Falsch getankt? So reagieren Sie richtig

Sie haben falsch getankt? Jetzt ist die richtige Reaktion wichtig! Denn wenn Sie jetzt falsch handeln, kann das einen Schaden mit hohen Kosten verursachen. Hier erfahren Sie, wie Sie bei einer Falschbetankung richtig reagieren. Wir erklären Ihnen auch, wer für den Schaden zahlt und ob die Versicherung etwas übernimmt, wenn Sie den falschen Kraftstoff in Ihr eigenes oder ein fremdes Auto tanken.

Auto wird betankt
Diesel oder Benziner? Jedes Auto muss mit dem richtigen Kraftstoff betankt werden, damit es fahren kann. © gettyimages/MATJAZ SLANIC

Laut dem ADAC kommt es zu rund 20.000 Falschbetankungen pro Jahr. Wenn Sie den falschen Kraftstoff in Ihr Auto tanken, kann das schwere Folgen haben. Hier erfahren Sie alles Wichtige zur Falschbetankung:

Falsch getankt: Was tun?

Wenn Sie Ihr Auto falsch getankt haben, gilt: Sie müssen richtig reagieren. Sonst können sehr hohe Kosten auf Sie zukommen. Wie hoch der Schaden ist, kann unterschiedlich ausfallen: Es kommt darauf an, welchen Kraftstoff Sie versehentlich in Ihr Auto getankt haben und welchen Sprit Ihr Tank eigentlich benötigt. Wir erklären Ihnen, wie Sie sich in jeder Situation richtig verhalten.

So verhalten Sie sich richtig:

Egal, was Sie für ein Auto fahren und welchen Kraftstoff Sie falsch getankt haben: Einfache Verhaltensregeln helfen, größere Schäden zu vermeiden. Sobald Sie bemerken, dass Sie den falschen Kraftstoff in Ihr Fahrzeug getankt haben, gilt:

  • Beim Tanken: Hören Sie sofort auf zu tanken, wenn Sie noch am Befüllen des Tanks sind. Je geringer die Menge des falschen Kraftstoffs ist, desto geringer ist die Gefahr eines Schadens.
  • Beim Fahren: Halten Sie Ihr Auto sofort an und schalten Sie den Motor aus. Dann können Sie überprüfen, wie Sie weiter vorgehen müssen.
  • Es gilt immer: Fahren Sie auf keinen Fall weiter!

Abhängig vom Kraftstoff, den Sie getankt haben, und dem Kraftstoff, den Ihr Auto eigentlich braucht, kann der Schaden durch die Falschbetankung unterschiedlich hoch sein. Manche Falschbetankungen haben schlimmere Folgen als andere.

Was tun, wenn ich Benzin anstatt Diesel getankt habe?

Vor allem moderne Dieselmotoren sind sehr empfindlich. Deshalb müssen Sie in diesem Fall besonders schnell reagieren. Je früher Ihnen der Fehler beim Tanken auffällt, desto besser.

Es gilt: Schalten Sie auf keinen Fall den Motor an! Auch kleine Mengen des falschen Sprits im Tank können teure Folgen haben. Denn das Benzin löst den wichtigen Schmierfilm, den die Diesel-Tankanlage benötigt. Die Folge: Vor allem bei neueren Diesel-Autos kann der falsche Kraftstoff in wenigen Sekunden große Schäden verursachen.

Zum Beispiel: Beim Starten des Motors kann das gesamte Tanksystem im Auto kaputt gehen und ein Pumpen-Totalschaden entstehen. Die Aufgabe der Kraftstoffpumpe ist, die erforderliche Menge des Kraftstoffs mit dem jeweils nötigen Druck vom Tank zum Motor zu befördern. Wenn Sie Benzin anstatt Diesel in Ihren Tank gefüllt haben, muss die Werkstatt dann im schlimmsten Fall das gesamte Einspritzsystem austauschen. Der Schaden kann laut ADAC mehrere tausend Euro kosten. Oft muss auch ein neues Auto gekauft werden, weil die Reparatur sich aus Kostensicht nicht lohnt.

