ADAC Staubilanz 2016 © ADAC

ADAC Staubilanz 2016: Mehr Stau in Deutschland

Die Staubilanz des ADAC für das Jahr 2016 fällt alles andere als positiv aus: 20% mehr Stau als im Vorjahr. Staus haben deutschlandweit in Anzahl, Länge und Dauer zugenommen. Insgesamt standen Autofahrer im vergangenen Jahr rund 419.000 Stunden auf einer Gesamtlänge von mehr als 1,3 Millionen Kilometern im Stau. Ein Staurückgang ist auch 2017 nicht zu erwarten.

Die Top-3 Staustrecken

Die deutschen Top Staustrecken liegen auf der A3 zwischen Oberhausen und Köln sowie zwischen Frankfurt und Würzburg und schließlich auf der A8 zwischen Stuttgart und Karlsruhe. Hier wurden die meisten Stauungen gemessen. Unter allen Autobahnen Deutschlands hält die A3 den Stau-Rekord: Insgesamt staute es sich hier im Jahr 2016 auf rund 200 Kilometern pro Autobahnkilometer. Platz 2 belegt die A8, dicht gefolgt von der A5.

In diesen Bundesländern staut es sich am meisten

Nordrhein-Westfalen bleibt in der Staubilanz 2016 an der Spitze der deutschen Bundesländer mit den meisten Stauvorkommen und den längsten Staus. Ganze 28 Prozent der Staukilometer schreibt der ADAC im Jahr 2016 NRW zu. Bayern folgt mit 21 Prozent der Gesamtstaulänge in Deutschland und Baden-Württemberg steht mit 13 Prozent auf dem dritten Platz. Zusammengenommen decken die drei Bundesländer die Hälfte aller Staukilometer deutschlandweit ab. In den ostdeutschen Bundesländern staut es sich dafür umso weniger: Nur 7 Prozent der Staukilometer gehen insgesamt auf das Konto von Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Die staureichsten Tage und Monate

Die Termine für die meisten Stauvorkommen haben sich im Vergleich zu den Vorjahren verschoben: Während bisher in der Regel der Oktober als staureichster Monat galt, steht im Jahr 2016 der September an der Spitze, gefolgt von den Sommermonaten Juli und August. Eltern, die in dieser Zeit mit dem Auto verreisen, sollten ein paar gute Stauspiele für Kinder auf der Rückbank parat haben. Als staureichsten Wochentag ermittelte der ADAC den Freitag, während Samstag und Sonntag durchschnittlich weniger Staus vorweisen konnten. Ganze 5.000 Staukilometer wurden im Schnitt freitags gezählt, im Vergleich dazu staute es sich samstags nur auf 1.650 und sonntags auf 1.750 Kilometern. Das verlängerte Wochenende um den Tag der deutschen Einheit machte den 30. September zum staureichsten Tag des Jahres 2016: Auf 11.200 Kilometern standen die Autofahrer an diesem Tag im Stau.

Gründe für den neuen Staurekord

Als Grund für die starke Stauzunahme nennt der ADAC unter anderem vermehrte Baustellen: Um 15 Prozent sollen die Bautätigkeiten im Jahr 2016 gestiegen sein. Auch die Beliebtheit Deutschlands als Reiseziel steigt immer weiter an, genau wie die Fahrleistungen der Autos. Das führt zu volleren Straßen und mehr Staus. Außerdem haben sich die Möglichkeiten, das Verkehrsgeschehen auf den deutschen Straßen und Autobahnen detaillierter zu erfassen, deutlich verbessert – laut ADAC ein weiterer Grund, warum die Zahlen im letzten Jahr in die Höhe geschossen sind.

Keine Besserung für 2017 in Sicht

Auch in diesem Jahr wird sich die Stausituation in Deutschland laut Prognose des ADAC voraussichtlich verschärfen, da der Verkehr auf den deutschen Straßen weiterhin wächst und auch der Bedarf an Bautätigkeiten nicht sinken wird. Der ADAC sieht eindeutigen Handlungsbedarf und schlägt diverse Maßnahmen vor, um die gestiegene Stauanzahl zu reduzieren: So sollten beispielsweise die Bauzeiten verkürzt werden, indem auf den Baustellen zunehmend nachts gearbeitet wird. Auch die Aufrechterhaltung der Fahrstreifenanzahl bei Baustellen kann dabei helfen, Staus einzudämmen. Im Staukalender des ADAC können sich Autofahrer zudem über Stau-Kernzeiten, Urlaubsgebiete und Ferientermine informieren, die mit vermehrten Stauungen einhergehen.

17.02.2017 · München · von Anja Reinhardt · für AllSecur