Smart Repair & Spot Repair: Kosten und Tipps

Smart Repair bedeutet, einen Schaden „smart“, also mit möglichst wenig Aufwand und Kosten, zu reparieren. Mit der Methode lassen sich Kleinschäden wie Schrammen, Dellen oder Kratzer im Autolack beseitigen, ohne die Teile komplett austauschen zu müssen. Was genau Smart und auch Spot Repair umfasst, wie der Service funktioniert, wo Sie ihn nutzen können und welche Kosten dafür anfallen, erfahren Sie hier.

Automechaniker überprüft Schaden auf Smart Repair
Mit Smart Repair können Sie kleinere Reparaturen an Ihrem Auto kostengünstig ausbessern lassen. © gettyimages/Daisy-Daisy

Mit Smart Repair können kleine Schäden möglichst einfach, schnell und kostengünstig ausgebessert werden. Hier beantworten wir Ihnen alle Fragen zur „smarten“ Reparaturmethode:

Was ist Smart Repair?

Smart Repair ist der Überbegriff für eine besonders preisgünstige Reparatur- oder Instandsetzungsmethode. Mit ihr lassen sich verschiedene Kleinschäden an Neu- und Gebrauchtfahrzeugen punktuell reparieren.

Zu solchen Kleinschäden zählen zum Beispiel

  • Dellen in der Karosserie,
  • Kratzer im Lack,
  • Löcher und Risse in Kunststoffteilen (zum Beispiel im Armaturenbrett),
  • kleinere Kratzer an Felgen oder Parkschrammen,
  • kleine Steinschläge an der Windschutzscheibe und
  • Löcher in den Polstern oder Stoffteilen (zum Beispiel im Dachhimmel) im Innenraum des Autos.

Das Ziel der Smart-Repair-Methode ist es, möglichst „smart“ (auf Deutsch „schlau“) vorzugehen, um das Fahrzeugteil mit wenig Aufwand und geringen Kosten wieder in den ursprünglichen Zustand zu versetzen.

Das heißt zum Beispiel, dass der Fachmann bei einer kleinen Delle in der Karosserie nicht das gesamte Fahrzeugteil (zum Beispiel die ganze Motorhaube) austauscht, sondern er den Schaden punktgenau repariert. Indem er also nur einen sehr kleinen Bereich (nur die beschädigte Stelle) ausbessert, fallen Arbeitsaufwand und Kosten niedriger aus.

Smart Repair ist ein englischer Begriff und steht als Abkürzung für „Small to Medium Area Techniques“ (auf Deutsch „kleine bis mittlere Flächentechniken“). Grundsätzlich kann jeder Anbieter den Begriff Smart Repair verwenden, denn er ist nicht geschützt. Vor der Auswahl einer Werkstatt sollten Sie also am besten immer überprüfen, ob es sich um einen seriösen und professionellen Anbieter handelt.

Smart Repair kommt am häufigsten bei Schrammen und Dellen zum Einsatz. Dabei entscheidet die Werkstatt oder der Fachbetrieb immer im Einzelfall, ob Smart Repair bei dem Schaden möglich ist oder nicht. Wichtig ist vor allem, dass die beschädigte Stelle nicht zu groß ist.

Die Bearbeitung des Blechs, zum Beispiel bei einer Lackierung, wird in der Fachsprache auch als Spot Repair bezeichnet. Damit ist gemeint, dass nur der Punkt (auf Englisch „spot“) bearbeitet wird, an dem der Schaden, zum Beispiel ein Kratzer, sich tatsächlich befindet. Deutsche Begriffe dafür sind Punkt-Ausbesserung oder Punkt-Reparatur.

Beulen und Dellen lassen sich mit Smart Repair ausbessern
Mit der Smart-Repair-Methode können Sie Beulen und Dellen punktgenau ausbessern lassen. © gettyimages/C3nsored

Welche Schäden umfasst Smart Repair?

Die Smart-Repair-Methode ermöglicht es, Beulen und Dellen im Auto punktgenau auszubessern. Experten verwenden dafür normalerweise Spezialwerkzeug und eine moderne Ausbeulungs- oder Hebeltechnik, mit denen sie die Dellen wieder herausdrücken, -klopfen und -ziehen.

