VW und Daimler rufen Hunderttausende Autos zurück

/ München

Daimler ruft 690.000 Diesel-Autos zurück, VW knapp 700.000 Autos vom Typ Tiguan und Touran, die undicht sein könnten. In Deutschland sind insgesamt rund 330.000 Fahrzeuge betroffen.

Warnschild © Foto: iStock/PointImages

Volkswagen und Daimler rufen weltweit jeweils knapp 700.000 Autos zurück. Beim VW-Konzern müssen die Modelle Tiguan und Touran in die betriebseigenen Werkstätten, da eine Lichtleiste am Panoramadach undicht sein könnte und auf diese Weise Feuchtigkeit einzudringen droht. Ein Kurzschluss sei die mögliche Folge. Daimler muss wegen unzulässiger Abschalteinrichtungen bei der Abgasreinigung verschiedene Diesel-Modelle updaten, berichtet „heise.de“ unter Berufung auf die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

Mehr als 50.000 Volkswagen in Deutschland betroffen

Der VW-Rückruf betrifft in Deutschland immerhin etwa 52.500 Fahrzeuge: 30.000 vom Modell Tiguan und rund 22.500 vom Typ Touran. Nur die Ausstattungsvarianten mit großem Schiebedach und Ambientebeleuchtung der aktuellen Modellgeneration, die bis zum 5. Juli produziert wurde, benötigen die Reparatur. Die Besitzer könnten die Wagen bis zur Rückgabe aber weiter nutzen, erklärte ein VW-Sprecher.

Kurzschluss könnte Brand auslösen

Ein erster Warnhinweis für einen Kurzschluss sei der Ausfall der Ambientebeleuchtung. Falls bereits von der Hitze verursachte, braune Flecken zu sehen sind, sollte der Autobesitzer aber umgehend eine Werkstatt aufsuchen. Denn im schlimmsten Fall könne es laut VW zu einem Brand kommen.

Daimler ruft 280.000 Fahrzeuge in Deutschland zurück

Bei Daimler sind deutschlandweit sogar rund 280.000 Diesel-Fahrzeuge vom Rückruf betroffen. Das nötige Update in den Werkstätten ist schon seit Anfang August bekannt, doch zunächst waren die Stuttgarter von einer geringeren Fahrzeuganzahl ausgegangen. Auf der Liste stehen laut dem Bundesverkehrsministerium (BMVI) Varianten der Modelle Vito, der C-, E- und S-Klasse und der SUVs GLC, GLE und GLS.

Behörde befürchtet erhöhte Stickoxid-Emissionen

Betroffene Besitzer will Daimler zwar informieren, legt aber gleichzeitig Widerspruch gegen den Bescheid des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) ein. Denn der Autobauer hält die Abschalteinrichtungen nicht für illegal und strebt deshalb eine rechtliche Klärung an. Nach Ansicht des BMVI könnte es im Betrieb der Fahrzeuge allerdings zu erhöhten Stickoxid-Emissionen (NOx) kommen. Deshalb müsse Daimler die unzulässige Abgas-Software austauschen.