Ölwechsel am Auto: Das müssen Sie beachten

Der regelmäßige Ölwechsel ist Pflicht. Denn das Motoröl ist der Lebenssaft des Motors. Wir erklären Ihnen, wann der Ölwechsel nötig ist, wie lange er dauert, wie viel er kostet und warum Sie das Motoröl regelmäßig wechseln müssen. Unsere Anleitung zeigt, wie Sie den Ölwechsel selber machen können.

Öl wird eingefüllt

Sie dürfen nur das vom Hersteller vorgeschriebene Öl verwenden! © iStock/Ensup

Blinkt das rote Ölkännchen am Armaturenbrett, steht ein Ölwechsel an. Wir klären die wichtigsten Fragen zu dem Thema:


Warum ist der Ölwechsel wichtig?

Der Motor besteht aus vielen beweglichen Teilen. Reiben sie direkt aneinander, kann es zu Motorschäden wie Überhitzung kommen. Das Motoröl sorgt dafür, dass die Teile nicht aneinander reiben und die Wärme sich gleichmäßig verteilt.

Das Motoröl dient auch als Reinigungsmittel: Während der Motor arbeitet, können Metallspäne entstehen. Das Öl bindet diese Schmutzpartikel und filtert sie über den Ölfilter heraus. Öl und Filter nutzen sich mit der Zeit ab. Sie müssen regelmäßig erneuert werden.

In den ersten Lebensjahren Ihres Autos wird der Ölwechsel meist in der Werkstatt gemacht. Das erfolgt im Rahmen der Inspektion. Bei älteren Fahrzeugen können Sie den Ölwechsel selbst machen. Der Wert des Fahrzeugs sinkt normalerweise nicht.

Mechaniker wechselt Öl

Sie können den Ölwechsel selbst machen, sollten sich aber vorher informieren. ©iStock/ Antonio_Diaz


Wann und wie oft muss ich den Ölwechsel vornehmen?

Sie sollten das Motoröl nach etwa 15.000 bis 30.000 Kilometern wechseln. Bei einem durchschnittlichen Fahrverhalten ist das alle 12 bis 18 Monate.

Fahrzeuge, die nur kürzere Strecken fahren, brauchen öfter einen Ölwechsel, als Langstreckenfahrer. Das unterscheidet sich aber je nach Fahrzeugtyp. Die genauen Angaben finden Sie im Serviceheft. Normalerweise informiert Sie auch Ihr Autodisplay, wenn ein Ölwechsel ansteht.

Manchmal müssen Sie das Motoröl außerhalb der Zeiträume wechseln. Zum Beispiel, wenn es Verschmutzungen (Ruß, Schwefeloxide, Wasser) aufweist. Das erkennen Experten an einer sehr dunklen Farbe.

Bei Diesel- und Ottomotoren kann das Öl durch Ruß verdicken und in der kalten Jahreszeit zu Startschwierigkeiten führen. Wenn Sie Verschmutzungen vermuten, fahren  Sie in eine Werkstatt.

Fahren Sie unter extremen Bedingungen, wie beim Offroad oder Motorsport, müssen Sie das Motoröl öfter wechseln. Der Motor arbeitet schneller, es entstehen hohe Temperaturen. In der Formel 1 wird beispielweise nach jedem Rennen das Öl gewechselt.


Was kostet der Ölwechsel?

Ein Ölwechsel in der Werkstatt kostet zwischen 25 und 90 Euro. Der Preis ist stark von der benötigten Ölsorte abhängig. Die Literpreise liegen zwischen 5 und 70 Euro. Es ist oft billiger, wenn Sie das Öl vorher selbst besorgen.

Lassen Sie auch den Ölfilter wechseln, kostet der gesamte Ölwechsel etwas mehr. Der Filter ist mit Preisen zwischen 15 und 20 Euro verhältnismäßig günstig, insgesamt sind es dann zwischen 30 und 110 Euro.

Preisunterschiede gibt es oft zwischen Vertragswerkstätten und freien Werkstätten. Aufwändige Reparaturen sollten Sie in einer Vertragswerkstatt machen lassen. Die Mechaniker wissen genau über Ihr Automodell Bescheid. Einfache Reparaturen wie den Ölwechsel kann eine freie Werkstatt übernehmen.