Anders als bei einer gängigen Reparatur, muss der Fachmann nicht das gesamte beschädigte Autoteil zeitaufwändig ausbauen und ein neues Ersatzteil einbauen. So lässt sich der Schaden meist deutlich schneller und kostengünstiger beheben. Ob die Reparatur mittels Smart Repair möglich ist, muss der Fachmann immer von Fall zu Fall entscheiden.

Normalerweise ist der Schaden im Blech nach der Reparatur nicht mehr zu erkennen. Um das Verfahren anwenden zu können, ist es aber wichtig, dass die Delle oder Beule nicht zu groß ist. Schwierig ist Smart Repair oft auch bei Dellen an Autokanten und -rundungen, denn dafür ist häufig das Anschweißen spezieller Stahlstifte notwendig. In Einzelfällen oder wenn nicht sauber gearbeitet wird, kann es passieren, dass der Übergang zu den angrenzenden Stellen erkennbar bleibt.

Durch die spezielle Hebeltechnik lässt es sich meist verhindern, dass der Lack bei der Reparatur einen Schaden nimmt. So ist keine teure Nachlackierung notwendig. Sind bei dem Schaden aber gleichzeitig auch Lackschäden entstanden, können auch sie mittels Smart Repair stellenweise und punktgenau ausgebessert werden (mehr dazu lesen Sie weiter unten). Wie das Verfahren an einer Delle tatsächlich ablaufen kann, zeigt Ihnen das nachfolgende Video:

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Risse & Löcher füllen

Auch kleine Risse oder Löcher in Sitzbezügen (zum Beispiel Brandlöcher durch Zigarettenglut), am Dachhimmel, im Armaturenbrett oder in der Mittelkonsole können mittels Smart Repair ausgebessert werden.

Dafür ist das richtige Werkzeug nötig. Meist bessern Fachleute solche Schäden unter Einsatz von Skalpell, Sprühpistole und einer speziellen Füllmasse aus.

Wichtig: Die Schäden dürfen nicht zu groß sein. Normalerweise lassen sich mit der Smart-Repair-Methode Löcher bis zu einem Durchmesser von circa drei Zentimetern und Risse mit einer Länge von bis zu circa zehn Zentimetern reparieren. Für die Reparatur ist außerdem viel Fingerspitzengefühl nötig.

Felgen ausbessern

Es reicht schon eine Bordsteinkante beim Ein- oder Ausparken, um kleine Schäden an den Autofelgen zu verursachen. Mit Smart Repair lassen sich auch kleine Kratzer oder Abschürfungen an den Felgen ausbessern und optisch in den Ausgangszustand zurückversetzen. Sie werden dabei nur punktuell und direkt am Fahrzeug beseitigt und danach neu lackiert.

Der Vorteil: Dafür muss die Felge nicht komplett ausgetauscht werden. Der Materialeinsatz bleibt minimal und der Zeitaufwand ist geringer. So sind die Kosten normalerweise auch gut überschaubar. Welche durchschnittlichen Kosten bei Smart Repair normalerweise entstehen können, erfahren Sie weiter unten im Ratgeber.

Der Nachteil: Damit eine Smart-Repair-Anwendung an den Felgen möglich ist, gibt es viele Voraussetzungen. Denn die Reparaturmethode ist nicht bei allen Felgen möglich. Grundsätzlich eignen sich nur Leichtmetall-Felgen und nur bestimmte Stellen der Felge, wie die Vereinigung unabhängiger Lackier- und Karosseriefachbetriebe Acoat Selected erklärt.

Ausgenommen sind demnach Magnesiumfelgen und Felgen, die schon einmal behandelt wurden (zum Beispiel beschädigt, poliert oder verdichtet) wurden. Ausgeschlossen ist das Smart-Repair-Verfahren bei gerissenen, gebrochenen oder verbeulten Felgen. Denn bei ihnen sind Festigkeit, Oberfläche und Struktur der Autofelge schon nachhaltig geschädigt. Nur ein kompletter Austausch kann dann noch für die nötige Fahrsicherheit sorgen.

Ob die Voraussetzungen bei Ihrer Felge erfüllt sind, kann ein kompetenter Fachbetrieb schnell einschätzen. Tipp: Im Zweifel können Sie Ihre Felge auch beim TÜV kurz begutachten lassen.

