Änderungen für Autofahrer 2017 © Shutterstock

Was ändert sich für Autofahrer 2017?

Die Führerscheinprüfung wird teurer, es gibt neue Verkehrsregeln für Fahrradfahrer und Raser müssen mit höheren Strafen rechnen – was ändert sich für Autofahrer 2017 denn noch? Gesetze und Änderungen für Autofahrer 2017 im Überblick.

Höhere Kosten und Bußgelder 2017

Hauptuntersuchung wird teurer

Fahrzeuge mit einer rosa Prüfplakette müssen 2017 zur Hauptuntersuchung - und die könnte teurer werden als in den letzten Jahren. Für 2017 sollen die gesetzlich festgeschriebenen Gebühren für alle TÜV- und Dekra-Prüfungen erhöht werden. Die Erhöhung betrifft auch die Hauptuntersuchung (HU) für Pkw, die je nach Bundesland, um ca. 2 bis 3 Euro teurer wird. Eine Hauptuntersuchung durch den TÜV Süd in Baden-Württemberg wird beispielsweise ab 01. Februar 2017 56,5 Euro statt früher 53,5 Euro kosten (Quelle: TÜV Süd). Nichtstaatliche Anbieter wie z.B. KÜS, GTÜ oder auch TÜV Tochtergesellschaften dürfen Ihre Preise weiterhin frei gestalten. Ob es auch hier teurer wird, bleibt abzuwarten.

Führerscheinprüfung wird teurer

Auch die Kosten für die Führerscheinprüfung steigen im Jahr 2017. Wie die HU sind auch diese Gebühren gesetzlich geregelt und werden wegen einer Änderung der Gebührenordnung durch das Bundesverkehrsministerium teurer. Die Kosten für die theoretische Führerscheinprüfung steigen von 20,83 auf 22,49 Euro, für die praktische Pkw-Fahrprüfung von 84,97 auf 91,75 Euro. Das ist eine Kostenerhöhung von 8%. Die Kosten für die praktische Prüfung für Motorräder steigen von 112,81 auf 121,38 Euro.

Höhere Geldbußen für Handy am Steuer

Das Bußgeld für die Benutzung von Mobiltelefonen während der Fahrt wird für Autofahrer von 60 auf 100 Euro, für Fahrradfahrer auf 55 Euro erhöht. Diskutiert wird außerdem auch die Nutzung anderer elektronischer Geräte (z.B. Tablets, E-Books) am Steuer zu verbieten.

Neue Verkehrsregeln 2017

2017 wird es Änderungen in der Straßenverkehrs-Ordnung geben. Die Änderung im Wortlaut finde Sie hier. Details und Hintergründe lesen sie in der Pressemitteilung und Erklärung des Verkehrsministeriums. Wir haben alle Verkehrsregeln, die sich 2017 ändern, hier für Sie zusammengefasst.

Für Fahrradfahrer gilt die Auto-Ampel

Für Fahrradfahrer, auf einem Fahrradweg ohne besondere Radfahrerampel, gilt ab 2017 die Auto-Ampel. Bislang galt in diesem Fall die Fußgängerampel. Autofahrer sollten sich diese neue Regel bewusst machen und beim Abbiegen besonders vorsichtig sein. Radfahrer sollen vielleicht trotzdem weiterhin einen Blick auf die Fußgängerampel werfen, denn die Radfahrerampel muß nicht immer eine eigene Ampel sein. Wenn in der Fußgängerampel ein Männchen und ein Fahrrad gezeigt sind, ist sie auch die Radfahrerampel.

Rettungsgasse nach der äußersten linken Spur

Die Verkehrsregel zur Rettungsgasse wird 2017 vereinfacht. Unabhängig von der Anzahl der Fahrstreifen müssen Rettungsgassen ab 2017 immer zwischen der äußersten linken und der angrenzenden rechten Spur gebildet werden. Die Autos der äußersten linken Spur fahren nach links, Autos auf allen anderen Spuren fahren nach rechts. Eine Unterscheidung nach der Anzahl der Fahrstreifen entfällt. Die Rettungsgasse wird bei vier Spuren nicht mehr in der Mitte gebildet. Bewegt sich der Verkehr in Schrittgeschwindigkeit oder kommt zum Stillstand, muss eine Rettungsgasse gebildet werden, damit Rettungsfahrzeug ohne Verzögerungen einen möglichen Unfallort erreichen können.

E-Bikes auf Radwegen erlaubt

E-Bikes mit elektrischer Tretunterstützung, die nicht von selbst fahren, durften schon immer auf Radwegen unterwegs sein. 2017 sollen jetzt auch E-Bikes bis max. 25 km/h, die elektrisch fahren ohne dass der Fahrer gleichzeitig in die Pedale tritt, auf Radwegen fahren dürfen. Außerorts soll das zukünftig immer erlaubt sein. Innerorts muss der Radweg mit dem neuen Hinweisschild "E-Bikes frei" gekennzeichnet sein. Pedelecs, Elektro-Mofas und E-Bikes mit Tretunterstützung über 25 km/h gelten als Kraftfahrzeuge und dürfen, trotz der neuen Schilder nicht auf dem Radweg fahren.