Machen Sie den Ölwechsel selbst, müssen Sie Werkzeug, Öl und Filter zahlen. In einer Selbsthilfewerkstatt können Sie das Werkzeug auch leihen. Eine Stunde kostet dort meist 10 bis 20 Euro.

Utensilien für den Ölwechsel

Die Werkzeuge für einen Ölwechsel bekommen Sie im Fachhandel. ©iStock/fcafotodigital


Wie lange dauert ein Ölwechsel?

Ein Ölwechsel in der Werkstatt dauert 15 bis 30 Minuten. Wenn Sie das Öl selbst wechseln, müssen Sie mit mehr Zeit rechnen. Es kommt auf Ihre Erfahrung an. Sie müssen auch die Zeit zum Be- und Entsorgen des Öls und der Werkzeuge bedenken.


Welches Motoröl soll ich verwenden?

Es gibt viele unterschiedliche Motoren. Das Motoröl muss zu hundert Prozent geeignet sein. Halten Sie sich an die Angaben Ihres Autoherstellers. Im Handbuch steht, welches Öl Sie brauchen. Normalerweise hinterlassen Werkstätten auch einen Zettel mit Ölwechsel-Datum und Ölsorte im Motorraum.

Unterschiede zwischen Mineralöl und Synthetiköl

Es wird zwischen Mineralöl und Synthetiköl unterschieden. Mineralöl wird aus Erdöl gewonnen und ist günstiger. Die Herstellung von Synthetiköl ist teurer. Das Öl ist aber hochwertiger und besser für den Motor. Es muss seltener gewechselt werden.

Öl für das ganze Jahr: Mehrbereichsöle

Jahreszeitenabhängige Öle müssen im Sommer und Winter ausgetauscht werden. Mehrbereichsöle können Sie das ganze Jahr verwenden. Sie sind am vorgestellten „W“ erkennbar, das steht für „wintertauglich“.

Besonders häufig sind diese Mehrbereichsöle: 5W 30, 0W 40, 15W 40, 5W 40, 5W 50, 10W 60. Die Zahl vor dem W gibt die Zähflüssigkeit des Öls bei Minusgraden an. Je niedriger die Zahl desto schneller fließt das Öl bei kalten Temperaturen.


Wie kann ich einen Ölwechsel selber machen?

Ein eigener Ölwechsel kann Kosten sparen. Er lohnt sich meist nur bei älteren Autos. Sonst kann der Wert Ihres Fahrzeugs sinken.

Motorölwechsel: Das müssen Sie beachten

Verwenden Sie das vorgeschriebene Öl und achten Sie auf die fachgerechte Entsorgung des Altöls. Sie brauchen dafür eine verschließbare Ölauffangschale. Motoröl und Ölfilter können Sie beim Kfz-Fachhändler oder im Baumarkt kaufen.

Eine Hebebühne oder Auffahrtsrampe erleichtert den Ölwechsel. Selbsthilfewerkstätten eignen sich gut. Das kostet 10 bis 20 Euro pro Stunde. Bei Fragen können Sie sich an das Fachpersonal wenden und das Werkzeug mitbenutzen.

Ölwechsel-Anleitung: Der Ölwechsel am Beispiel eines VW Polos

Das brauchen Sie:

  • Das vom Hersteller empfohlene Motoröl
  • Ölablasswanne
  • Ablassschraube
  • ½ Zoll Ratsche mit 36er und 19er Stecknuss
  • Ölfilter
  • Trichter

Die Anleitung zeigt den Ölwechsel am VW Polo. Haben Sie spezielle Fragen zu Ihrem Fahrzeug, informieren Sie sich vorher bei Ihrem Hersteller.

Demontage

Ölstab

Den Ölstab herausziehen. ©iStock/MG_54

  1. Entfernen Sie die Motorabdeckung.
  2. Ziehen Sie den Ölmessstab heraus. Dann kann das Öl später leichter abfließen.
  3. Lösen Sie den Deckel des Ölfiltergehäuses. Hat sich der Deckel mit der Zeit festgesaugt, ist das kraftaufwändig. Nutzen Sie die Ratsche. Wichtig: Lösen Sie den Deckel nur, ziehen Sie ihn nicht komplett heraus. Das Gehäuse steht unter Druck, es kann sonst Öl herausspritzen.

