MPU: Kosten, Ablauf & Vorbereitung

Hier erfahren Sie genau, welche Kosten bei einer MPU auf Sie zukommen, wie Sie sich am besten auf die Untersuchung vorbereiten können und wie der Tag normalerweise abläuft.

Arztgespräch bei der MPU
Bei einer MPU entscheiden Ärzte und Gutachter darüber, ob Sie Ihren Führerschein zurückbekommen. © gettyimages/wutwhanfoto

Das Wichtigste in Kürze

  • Grund: Das Ergebnis der MPU entscheidet darüber, ob ein Fahrzeughalter seinen Führerschein zurückbekommt oder nicht.

  • Kosten: Eine MPU kann je nach Vergehen zwischen 500 und 2.000 Euro kosten. Die Summe müssen Sie vollständig selbst bezahlen.

  • Ablauf: Eine MPU besteht aus einem Fragebogen, einer medizinischen Untersuchung, einem Leistungstest und einer psychologischen Begutachtung.

Wir erklären Ihnen, was Sie zur MPU wissen müssen:

Was ist die MPU?

Eine MPU ist eine „Medizinisch-Psychologische Untersuchung“. Sie wird angeordnet, wenn ein Fahrzeughalter seinen Führerschein abgeben musste. Die Behörden entscheiden dann, ob er seinen Führerschein zurückbekommt oder nicht.
Im Gutachten der MPU wird eingeschätzt, wie hoch das Risiko ist, dass der Betroffene im Straßenverkehr noch einmal auffällig wird.

Führerschein abgeben: Was tun?

  1. Antrag auf Wiedererteilung des Führerscheins bei Ihrer Führerscheinstelle stellen.

  2. Mitarbeiter prüft, wie Sie Ihren Führerschein zurückbekommen.

  3. In manchen Fällen: MPU wird angeordnet.

  4. MPU bei einer Begutachtungsstelle beantragen.

Gut zu wissen: Sie dürfen selbst entscheiden, bei welcher Begutachtungsstelle Sie Ihre MPU machen wollen. Die Entscheidung müssen Sie aber der Führerscheinstelle mitteilen, damit Ihre Akte an die Begutachtungsstelle geschickt wird.

Wann muss ich eine MPU machen?

Ihre zuständige Führerscheinstelle prüft und entscheidet, ob Sie eine MPU machen müssen.
Die häufigsten Gründe für eine MPU sind:

  • Erreichen oder Überschreiten von acht Punkten in Flensburg

  • Teilnahme am Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss mit mehr als 1,6 Promille

  • Wiederholte Teilnahme am Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss

  • Verkehrsteilnahme unter Drogeneinfluss

  • Besitz oder Konsum illegaler Drogen

  • Straftat oder Aggressionspotenzial im Straßenverkehr

  • Geistige oder körperliche Mängel

Führerscheinabgabe führt manchmal zur MPU
Wenn Sie Ihren Führerschein abgeben müssen, kann in bestimmten Fällen eine MPU folgen. © gettyimages/South_agency

Wie hoch sind die Kosten bei einer MPU?

Bei den Kosten einer MPU kommt es auf die Art des Vergehens an und auch darauf, wie gut Sie sich vorbereiten müssen. Die Gesamtkosten sind sehr verschieden und schwanken zwischen 500 und 2.000 Euro oder mehr. Hier sehen Sie, wie sich die Kosten einer MPU zusammensetzen:

Kosten der Begutachtung

Die Kosten für die Begutachtung sind je nach Vergehen unterschiedlich hoch. Hier sehen Sie drei Beispiele:

  • Überschreitung von acht Punkten in Flensburg: circa 350 Euro.

  • Fahren unter Alkoholeinfluss: circa 400 Euro.

  • Fahren unter Drogeneinfluss: circa 550 Euro.

Tipp: Seit dem Jahr 2019 können die Begutachtungsstellen ihre Preise selbst festlegen und sind nicht mehr an staatliche Vorgaben gebunden. Vergleichen Sie also am besten im Vorfeld die Preise der verschiedenen Begutachtungsstellen.

Kosten für die Vorbereitung

Je nach Art der Vorbereitung sind die Kosten unterschiedlich hoch. Bei Gruppenkursen beispielsweise beim TÜV zahlen Sie circa 600 bis 800 Euro für die Vorbereitung zur MPU.
Bei einer individuellen Betreuung durch einen Psychologen sind die Kosten höher: Pro Sitzung fallen etwa 100 Euro an. Wie viele Stunden ratsam sind, wird der Psychologe in einem ersten Gespräch mit Ihnen feststellen. Sie sollten aber in etwa mit Kosten von 1.000 bis 1.500 Euro rechnen.

Kosten für Abstinenznachweise

Wer den Führerschein wegen Drogen oder Alkohol am Steuer verloren hat, muss normalerweise bei der MPU Abstinenznachweise vorlegen.