Es gilt außerdem: Das Benzin muss von einem Fachmann so schnell wie möglich aus dem Diesel-Tank abgepumpt werden. Wenden Sie sich am besten direkt an die Straßenwacht oder das Tankstellenpersonal vor Ort. Sie helfen Ihnen weiter. Die ADAC-Straßenwacht erreichen Sie mobil unter der Telefonnummer 22 22 22 (Verbindungskosten vom Netzanbieter abhängig), oder unter der Telefonnummer 0180 2 22 22 22 (6 Cent pro Anruf vom deutschen Festnetz).

Bleibt der Motor ausgeschaltet, reicht es oft aus, wenn der Tank vollständig abgepumpt wird. Das allein kann aber mehrere hundert Euro kosten. Es kommt dabei immer auf den Anbieter und darauf an, wie viel falscher Kraftstoff getankt wurde. Auch Wochentag und Uhrzeit können die Kosten beeinflussen. Allein das Entsorgen des Kraftstoffs kostet rund 200 Euro.

Es können aber auch Schäden an der Einspritzanlage entstehen. Wenn eine Reparatur möglich ist, kann auch das über tausend Euro kosten. Ob sie repariert werden kann oder ob zusätzlich noch weitere Reparaturen nötig sind, muss der Fachmann immer individuell entscheiden.

Haben Sie den Motor bereits gestartet oder sind sogar ein Stück gefahren, sollten Sie den Wagen so schnell wie möglich stoppen und sofort eine Werkstatt anrufen.

Frau betankt Cabrio
Besonders Dieselmotoren sind empfindlich. Reagieren Sie sofort, sobald Sie bemerken, dass Sie den falschen Sprit tanken. © gettyimages/BraunS

Was tun, wenn ich Diesel anstatt Benzin getankt habe?

Auch Diesel anstelle von Benzin falsch zu tanken, ist bei modernen Motoren gefährlich. Es gilt: Schalten Sie den Motor auch bei kleinen Mengen falschem Kraftstoff nicht mehr an. Wenn Sie schon im Auto sitzen und fahren, halten Sie sofort an und schalten Sie den Motor aus. Schäden an der Einspritzanlage sind auch hier nicht auszuschließen.

Schauen Sie dann in der Betriebsanleitung nach, ob es einen Hinweis zum Tanken mit dem falschen Sprit gibt. Wenn vorhanden: Folgen Sie den Angaben in der Betriebsanleitung. Können Sie dort keine Informationen finden, rufen Sie am besten bei einer Werkstatt des Fahrzeugherstellers in Ihrer Umgebung an. Sie kann Ihnen weitere Informationen geben.

Nach Angaben des ADAC kommt es auf Ihren Motor und die Menge des falsch getankten Kraftstoffs an, wie Sie weiter vorgehen sollten: Wenn Sie nur kleine Mengen an falschem Kraftstoff getankt haben, können Sie mit dem Auto eventuell vorsichtig weiterfahren. Dabei ist wichtig: Tanken Sie immer den richtigen Sprit nach. In manchen Fällen müssen Sie den Tank aber auch leer pumpen lassen. Es gilt: Das muss der Fachmann entscheiden.

Was tun, wenn ich Normalbenzin anstatt Super (Plus) getankt habe?

Normalbenzin und die anderen Benzin-Kraftstoffe Super und Super Plus unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Oktanzahl. Sie gibt an, wie klopffest, also wie hoch die Verbrennungsqualität des Ottokraftstoffs Benzin ist. Das bedeutet: Benzin mit höherer Oktanzahl verbrennt besser und bringt mehr Leistung.

Denn: Je höher die Oktanzahl, desto hochwertiger sind auch die Bestandteile des Benzins und desto teurer ist die Herstellung. Moderne Hochleistungsmotoren benötigen Benzin mit einer sehr hohen Oktanzahl, also zum Beispiel Super-Plus-Benzin. Das gilt vor allem dann, wenn der Motor stark beansprucht wird.