Altes Öl ablassen

Mann lässt Öl ab

Altes Öl ablassen. ©iStock/chickiBam

  1. Bocken Sie das Auto auf, um die Ölablassschraube zu erreichen. Haben Sie keine Hebebühne, können Sie einen mobilen Wagenheber nutzen. Wichtig ist, dass das Fahrzeug gerade angehoben wird. Dann kann das Öl komplett ablaufen und Sie erhalten beim Einfüllen die richtigen Messwerte.
  2. Stellen Sie sich mit der Ölablasswanne unter den Motor und lösen Sie die Ölablassschraube. Lassen Sie das Öl in die Wanne laufen.
  3. Wichtig: Entsorgen Sie das alte Öl fachgerecht bei dem Händler, der Ihnen das neue Öl verkauft hat. Er ist verpflichtet das alte zurückzunehmen.
  4. Tauschen Sie die alte Ölablassschraube gegen eine neue. Achten Sie darauf, dass die neue Schraube etwas größer als die alte ist. Nur so ist sie wirklich dicht. Ziehen Sie die neue Schraube mit einem Ratschenschlüssel fest. Öltropfen können Sie mit einem Tuch entfernen.
  5. Bocken Sie das Auto wieder ab.

Ölfilter wechseln

Ölfilter

Ölfilter wechseln. ©iStock/DuxX

  1. Tauschen Sie den Ölfilter. Er befindet sich im Deckel, den Sie vorher gelöst haben. Nehmen Sie den Deckel samt Filter vorsichtig heraus und ziehen Sie den alten Ölfilter ab.
  2. Lösen Sie den alten Dichtgummi und tauschen Sie ihn durch einen neuen aus. Wichtig ist, dass der Dichtgummi richtig platziert wird:  nicht auf oder neben dem Gewinde.
  3. Setzen Sie den neuen Filter auf.
  4. Schrauben Sie Ölfilter und Deckel wieder ans Gehäuse und ziehen es fest, bis es knackt.
  5. Entsorgen Sie die alten Teile fachgerecht bei Ihrem Händler.

Neues Öl einfüllen

Öl wird nachgefüllt

Neues Öl nachfüllen. ©iStock/npdesignde

  1. Stecken Sie den Ölmessstab wieder rein. Dann können Sie später prüfen, wie viel Öl Sie eingefüllt haben.
  2. Füllen Sie das das neue Öl ein. Lesen Sie vorher im Handbuch, wie viel Sie brauchen und kippen Sie etwa einen halben Liter weniger ein. Mit dem Trichter ist es einfacher.
  3. Prüfen Sie immer wieder den Ölstand, bis er zwischen Minimum und Maximum steht. Ziehen Sie zum Ablesen den Messstab heraus.
  4. Starten Sie Ihr Auto neu. So kann sich das Öl im Filter und Motor verteilen. Zehn Sekunden reichen meist aus. Am Anfang hören Sie ein klackerndes Geräusch. Hat es aufgehört, können Sie den Motor ausmachen.
  5. Das Öl muss sich erst in der Ölwanne sammeln. Warten Sie 10 Minuten und lesen mit dem Ölmessstab den neuen Wert ab. Füllen Sie wieder Öl nach, bis der mittlere Wert erreicht ist.
  6. Bringen Sie Deckel und Verkleidung wieder an.

Nach dem Ölwechsel

Nach jedem Ölwechsel an Ihrem Auto sollten Sie sich den Kilometerstand notieren. Dann können Sie den nächsten Ölwechsel zur richtigen Zeit machen. Ob Sie ihn selber machen, bleibt Ihnen überlassen. Sie sparen Kosten, müssen aber auch die längere Dauer und den Mehraufwand beachten.

Nicht nur der regelmäßige Ölwechsel ist wichtig, um Ihr Auto richtig zu warten. Erfahren Sie, was Sie sonst bei der Autopflege beachten sollten. Blinkt noch eine andere Kontrollleuchte als die Ölkanne auf, hilft Ihnen unser Artikel zu den wichtigsten Kontrollleuchten weiter.

Wir wünschen Ihnen einen erfolgreichen Ölwechsel und allzeit gute Fahrt! Ihre AllSecur