Eltern mit Kind dürfen auf dem Gehweg fahren

Ab 2017 dürfen Eltern mit dem Fahrrad auf dem Gehweg fahren, wenn Sie ein fahrradfahrendes Kind unter acht Jahren begleiten. Kinder bis acht Jahre dürfen schon immer mit dem Fahrrad auf Gehwegen fahren. Ihre Eltern durften das nicht und mussten auf dem Fahrradweg bleiben. Die neue Regelung soll mehr Sicherheit für die Kinder bringen und die Aufsicht erleichtern.

Mehr Tempo-30-Zonen?

Im Jahr 2017 müssen Länder und Kommunen vor der Einrichtung von 30er-Zonen an Hauptverkehrsstraßen nicht mehr nachweisen, dass diese Geschwindigkeitsbegrenzung einen Unfallschwerpunkt beruhigt. Durch diese Vereinfachung sollen Gemeinden schneller und problemloser 30er-Zonen vor Schulen, Kindergärten oder Altenheimen einrichten können.

Mögliche Änderungen 2017

Zum Jahreswechsel gibt es einen Reihe von Gesetzentwürfen und Initiativen, die noch nicht gelten aber gute Chancen haben 2017 in Kraft zu treten. Wir haben hier die wahrscheinlichsten Änderungen für 2017 gesammelt.

Kostenloses Parken für Carsharing?

Ein Gesetzentwurf der 2017 in Kraft treten könnte, schlägt kostenlose Sonderparkplätze für Carsharing-Fahrzeuge vor. Parkplätze für stationsgebundene und nicht stationsgebundene Carsharing-Fahrzeuge könnten von der Parkgebühr befreit werden. Die kostenlosen Carsharing-Parkplätze sollen mit einem neuen Verkehrsschild gekennzeichnet werden. Die Bundesregierung will mit dieser Gesetzesinitiative Fahrgemeinschaften als neue Form der Mobilität unterstützen.

Haftstrafen für illegale Autorennen?

Die Bußgelder für Geschwindigkeitsüberschreitungen sollen 2017 erhöht werden. In den vergangenen Jahren wurden Raser auch nach schweren Unfällen nur in Einzelfällen zu Haftstrafen verurteilt. Die Teilnahme an illegalen Rennen auf öffentlichen Straßen war bisher eine Ordnungswidrigkeit, die insgesamt milde bestraft wurde. Durch einen Gesetzesvorschlag könnten illegale Straßenrennen 2017 als Straftat verfolgt und mit Führerscheinentzug, Geldstrafen und Haftstrafen von bis zu zwei Jahren bestraft werden.

Härtere Strafen für Gaffer?

Schon heute kann das Fotografieren oder Filmen von Unfällen mit hohen Geldstrafen und Freiheitsstrafen bis zu 2 Jahren belegt werden. Auch die Behinderung von Rettungskräften und unterlassene Hilfeleistung am Unfallort werden schon heute bestraft. Eine neue Gesetzesinitiative will schon das Stehenbleiben von Gaffern und Schaulustigen am Unfallort bestrafen und die Strafen für Fotos oder Videos von Unfalltoten oder Verletzten erhöhen.

Lang-Lkws auf deutschen Straßen?

Im Jahr 2017 sollen die sogenannten „Gigaliner“ in Deutschland zugelassen werden. Über 100 dieser besonders langen Lastwagen fahren testweise schon seit 2012 auf deutschen Straßen. Bundesverkehrsminister Dobrindt (CSU) bewertet diesen Test jetzt als erfolgreich und möchte die Riesenlaster 2017 regulär in Deutschland fahren lassen. Die bis 25 Meter langen Laster mit Anhänger, dürfen das normale Gewicht für Lastwagen (40 Tonnen) nicht überschreiten und sollen nur auf ausgewählten Straßen unterwegs sein.

Unser Tipp fürs Autojahr 2017

Neue Gesetze sind zu beachten und es wird teurer. Umso wichtiger ist es, die Kosten rund ums Auto im Auge zu behalten. Durch regelmäßige Auto-Inspektionen beispielsweise können zu hohe Reparaturkosten vermieden werden, da hierbei Schäden rechtzeitig bemerkt und behoben werden können. Die AllSecur-Redaktion wünscht eine sichere Fahrt und dass Sie trotz den vielen Änderungen gut durchs Autojahr 2017 kommen!

28.12.2017 · München · von Anja Reinhardt · für AllSecur