Gefahr Sekundenschlaf © Deutsche Verkehrssicherheitsrat

Gefahr Sekundenschlaf: Jeder Vierte ist betroffen

Jeder vierte Autofahrer ist laut aktueller Studie des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) schon einmal am Steuer eingeschlafen. Die meisten Deutschen unterschätzen Müdigkeit beim Autofahren und greifen zu falschen Hilfsmitteln wie z.B. Energydrinks und Kaffee.

Aktion: Vorsicht Sekundenschlaf!

In der Unfallstatistik wird Übermüdung als Unfallgrund nur bei 0,5 Prozent aller schweren Unfälle aufgeführt. Doch laut Experten liegt die Dunkelziffer sehr viel höher. Sekundenschlaf ist eine weit verbreitete und von vielen Autofahrern unterschätzte Gefahr im Straßenverkehr. So lautet das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid, die der Deutsche Verkehrssicherheitsrat im Rahmen der Kampagne „Vorsicht Sekundenschlaf! Die Aktion gegen Müdigkeit am Steuer“ mit Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung unter 1.000 Autofahrern durchgeführt hat.

Sekundenschlaf kann tödlich sein

43 Prozent sind laut Umfrage überzeugt, dass sie den Zeitpunkt des Einschlafens sicher vorhersehen können und 17 Prozent fahren trotz Müdigkeit weiter. Und das, obwohl Müdigkeit beim Autofahren eine ähnliche Wirkung wie Alkohol hat: Konzentration und Reaktionsvermögen lassen nach. Kommt es zum Sekundenschlaf, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ein Unfall verursacht wird. Denn wer bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h für nur drei Sekunden einschläft, hat sein Fahrzeug 83 Meter lang nicht unter Kontrolle. Das kann tödlich enden.

Trügerische Tricks gegen das Einschlafen

Bei Müdigkeit greifen viele Autofahrer zu den falschen Hilfsmitteln. Die Umfrage ergab, dass 60 Prozent ein Fenster öffnen, 38 Prozent Kaffee oder Energydrinks trinken und 30 Prozent die Musik aufdrehen. Vor allem 18-bis 29-Jährige setzen auf koffeinhaltige Getränke (53 Prozent) und laute Musik (51 Prozent), um die Müdigkeit zu bekämpfen. Diese Wachmacher-Mythen können das Einschlafen aber nicht verhindern. „Das beste Mittel gegen Müdigkeit am Steuer sind Pausen mit einem Kurzschlaf von 10 bis 20, maximal 30 Minuten oder Bewegung an der frischen Luft. Wer längere Fahrten vor sich hat, sollte daher genügend Pausen für einen Kurzschlaf oder Bewegung einplanen“, rät DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf.

Sekundenschlaf übermannt jeden

„Niemand ist dagegen gefeit, dass der Schlaf einen für Sekunden überwältigt. Es ist eine Illusion zu glauben, dies durch blanke Willenskraft zu verhindern“, so Dr. Hans Günter Weeß, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin. Bei ersten Anzeichen von Müdigkeit, wie Gähnen, brennende Augen, schwere Augenlider oder Tunnelblick, sollte man daher auf einen Parkplatz fahren und 10 bis 20, maximal 30 Minuten schlafen. Wer möchte, kann vor dem Kurzschlaf noch einen Kaffee trinken. Das darin enthaltene Koffein wirkt erst nach 30 Minuten und hindert somit nicht direkt am Einschlafen, hilft aber beim Wachwerden. Dies gilt allerdings nur in Kombination mit dem Kurzschlaf, denn Kaffee allein ersetzt Schlaf nicht. Pausen sollten grundsätzlich alle zwei Stunden erfolgen, da auch Kurzschlaf in Kombination mit Koffein nur für kurze Zeit Abhilfe schaffen kann.

Quelle: DVR "Vorsicht Sekundenschlaf!"

15.02.2017 · München · von Anja Reinhardt · für AllSecur