Das sind die Oktanzahlen von gängigem Benzin:

  • Normalbenzin: 91 Oktan
  • Superbenzin: 95 Oktan
  • Super Plus: mindestens 98 Oktan
  • Premium-Sprit-Sorten „Ultimate“ oder „V-Power“: 100 Oktan oder mehr

So müssen Sie bei der Falschbetankung handeln:

Auch wenn Sie das falsche Benzin getankt haben, sollten Sie als erstes den Motor abstellen.

Haben Sie Normalbenzin anstatt Super oder einem anderen höherwertigen Benzin getankt, verursacht das normalerweise keine größeren Schäden am Motor. Die Klopfsensoren des Motors passen sich dem Zündzeitpunkt des Benzingemischs normalerweise automatisch an. So können keine Schäden entstehen.

Vorsicht ist aber bei älteren Motoren geboten. Schauen Sie dann in die Bedienungsanleitung Ihres Fahrzeugs oder fragen Sie im Zweifel bei Ihrem Autohersteller oder einer Fachwerkstatt nach. Hat Ihr Motor keinen Klopfsensor, drohen Schäden. Das kann im schlimmsten Fall teuer werden.

Haben Sie in Ihren Normalbenziner einen höherwertigen Kraftstoff getankt (zum Beispiel Super Plus), ist das meist unbedenklich. Der Motor läuft auch mit Benzinsorten, die eine höhere Oktanzahl haben. Der einzige Nachteil: Sie haben mehr Geld für das Benzin ausgegeben, als Sie mussten. Eine höhere Leistung wird Ihr Motor aber nicht erbringen. Darauf ist er nicht ausgelegt.

In den meisten Fällen müssen Sie den Tank also nicht abpumpen lassen. Es kommt dabei aber immer auf Ihr Auto und Ihren Motor an. Auch, wie viel falschen Sprit Sie getankt haben, spielt eine Rolle. Es gilt: Wenn Sie unsicher sind, holen Sie einen Fachmann zur Hilfe.

Wenn Sie den Motor nicht abpumpen lassen müssen, gilt trotzdem: Der Motor sollte nach der Falschbetankung geschont werden. Fahren Sie nicht mit Höchstgeschwindigkeit, vermeiden Sie steile Bergauffahrten und hängen Sie keine zusätzlichen Lasten (zum Beispiel einen Anhänger) an Ihr Fahrzeug. Tanken Sie so schnell wie möglich das richtige Benzin nach!

Was tun, wenn ich Benzin E10 anstatt E5 getankt habe?

E10 ist ein Ottokraftstoff, der einen Anteil von bis zu 10 Prozent Bioethanol enthält. Damit können also nur Benziner fahren. Es gibt benzinbetriebene Autos, die E10 tanken dürfen. Sie haben vom Hersteller eine Freigabe dafür.

Ungefähr 90 Prozent aller benzinbetriebenen Fahrzeuge können den Kraftstoff E10 tanken. Auch alle Neufahrzeuge sind normalerweise für E10 zugelassen. Eine Falschbetankung mit E10 hat also normalerweise keine schlimmen Folgen.

Eine Liste mit Fahrzeugen, die eine E10-Freigabe haben, finden Sie auf der Internetseite der Deutschen Automobil Treuhand GmbH. In der Liste finden Sie auch eine Servicenummer der Fahrzeughersteller, die Sie anrufen können, wenn Sie sich bei Ihrem Fahrzeug unsicher sind.

Vorsicht gilt bei Autos, die keine E10-Freigabe haben. Dann kann schon eine kleine Menge des falschen Benzins E10 zu Schäden am Motor führen. Bei einer Falschbetankung sollten Sie die Hinweise Ihres Fahrzeugherstellers beachten. Schauen Sie in der Betriebsanleitung nach oder rufen Sie im Zweifel bei Ihrem Autohersteller oder einer Fachwerkstatt an, die Ihnen weitere Informationen geben kann.