Felgen am Auto
Nur bestimmte Schäden an Felgen lassen sich mit Smart Repair ausbessern. © gettyimages/PatriciaEnciso

Windschutzscheibe reparieren

Auch bei einem kleinen Steinschlag in der Windschutzscheibe kann das Smart-Repair-Verfahren unter den richtigen Umständen zeit- und kostensparend sein. In manchen Fällen muss das Glas nämlich nicht komplett ausgetauscht werden, sondern kann allein durch Abschleifen oder durch eine Behandlung mit Harz und UV-Licht punktuell repariert werden.

Ob das möglich ist, ist immer von Art, Größe und Lage des Steinschlags auf der Glasscheibe abhängig. Grundsätzlich muss das aber der Fachmann entscheiden.

Die Voraussetzungen für eine solche Reparatur sind, dass der Schaden kleiner als eine Zwei-Euro-Münze ist und nicht im Sichtfeld des Fahrers liegt. Außerdem darf der Schaden nur am äußeren Autoglas der Windschutzscheibe und nicht zu nah am Rand vorliegen.

Tipp: Was Sie bei einem Steinschlag noch beachten müssen, welche Kosten auf Sie zukommen und welche Versicherung zahlt, erfahren Sie in unserem Ratgeber „Steinschlag“.

Spot Repair bei Kratzern

Spot Repair ist eine besondere Art der Smart-Repair-Methode, nämlich für Lackschäden am Fahrzeug. Kleine und mittlere Lackschäden an der Karosserie lassen sich damit punktgenau (deutsch für „spot“ = Punkt) ausbessern. Die Reparatur erfolgt direkt am Fahrzeug, kein Fahrzeugteil muss ausgebaut oder ausgetauscht werden. Dabei lassen sich zum Beispiel tiefe Lackkratzer auffüllen, die Oberfläche wieder glattschleifen und anschließend punktuell neu lackieren und polieren. Das Ziel ist es, die Instandsetzung des Blechs möglichst perfekt und mit minimalem Aufwand zu erreichen.

Der Vorteil: Durch Spot Repair bleiben Arbeitsaufwand und Kosten gering. Laut der Welt können Sie durch die Ausbesserung einzelner Stellen sogar rund zwei Drittel der Kosten für die Lackierung sparen. Fachmänner benötigen außerdem weniger Material, um die Reparatur durchzuführen. Die Methode ist deshalb auch umweltfreundlicher als übliche Lackierarbeiten. Auch der Werkstattaufenthalt ist meistens kürzer. Oft kann die Reparatur schon an einem Tag komplett erfolgen.

Wichtig ist dabei aber, dass die exakte Farbe des Originallacks getroffen wird, damit farbliche Übergänge nach der Reparatur nicht mehr zu sehen sind. Dafür wenden Experten normalerweise spezielle Mischsysteme an. Aber nicht alle Lackfarben lassen sich nachmischen und auf alle Oberflächen lackieren. Schwierig sind zum Beispiel Flip-Flop-Lack (Metalleffektlack), blaue, bronzefarbene oder silberne Lacke. Deshalb ist Spot Repair nicht bei allen Lackschäden anwendbar.

Spot Repair hat außerdem noch andere Grenzen. Denn auch die Größe des Lackschadens (zum Beispiel des Kratzers) ist entscheidend. Ein Beispiel: Manche Anbieter können Kratzer oder Schrammen im Lack von bis zu 15 Zentimetern mit Spot Repair beseitigen.

An Dach, Motorhaube oder wenn das ganze Bauteil verkratzt ist, ist normalerweise von Spot Repair abzuraten. Viele Tipps finden Sie in unserem Ratgeber „Auto lackieren“.

Sport Repair beim Lackschaden
Durch Spot Repair lassen sich kleinere Kratzer im Lack punktgenau ausbessern. © gettyimages/themacx

Smart Repair: Welche Kosten entstehen?

Die Kosten der Smart-Repair-Technik sind schwer zu berechnen. Denn sie sind immer individuell vom Schaden und vom Aufwand der Reparatur abhängig. Auch die Preise dafür sind deshalb sehr individuell und schwer einzuschätzen. Ein Fachmann kann Ihnen nach der Begutachtung Ihres Schadens aber normalerweise schnell einen recht genauen Kostenvoranschlag machen.

In der folgenden Tabelle sehen Sie eine Übersicht über verschiedene mögliche Schäden, die mit Smart Repair ausgebessert werden können, und ihre Kosten. Für die Angaben haben wir die Angebote verschiedener seriöser Anbieter verglichen und daraus die durchschnittlichen Kosten ermittelt. Sie können Ihnen als grobe Orientierung dienen. Die genauen Kosten hängen aber normalerweise von der jeweiligen Werkstatt, der Schwere des Schadens und den Ansprüchen und Wünschen des Kunden ab.

