Scheinwerfer polieren

Dürfen Scheinwerfer einfach poliert werden oder ist die Aufbereitung verboten? Wir haben mit dem TÜV gesprochen und klären auf, was erlaubt ist.

Polierte Scheinwerfer mit voller Leuchtkraft
Scheinwerfer polieren ist ein umstrittenes Thema. © gettyimages/vrcraft

Die Scheinwerfer Ihres Autos dürfen nicht matt, verkratzt oder vergilbt sein, weil Ihr Auto bei der Hauptuntersuchung so keinen TÜV bekommt. Wir erklären Ihnen deshalb, ob es erlaubt ist, Scheinwerfer zu polieren, wie Sie ohne Aufbereitung trotzdem durch den TÜV kommen und Ihre Scheinwerfer vor dem Erblinden schützen können.

Das Wichtigste in Kürze

  • Scheinwerfer zu polieren, ist ganz klar gesetzlich verboten. Autoscheinwerfer besitzen eine Bauartgenehmigung und dürfen grundsätzlich nicht verändert werden.

  • Sie können matte Scheinwerfer professionell in einer Werkstatt austauschen lassen oder den Austausch selbst durchführen. Neue Scheinwerfer kosten jeweils zwischen 300 und 800 Euro.

  • Wenn Sie Ihre Scheinwerfer regelmäßig reinigen und Schotterstraßen meiden, können Sie Ihre Scheinwerfer vor dem Erblinden schützen.

Ist das Polieren der Scheinwerfer erlaubt?

Blinde Scheinwerfer
Matte Scheinwerfer sind ein No-Go beim TÜV. © gettyimages/Jiggo_thekop

Die Scheinwerfer Ihres Fahrzeugs dürfen Sie nicht polieren, denn:

  • Durch das Polieren tragen Sie den Kunststoff am Scheinwerfer ab und er ist dadurch nicht mehr im Originalzustand.

  • In Deutschland müssen Scheinwerfer festgelegten Anforderungen entsprechen und benötigen deshalb eine Genehmigung, die sogenannte Bauartgenehmigung. Laut § 22a Nr.7 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) darf die Bauart nicht verändert werden. Aber: durch das Polieren verändern Sie den Scheinwerfer. In dem Fall erlischt also auch die Betriebserlaubnis.

Am Ende entscheidet der TÜV darüber, ob Sie mit Ihrem Scheinwerfer die Hauptuntersuchung bestehen oder nicht.

Das sagen die TÜV-Experten:

"Wenn die Abdeckscheibe Bestandteil der Bauartgenehmigung ist (das ist in der Regel der Fall), darf diese nicht durch Aufbringen von Lacken, Bearbeiten oder Beschichten oder ähnlichem verändert werden. In diesem Fall erlischt die Bauartgenehmigung und ist erneut nachzuweisen und durch eine separate Kennzeichnung auszuweisen. Der Scheinwerfer ist ein Bauteil/selbständige Technische Einheit und damit führen Veränderungen an diesem zum Erlöschen der Allgemeinen Betriebserlaubnis."

Gesetz und TÜV sind sich also einig: das Polieren der Scheinwerfer ist grundsätzlich nicht erlaubt.

Achtung: Sie sollten Ihre Scheinwerfer also nicht polieren oder aufbereiten und auch auf Hausmittel, wie zum Beispiel Zitrone, Zahnpasta, Cola oder Schleifpapier, verzichten. Sie greifen das Material genauso an wie aggressive Reiniger.

Gefährdung durch polierte Scheinwerfer

Zahlreiche Anleitungen im Internet und spezielle Produkte für das Aufbereiten der Scheinwerfer geben vor, dass es ganz selbstverständlich ist, Autoscheinwerfer zu polieren. Abgesehen davon, dass es gesetzlich verboten ist, hat das Polieren noch weitere negative Auswirkungen:

  1. Durch das Schleifen können Einkerbungen und Rillen entstehen, die das Licht falsch brechen lassen. Entgegenkommende Verkehrsteilnehmer könnten geblendet werden oder Ihre Fahrbahn wird nicht richtig ausgeleuchtet.

  2. Kommt es zu einem Unfall, ist es möglich, dass Ihre Kfz-Versicherung den Schaden nicht übernimmt. Klären Sie also im Vorfeld genau ab, wie Ihre Versicherung dazu steht.

  • Die Kfz-Versicherung der AllSecur prüft bei einem Schaden normalerweise nicht, ob die Scheinwerfer poliert wurden. Wichtig ist aber, dass das Fahrzeug die Hauptuntersuchung besteht und einen gültigen TÜV hat. Bei der AllSecur ist auch grobe Fahrlässigkeit mitversichert. Das bedeutet, solange Sie die Politur nicht vorsätzlich falsch ausgeführt haben (um zum Beispiel absichtlich jemanden zu blenden), werden Schäden übernommen.

Das sollten Sie wissen: Vorsicht gilt auch bei Werkstätten, die eine professionelle Aufbereitung der Scheinwerfer durch einen Fachmann anbieten. Das ändert nichts daran, dass Scheinwerfer laut Gesetz nicht poliert werden dürfen.

Autoscheinwerfer polieren: Ja oder Nein?

