Typklassen & Regionalklassen 2017 © AllSecur

Typklassen & Regionalklassen 2017

Am 1. Oktober 2016 hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) die Typ- und Regionalklassen für das Jahr 2017 veröffentlicht. Der GDV prüft jedes Jahr die Schadenstatistiken für tausende Automodelle und alle Zulassungsbezirke. Das Ergebnis dieser Bewertung dient als Grundlage für die Berechnung der Kfz-Versicherungstarife. Hier erfahren Sie, wie das funktioniert und was sich 2017 geändert hat.

Was ist die Typklasse?

Wie beim Menschen gibt es auch bei Autos unterschiedliche Typen: Es gibt Modelle, die selten in einen Unfall verwickelt sind und es gibt Autotypen, die häufiger in der Unfallstatistik vorkommen. Bei jedem Unfall wird registriert, welches Automodell daran beteiligt war und am Ende wird abgerechnet. Welches Modell ist am häufigsten an Verkehrsunfällen beteiligt? Welches Modell trägt bei Unfällen die meisten Schäden davon? Diesen Fragen geht der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) auf den Grund. Jedes Jahr errechnet der GDV, welcher „Autotyp“ wie viele Unfälle hatte und veröffentlicht diese Typklassen als Grundlage für die Tarifberechnung von Haftpflicht, Teil- und Vollkasko Tarifen der Kfz-Versicherung. Welche Typklasse Ihr Auto hat, können Sie auf der Seite des GDV über eine Typklassen Suche abfragen.

Typklassen Änderungen 2017

Geprüft wurden Schäden und Reparaturkosten für ca. 27.000 Automodelle. Geändert haben sich für 2017 die Typklassen von ca. 3% dieser Fahrzeuge. Das sind im Vergleich zu den Vorjahren geringe Änderungen. Höher eingestuft wurden einige Oberklasse-Modelle und SUVs, wie z.B. Mercedes S 63 AMG, Range Rover 4.4 TD oder Audi Q7 6.0 TDI. Niedriger eingestuft wurden einige Kleinwagen wie z.B. Seat Mii, der Opel Corsa-E, Peugeot 108 oder Toyota Aygo. Der GDV nennt hier weitere Beispiele für Fahrzeuge, deren Typklasse sich für 2017 geändert hat.

Was ist die Regionalklasse

Genau wie bei der Typklasse geht es bei der Regionalklasse um Unfallwahrscheinlichkeiten. Der Name verrät bereits: Für die Regionalklasse spielt der Ort, an dem Ihr Auto zugelassen ist, die Hauptrolle. Die Statistiken zeigen, dass in Großstädten weit mehr Unfälle passieren, als auf dem Land. Deshalb werden ländliche Gegenden in der Regionalklassenstatistik des GDV meist niedriger eingestuft als große Städte. Ihre eigene Regionalklasse können Sie sich über die Regionalklassen-Abfrage des GDV anzeigen lassen.

Regionalklassen Änderungen 2017

Geprüft wurden alle 415 deutschen Zulassungsbezirke. Die stärksten Veränderungen gab es in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. In Baden-Württemberg erhielten 11 Zulassungsbezirke für die Kfz-Haftpflichtversicherung eine niedrigere (bessere) Einstufung. In Bayern zeigt sich ein gemischtes Bild: Auch hier wurde die Einstufung für die Kfz-Haftpflichtversicherung in 29 Zulassungsbezirken gesenkt (verbessert), gleichzeitig aber z.B. in Ansbach und Bamberg, deutlich angehoben (verschlechtert).

In Hessen ändert sich die Einstufung für die Kfz-Haftpflichtversicherung in 12 der 28 Zulassungsbezirke: 7 werden niedriger eingestuft, 5 werden höher eingestuft. In Nordrhein-Westfalen erhöhen sich die Regionalklassen für die Kfz-Haftpflichtversicherung in 11 Zulassungsbezirken, in Rheinland-Pfalz ist sie für 10 Zulassungsbezirke gesunken. Eine vollständige Liste aller Regionalklassen für alle Bundesländer und Zulassungsbezirke finden Sie auf den Regionalklasse Seiten des GDV.

Auswirkung auf die Kfz-Versicherung

Die Einstufungen Ihres Autos und Ihres Wohnorts in Typ- und Regionalklasse wirken sich direkt auf Ihre Kfz-Versicherungsbeiträge aus. Je niedriger die Typ- und Regionalklasse, desto günstiger der Beitrag. Der GDV nennt folgend Faustregeln, um den Zusammenhang zwischen Typ- & Regionalklassen und Versicherungsbeitrag zu verdeutlichen:

  • Großes Modell, höherer Beitrag: Die Versicherung von größeren Modellen mit größeren Motoren ist in der Regel teurer als die von kleineren. Schäden an größeren Modellen sind teuer zu reparieren und durch die höhere Geschwindigkeit oft auch dramatischer, als bei kleineren Autos. Diese Regel hat sich durch die Erhöhung von Typklassen für einige SUVs und die Senkung für einige Kleinwagen auch für 2017 bestätigt.
  • Größere Stadt, höherer Beitrag: Meist ist die Kfz-Versicherung in Großstädten teurer als in ländlichen Regionen. Wo mehr Autos fahren, passieren mehr Unfälle. Auch das wird sich 2017 nicht ändern. Großstädte (Berlin, Hamburg, München) haben unverändert eine hohe Regionalklasse.
  • Stärkere Unwetter, höherer Beitrag: Der GDV berücksichtigt in seiner Bewertung nicht nur Schäden durch Unfälle, sondern auch Schäden durch Unwetter. Deshalb sind die Versicherungsbeiträge in Schlechtwetterregionen, in denen es häufiger zu Sturm und Hagel kommt, oft teurer. Für das Jahr 2017 wurde z.B. im Zulassungsbezirk Freiburg die Regionalklasse für die Teilkaskoversicherung nach zahlreichen Hagelschäden erhöht.

Je sicherer die Gegend ist, in der Sie leben und in der Ihr Fahrzeug gemeldet ist (zum Beispiel ländliche Regionen mit geringem Verkehrsaufkommen), umso niedriger ist die Regionalklasse. Und je seltener Ihr Kfz-Modell in der Unfallstatistik auftaucht, desto niedriger die Typklasse und desto günstiger die Kfz-Versicherung. Wir hoffen die Typ- und Regionalklassen haben sich für Ihr Auto und Ihre Region 2017 zum Besseren verändert und wünschen Ihnen allzeit gute Fahrt.

26.10.2016 · München · von Anja Reinhardt · für AllSecur