Nach einer Einschätzung des ADACs kann es bei kleinen Mengen des falschen Sprits genügen, den Tank sofort mit ethanolarmem Benzin aufzufüllen. So schaffen Sie wieder ein ungefährliches Ethanol-Mischverhältnis in Ihrem Tank. Haben Sie Ihren Tank aber schon randvoll mit E10 aufgefüllt, ist normalerweise das Abpumpen des Tanks von einem Fachmann nötig.

Tankstellen-Schild mit Kosten für Kraftstoffe
An der Tankstelle können Sie viele verschiedene Kraftstoffe tanken. Das kann zu Verwechslungen beim Sprit und zum Falschtanken führen. © gettyimages/acilo

Falsch getankt: Wer zahlt?

Die Schäden durch eine Falschbetankung deckt die Kfz-Haftpflichtversicherung nicht. Auch die Teilkaskoversicherung und Vollkaskoversicherung übernehmen die Kosten bei falschem Tanken nicht, egal wie hoch sie sind.

Der Grund: Befüllen Sie den Tank Ihres Wagens mit dem falschen Kraftstoff, gilt das als Betriebsschaden. Betriebsschäden sind Schäden, die sich durch den falschen Gebrauch eines Fahrzeugs ergeben. Sie sind nicht mitversichert. Auch die Kaskoversicherung übernimmt nur Schäden, die durch Unfälle oder andere äußere Einflüsse (zum Beispiel Vandalismus, Hagelschaden oder Marderschaden) am Auto entstehen.

Es gilt: Sie müssen die Folgekosten durch eine Falschbetankung selbst bezahlen. Die Kosten, die durch das Abpumpen des Tanks oder bei der Reparatur entstehen, übernimmt Ihre Versicherung also nicht. Das gilt unabhängig davon, ob Sie eine Teilkaskoversicherung oder Vollkaskoversicherung abgeschlossen haben.

Auch wenn Sie ein fremdes Auto falsch betankt haben, müssen Sie für den Schaden selbst aufkommen. Es ist dabei egal, ob es sich um einen von einem Freund geliehenen Van, das Mietauto oder den Dienstwagen handelt. Wer zum falschen Zapfhahn greift, kann sich nicht auf seine Kfz-Versicherung berufen.

Denn: Sie enthält oft auch die sogenannte Benzinklausel. Hier sind Schäden an Fahrzeugen ausgeschlossen, die durch den Gebrauch des Fahrzeugs entstehen. Darunter fallen auch Falschbetankungen. Auch in dem Fall müssen Sie den Schaden, der durch den falschen Kraftstoff entstanden ist, selbst bezahlen.

Passen Sie beim Tanken auf!

Falschbetankungen können zu großen Schäden am Auto führen. Dabei kommt es immer darauf an, welchen Sprit Ihr Wagen benötigt und welchen Sie falsch getankt haben.

Es gibt aber einige Verhaltensregeln, die bei jeder Falschbetankung wichtig sind: Je weniger falschen Kraftstoff Sie tanken, desto geringer ist normalerweise der Folgeschaden. Hören Sie sofort auf zu tanken! Beachten Sie auch: Sobald Sie den Fehler bemerken, stellen Sie den Motor aus und fahren Sie auf keinen Fall weiter. Wenn Sie den Motor mit dem falschen Kraftstoff starten, kann es im schlimmsten Fall zu Schäden in Höhe von mehreren tausend Euro kommen.

Klären Sie dann weitere Fragen: In der Bedienungsanleitung finden Sie normalerweise die wichtigsten Informationen. Sie können sich auch bei Ihrem Autohersteller informieren oder bei einer Werkstatt nachfragen. Oft muss der Kraftstoff von einem Fachmann aus dem Tank abgepumpt werden.

Achten Sie beim Tanken immer genau darauf, zum richtigen Zapfhahn zu greifen. Abhängig vom benötigten Kraftstoff, können Sie übrigens auch Spritkosten sparen.

Wir wünschen Ihnen allzeit gute Fahrt! Ihre AllSecur

Meine Allsecur Login

Login nicht erfolgreich. E-Mail oder Passwort ungültig.

Sie werden sicher eingeloggt, bitte warten...

Login im Moment nicht möglich