  • Urintest: Kostet circa 50 bis 150 Euro. Der Test muss im Vorfeld mehrfach durchgeführt werden (viermal im halben Jahr oder sechsmal innerhalb eines Jahres).

  • Haaranalyse: Kostet circa 150 bis 350 Euro. Die Analyse wird nur einmal durchgeführt. Wichtig ist, dass die Haare ungefärbt und nicht gebleicht sind.

Preise für Screenings können sehr unterschiedlich sein, deshalb sollten Sie vorher verschiedene Angebote vergleichen.

Wichtig: Bei einer MPU müssen Sie alle Kosten komplett selbst bezahlen.

MPU-Kosten
Die MPU-Kosten variieren je nach Vergehen und Vorbereitung. © gettyimages/agrobacter

MPU-Vorbereitung: Möglichkeiten

Sie sind grundsätzlich nicht verpflichtet, sich auf die Untersuchung vorzubereiten. Es kann Ihnen aber dabei helfen, Ihre Erfolgschancen für die MPU zu steigern. Diese Möglichkeiten zur Vorbereitung gibt es:

  • Informationsabende: Wird kostenlos bei anerkannten Beratungsstellen wie dem TÜV angeboten. Dort erfahren Sie alles rund um die MPU und geeignete Vorbereitungsmöglichkeiten.

  • Einzelberatungsgespräch: Kostenpflichtiges Einzelgespräch mit einem Verkehrspsychologen über Ihre Vorgeschichte. Dabei soll die beste Art der Vorbereitung gefunden und Tipps zum Bestehen der MPU gegeben werden.

  • Gruppenkurse: Erfahrungen mit anderen Betroffenen austauschen und sich gemeinsam auf die MPU vorbereiten. Die Art der Kurse kann sich je nach Auffälligkeit und Anbieter unterscheiden. Es gibt Basis- und Aufbauprogramme mit einer unterschiedlichen Anzahl an Sitzungen, die Sie miteinander kombinieren können. Dabei entscheiden Sie selbst, welcher Kurs am besten zu Ihnen passt.

  • Einzelgespräche mit einem Psychologen: In Einzelsitzungen mit einem Psychologen sprechen Sie über Ihr Fehlverhalten. Der Psychologe arbeitet intensiv mit Ihnen daran, Ihre Probleme zu lösen und bereitet Sie individuell auf die MPU vor.

  • Online-Kurse: Auch hier gibt es verschiedene Kurse, die auf Ihre Situation angepasst sind. Sie können selbst entscheiden, wann Sie die einzelnen Kurseinheiten machen möchten, haben aber meist auch keinen persönlichen Ansprechpartner.

Tipp: Achten Sie darauf, dass Sie einen seriösen Anbieter zur MPU-Vorbereitung auswählen. Es gibt viele Angebote, die mit einer „Erfolgsgarantie“ oder günstigen Preisen werben. Hier sollten Sie aufpassen, dass die Vorbereitungsinhalte wirklich gut sind.

Wie läuft eine MPU ab?

Am Tag der MPU melden Sie sich mit Ihrem Personalausweis bei der Begutachtungsstelle an. Seien Sie unbedingt pünktlich und zeigen Sie sich von Anfang an kooperativ und geduldig.

Bitte mitbringen:

  • Personalausweis

  • Belege für Abstinenz und/oder eine durchlaufene Therapie

Wie ist eine MPU aufgebaut?

Eine MPU besteht aus mehreren Teilen. Wir erklären Ihnen, was Sie erwartet:

  1. Fragebogen

  2. Medizinische Untersuchung

  3. Leistungstest

  4. Psychologische Untersuchung

1. Fragebogen

Bei der Anmeldung bekommen Sie mehrere Fragebögen, die Sie direkt im Anschluss ausfüllen müssen. Darin werden Ihnen Fragen zu Ihrem Lebenslauf, Ihrer körperlichen Gesundheit und zu Ihren persönlichen Verhältnissen gestellt.
Ein Fragebogen bezieht sich dabei speziell auf den Untersuchungsanlass, zum Beispiel auf Alkohol- oder Drogenmissbrauch. Die Fragebögen sind die Grundlage für die nachfolgenden Teile der MPU.
 

Fragebogen bei der MPU
Das Ausfüllen der Fragebögen gehört zum Ablauf der MPU. © gettyimages/PeopleImages

2. Medizinische Untersuchung

Bei der medizinischen Untersuchung prüft ein Arzt, ob bei Ihnen körperliche Mängel vorliegen, die Sie daran hindern könnten, am Straßenverkehr teilzunehmen. Dazu stellt der Arzt Ihnen Fragen zu Ihrer gesundheitlichen Vorgeschichte und macht einige Routineuntersuchungen wie Herz-, Kreislauf- und Reflextests.
Bei einer Begutachtung wegen Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenmissbrauch untersucht der Arzt zusätzlich mögliche körperliche Folgeschäden. Dazu findet meist eine Blutuntersuchung statt. Bei Drogenmissbrauch wird zusätzlich ein Urinscreening durchgeführt.
 