Scheinwerfer werden poliert.
Die Scheinwerfer zu polieren, ist rein rechtlich verboten. © gettyimages/smuay

Ob die Scheinwerfer aufbereitet wurden, kann bei der Hauptuntersuchung zwar nur schwer nachvollzogen werden. Wir empfehlen Ihnen aber trotzdem, auf das Polieren zu verzichten, damit Sie die Sicherheit im Straßenverkehr nicht gefährden. Wir zeigen Ihnen deshalb, was Sie bei erblindeten Scheinwerfern tun können und wie matte Scheinwerfer erst gar nicht entstehen.

Blinde Scheinwerfer: Was tun?

Sind Ihre Scheinwerfer erblindet, erhalten Sie keinen TÜV. Erblindet bedeutet hier, dass die Leuchtkraft geschwächt ist, weil die Scheinwerfer matt, verkratzt oder vergilbt sind.

Entscheiden Sie sich gegen das Polieren, können Sie Ihre Autoscheinwerfer in einer Werkstatt professionell austauschen lassen oder unter bestimmten Voraussetzungen selbst wechseln.

Scheinwerfer professionell austauschen lassen

Scheinwerfer werden ausgetauscht.
Es lohnt sich, die Scheinwerfer auszutauschen. © gettyimages/4X-image

Erhalten Sie wegen Ihrer matten Autoscheinwerfer keinen TÜV, können Sie die Scheinwerfer professionell austauschen lassen.

Folgende Kosten sind dafür üblich:

  • Je nach Fahrzeugmodell zwischen 300 und 800 Euro pro Scheinwerfer.

  • Plus die Kosten für die Arbeitszeit der Werkstatt.

Der Austausch ist zwar kostspielig, aber lohnt sich, um den TÜV und Ihre Sicherheit zu gewährleisten. Wenn Sie sich über die genauen Kosten informieren möchten, kontaktieren Sie am besten eine Werkstatt und lassen Sie sich einen Kostenvoranschlag geben. Ihre Scheinwerfer können Sie normalerweise von jedem Fachmann wechseln lassen.

Scheinwerfer selbst austauschen

Möchten Sie sich Werkstattkosten sparen, sind handwerklich geschickt und haben das nötige Werkzeug zuhause, können Sie die Scheinwerfer auch selbst austauschen. Wie das geht, zeigt Ihnen folgendes Video:

YouTube Video ansehen

Tipps zum Wechseln:

  1. Neue Scheinwerfer werden ohne Leuchtmittel (Glühbirne) geliefert.

  2. Sind Ihre Glühbirnen defekt, müssen Sie zusätzlich neue bestellen.

  3. Noch funktionierende Leuchtmittel können auch im neuen Scheinwerfer wieder problemlos eingesetzt werden.

  4. Weil für den Wechsel der Scheinwerfer Frontteile des Fahrzeugs abmontiert werden müssen, empfehlen wir Ihnen, den Wechsel zu zweit durchzuführen.

Achtung: Selbst durchgeführte Arbeiten bergen immer ein Verletzungsrisiko oder können das Fahrzeug bei falscher Umsetzung beschädigen.

Reinigungsanleitung: Scheinwerfer vor dem Erblinden schützen

Scheinwerfer wird gereinigt.
Regelmäßiges Reinigen bewahrt den Scheinwerfer vor dem Erblinden. © gettyimages/nattzkamol

Damit Ihre Scheinwerfer möglichst lange die volle Leuchtkraft behalten und es erst gar nicht so weit kommt, dass Sie über einen Austausch nachdenken müssen, können Sie folgende Tipps beachten:

Tipp 1: Befreien Sie Ihre Scheinwerfer regelmäßig von grobem Schmutz.

Grober Schmutz verkratzt Ihre Scheinwerfer oder setzt sich in bereits vorhanden kleinen Kratzern fest. Dadurch vergilben Ihre Scheinwerfer.

  • Spülen Sie deshalb groben Dreck mit warmem Wasser ab, ohne über den Scheinwerfer zu reiben (so entstehen keine Kratzer).

  • Säubern Sie danach den Kunststoff mit einem Mikrofasertuch und Autoshampoo.

Achtung: Verzichten Sie auf aggressive Reinigungs- und Hausmittel, die die Oberfläche angreifen und beschädigen. Dadurch erlischt die Betriebserlaubnis!

Aggressive Reinigungs- und Hausmittel für Scheinwerfer sind zum Beispiel:

  • Polituren

  • Zitronen(säure)

  • Natron

  • Cola

  • Zahnpasta

  • Spezielle Scheinwerfer-Reinigungsmittel

Tipp 2: Vermeiden Sie gestreute Straßen und Schotterwege.

Kleine Steinchen sind oft die Ursache für verkratze Scheinwerfer. In den Kratzern setzt sich schnell Schmutz fest und die Scheinwerfer erblinden. Versuchen Sie also so gut es geht, gestreute Straßen oder Schotterwege zu vermeiden.

Scheinwerfer & Versicherungsschutz

Erblindete Scheinwerfer sind eine ganz normale Abnutzungserscheinung, die früher oder später jeder Scheinwerfer aufweist. Deshalb wird ein Wechsel von der Versicherung normalerweise nicht bezahlt.

Wird Ihr Scheinwerfer aber bei einem Unfall beschädigt, übernimmt die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers oder Ihre Vollkaskoversicherung die Kosten für einen neuen Scheinwerfer.

Sind Sturm, Hagel oder ein Wildunfall der Grund für einen kaputten Scheinwerfer, übernimmt eine Teilkaskoversicherung normalerweise den Schaden.

Wir wünschen Ihnen allzeit gute Fahrt! Ihre AllSecur

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