Smart Repair Kosten
Reparatur: Schrammen in Alufelge entfernen Kosten: ab circa 30 Euro
Reparatur: Kratzer im Lack polieren Kosten: ab circa 40 Euro
Reparatur: Spot Repair am Lack Kosten: ab circa 100 Euro
Reparatur: Loch im Sitzbezug (Stoff) beseitigen Kosten: ab circa 50 Euro
Reparatur: Loch im Sitzbezug (Leder) beseitigen Kosten: ab circa 80 Euro
Reparatur: Felgen lackieren Kosten: ab circa 70 Euro
Reparatur: Kunststoff-Reparatur Kosten: ab circa 60 Euro
Reparatur: Schaden in Windschutzscheibe ausbessern Kosten: ab circa 80 Euro
Reparatur: Dellen ausbeulen Kosten: ab circa 100 Euro

Wichtig ist, dass Sie die Leistung und Preise verschiedener Werkstätten vorab vergleichen. Wie das Ergebnis einer ADAC-Studie im folgenden Video zeigt, kann man bei vielen Anbietern mit Smart Repair für wenig Geld sehr gute Ergebnisse erzielen. Das macht vor allem auch dann Sinn, wenn Sie nach der Reparatur Ihr Auto verkaufen wollen.

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Welche Vor- und Nachteile gibt es bei Smart Repair?

Die Methode der Smart-Repair-Reparatur bietet sowohl Vorteile als auch Nachteile. Hier erfahren Sie das Wichtigste.

Vorteile von Smart Repair

Zu den Vorteilen von Smart Repair zählen:

  • geringer Materialverbrauch
  • niedrige Kosten
  • schnellere Reparatur durch weniger Zeitaufwand
  • kürzerer Werkstattaufenthalt
  • umweltfreundlicherer Aufwand als bei üblichen Methoden
  • kann unabhängig vom Alter des Autos durchgeführt werden

Nachteile von Smart Repair

Smart Repair kann aber auch Nachteile haben:

  • Smart Repair ist nur bei Schäden möglich, die nicht zu groß sind. Um die Sicherheit im Straßenverkehr nicht zu gefährden, sollte immer ein Fachmann entscheiden, ob eine Smart-Repair-Methode anwendbar und sinnvoll ist.

  • Manchmal bleiben Übergänge zur reparierten Stelle sichtbar, zum Beispiel bei Dellen oder zwischen altem und neuem Lack.

  • Bei Spot Repair: Es gibt Farbtöne und Lacksorten, die sich nicht eignen, zum Beispiel Flip-Flop-Lackierungen, aber auch manche Blau-, Bronze- und Silbertöne.

  • Mit der Ausbesserung verliert das Bauteil normalerweise die Garantie des Herstellers! Das ist bei einer Reparatur immer zu berücksichtigen. Generell gilt aber, dass dann der ausführende Fachbetrieb die Gewährleistung für das Bauteil und die geleistete Arbeit übernimmt.

Tipp: Vor allem bei alten Fahrzeugen kann Smart Repair nützlich sein, wenn kleine Unregelmäßigkeiten in der Optik des Fahrzeugs vielleicht nicht mehr so wichtig sind.

Smart Repair als günstige Alternative

Damit Ihr Auto langfristig in einem guten Zustand bleibt, sollten Sie Schäden immer sofort reparieren. Mit der Reparaturmethode Smart Repair lassen sich kleine Schäden wie Dellen, Kratzer, Risse oder Löcher an Karosserie, Kunststoff oder Stoff im Innenraum ausbessern. Aber auch Makel und Schäden an Stoßstange oder Windschutzscheibe lassen sich kostengünstig und zeitsparend wieder instand setzen.

Smart Repair können Sie bei einem Fachmann durchführen lassen. Im Vergleich zu herkömmlichen Reparaturmethoden können Sie damit einiges an Kosten sparen, weil damit das Ausbauen von Fahrzeugteilen nicht notwendig ist. Dadurch sind auch Aufwand und Zeit für die Reparatur geringer.

Wir wünschen Ihnen allzeit gute Fahrt! Ihre AllSecur

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