3. Leistungstest

Im Leistungstest prüft ein Verkehrspsychologe die Sinneswahrnehmung, Belastbarkeit und die Reaktionsschnelligkeit. Dabei kann der Gutachter aus mehreren Testverfahren wählen. Den Test führen Sie an einem Computer durch. In einer kurzen Übungsphase können Sie die Aufgabe normalerweise trainieren. Danach startet die Testphase.

Beispieltest zur Reaktionsfähigkeit: Sie müssen Pedale und/oder Tasten drücken, wenn ein farbiges Licht aufleuchtet oder ein Ton zu hören ist. Der Abstand zwischen den Lichtern oder Tönen wird immer kürzer.

Wenn Sie beim Leistungstest nicht das erwünsche Ergebnis erreichen, gibt es meist einen sogenannten Paralleltest. Das ist ein zweiter Test, der ausschließen soll, dass Sie beim ersten Versuch zu nervös waren, um ihn zu bestehen.
 

4. Psychologische Untersuchung

Das Einzelgespräch mit einem psychologischen Gutachter ist oft entscheidend für das Ergebnis der MPU. Sie können über Ihr Verhalten sprechen und zeigen, dass Sie wirklich etwas geändert haben. Ehrlichkeit, Glaubwürdigkeit und eine selbstkritische Einstellung sind entscheidend.

Die Fragen des Psychologen sind immer individuell und beziehen sich nicht nur auf das Fehlverhalten. Mögliche Themen für die psychologische Untersuchung können sein:

  • Persönliche Entwicklung/Verhaltensänderungen in den letzten Monaten

  • Reflexion über das eigene Fehlverhalten, z.B. Gründe für den Alkohol-/Drogenkonsum

  • Familiäre Situation

  • Soziales Umfeld

  • Aktuelle berufliche Perspektive

  • Vorsätze für die Zukunft

Psychologische Untersuchung bei der MPU
Bei einem psychologischen Gespräch können Sie sich dem Gutachter präsentieren. © gettyimages/SeventyFour

Wie lange dauert eine MPU?

Jede MPU ist anders. Je nach Fehlverhalten können die einzelnen Tests unterschiedlich lange dauern.
An folgenden Angaben können Sie sich orientieren:

MPU-Test Dauer
Fragebogen 30 Minuten
Medizinische Untersuchung 30 Minuten
Leistungstest 30 Minuten
Psychologische Untersuchung 60 Minuten
Gesamt (reine Testzeit) 2,5 Stunden

Beachten Sie, dass zusätzlich Wartezeiten zwischen den Tests auf Sie zukommen. Rechnen Sie also insgesamt mit einer Gesamtdauer von etwa vier bis fünf Stunden.
 

Wie geht es nach der MPU weiter?

Das Ergebnis der MPU wird Ihnen innerhalb von zwei Wochen mitgeteilt. Dazu gehört auch eine ausführliche Auswertung Ihrer Testergebnisse.

Es gibt zwei Möglichkeiten:

  1. Die MPU ist positiv: Sie können das Gutachten bei Ihrer Führerscheinstelle vorlegen und Ihren Führerschein wieder beantragen.

  2. Die MPU ist negativ: Sie müssen die MPU wiederholen. Sie erhalten mit dem MPU-Gutachten Empfehlungen und Verbesserungsvorschläge für den nächsten Versuch.

Warten auf das Ergebnis der MPU
Innerhalb von zwei Wochen erhalten Sie das Ergebnis der MPU per Post. © gettyimages/lolostock

Was passiert, wenn ich die MPU nicht bestehe?

Bleiben Sie ruhig! Die Durchfallquote der MPU liegt bei 50 Prozent. Es kann also durchaus vorkommen, dass Sie die MPU nicht beim ersten Versuch bestehen.

Das Gute: Es gibt keine Wartezeit oder Sperrfrist für den nächsten Versuch. Es fallen aber erneut die kompletten Kosten der MPU an. Nehmen Sie sich vor der nächsten Untersuchung also genügend Zeit für eine intensive Vorbereitung und berücksichtigen Sie die Verbesserungsvorschläge der Gutachter.

Gut informiert zur MPU

Jetzt wissen Sie, was bei einer MPU auf Sie zukommt und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen. Wichtig ist in jedem Fall die richtige Vorbereitung auf die Untersuchung. Ob Gruppenkurse, Einzelgespräche oder ein Online-Kurs: Welche Art der MPU-Vorbereitung Sie wählen, sollten Sie individuell und nach einer persönlichen Beratung entscheiden.

Am Tag der MPU ist vor allem wichtig, dass Sie den Gutachtern gegenüber ehrlich sind und sich kooperativ zeigen. Das steigert Ihre Chance auf ein positives Ergebnis.

Viel Erfolg bei der MPU! Ihre AllSecur
 

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