Zweirad sind so abgedeckt.

Betriebserlaubnis: Was ist das?

Hersteller von E-Bikes und S-Pedelecs müssen beim Kraftfahrtbundesamt (KBA) für jedes Modell eine sogenannte Betriebserlaubnis einholen. Die Betriebserlaubnis bestätigt, dass das Fahrzeug der Straßenverkehrsordnung entspricht. Das bedeutet für Sie: Das S-Pedelec oder E-Bike darf nicht umgebaut werden, damit es verkehrsrechtlich in Ordnung ist. Das gilt vor allem für den Rahmen, die Bremsen und Reflektoren. Nur für Ihr Elektrofahrrad zugelassene Ersatzteile aus dem Fachhandel dürfen eingebaut werden. Ob eine bestimmte Gabel oder ein Lenker zu Ihrem E-Bike passt, kann der Fachmann überprüfen.


Was muss ich beim E-Bike im Straßenverkehr beachten?

Bei E-Bikes im Straßenverkehr müssen Sie ein paar Dinge beachten. Wir beantworten Ihnen die Fragen zu Führerschein, Radwegen und Helmpflicht.

Brauche ich für das Elektrofahrrad einen Führerschein?

Ob Sie einen Führerschein für Ihr Elektrofahrrad brauchen, hängt von Ihrem Modell ab:

  • Für das normale Pedelec brauchen Sie keinen Führerschein, weil es in die Kategorie „Fahrrad“ fällt.
  • Für das S-Pedelec brauchen Sie einen Führerschein der Klasse AM (ehemals Rollerführerschein). Es ist ein Kleinkraftrad und kann bis zu 45 km/h schnell fahren. Der Fahrer muss mindestens 16 Jahre alt sein.
  • Für ein E-Bike mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h müssen Sie mindestens 15 Jahren alt sein und eine Mofa-Prüfbescheinigung haben.
  • Für das E-Bike mit einer Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h brauchen Sie eine Mofa-Prüfbescheinigung. Der Fahrer muss mindestens 15 Jahre alt sein.
  • E-Bikes mit 45 km/h Höchstgeschwindigkeit sind Kleinkrafträder. Sie müssen mindestens 16 Jahre alt sein und einen Führerschein der Klasse AM haben.

Aber: Haben Sie einen gültigen Führerschein der Klasse B für Kraftfahrzeuge, brauchen Sie keine weitere Bescheinigung. Die Fahrerlaubnis für alle Elektrofahrräder ist damit abgedeckt.


Darf ich mit dem E-Bike auf Radwegen fahren?

Mit E-Bikes, die bis zu 25 km/h schnell fahren, dürfen Sie nur Radwege benutzen, die mit dem Schild „Mofas frei“ gekennzeichnet sind. Das gilt nicht für das E-Bike mit 45 km/h Höchstgeschwindigkeit und für Speed-Pedelecs. Mit den beiden Modellen dürfen Sie nur auf der Straße fahren. Mit dem normalen Pedelec und dem E-Bike mit 20 km/h Höchstgeschwindigkeit können Sie auch Wald- und Geländewege benutzen.

Schild: Mofas frei

Mit manchen Elektrofahrrädern dürfen Sie nur gekennzeichnete Wege benutzen, die auch für Mofas frei sind. © iStock/sandyrivermane


Muss ich beim E-Bike einen Helm tragen?

Nach § 21a StVO müssen Sie bei Krafträdern mit einer Höchstgeschwindigkeit von über 20 km/h einen Helm tragen. Das bedeutet:

  • Bei einem normalen Pedelec müssen Sie keinen Helm tragen. Ein Fahrradhelm wird aber aus Sicherheitsgründen empfohlen.
  • Beim S-Pedelec mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h müssen Sie einen Schutzhelm tragen.
  • Bei E-Bikes mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 20 km/h besteht keine Helmpflicht. Ein Fahrradhelm wird empfohlen.
  • Bei E-Bikes mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 25 km/h ist ein Schutzhelm Plicht.
  • Bei E-Bikes mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 45 km/h besteht Helmpflicht.

Das sollten Sie bedenken: Sind Sie trotz Helmpflicht ohne Schutzhelm in einen Unfall verwickelt, sind Sie mitschuldig. Laut Gesetz wäre für die schnelleren E-Bikes sogar ein Mofa- oder Motorradhelm vorgesehen. Es wird aber der Industrie überlassen, passende Schutzhelme herzustellen.


Welche Alkoholbestimmungen gelten für das E-Bike?

Für E-Bike- und S-Pedelec-Fahrer gelten dieselben Alkoholbestimmungen wie für Autofahrer. Laut §24a StVG sind schon 0,5 Promille Alkohol im Blut eine Ordnungswidrigkeit. Sie müssen eine Geldbuße bis zu 3000 Euro als Strafe zahlen. Im Vergleich: Ein Fahrradfahrer ist erst ab 1,6 Promille fahruntauglich.

Alkoholkontrolle

Auch beim E-Bike gelten dieselben Alkoholbestimmungen wie für Kraftfahrzeugfahrer. © iStock/piotr290


Wirkt sich ein Fahrverbot auch auf das E-Bike aus?

Müssen Sie für eine bestimmte Zeit Ihren Führerschein abgeben, dürfen Sie auch nicht mit dem E-Bike oder S-Pedelec fahren. Ein Fahrrad oder ein normales Pedelec können Sie bei einem Führerscheinentzug nutzen.

Mit dem Elektrofahrrad unterwegs

Was ist der Unterschied zwischen E-Bike und Pedelec? Wir hoffen, wir konnten Ihnen diese Frage beantworten. Der Unterschied zwischen E-Bike und Pedelec ist wichtig. Bei den vielen Elektrofahrrädern auf dem Markt, sollten Sie genau auf die Regeln achten.

Klären Sie die wichtigen Fragen, bevor Sie mit Ihrem Elektrofahrrad am Straßenverkehr teilnehmen: Besteht eine Pedelec-Helmpflicht oder eine E-Bike-Helmpflicht? Welche E-Bike-Führerscheinpflicht muss ich beachten? Brauche ich ein Versicherungskennzeichen für mein Elektrofahrrad? Und: Lassen Sie sich von einem Fachhändler beraten, wenn es um die Auswahl eines E-Bikes geht!

Wir wünschen Ihnen allzeit gute Fahrt! Ihre AllSecur