Gesunder Menschenverstand gegen Autodiebe

Hierzulande ist bei Autodiebstahl häufig der Originalschlüssel mit im Spiel.

In diesem Fall kann selbst die elektronische Wegfahrsperre den Verlust des Fahrzeugs nicht verhindern. Das AZT ist der Sache nachgegangen – und rät zur Vorsicht.

Endlich hat Helge P. aus Münster seinen neuen schwarzen Porsche Boxter vom Händler geholt und fährt damit zur Feier des Tages bei seiner Lieblingspizzeria vor. Wie immer hängt er seinen Trenchcoat an einen Haken neben dem Eingang. Nach einem guten Essen mit seiner Freundin will er sein neues Auto noch ein bisschen ausfahren, doch als er in seinen Mantel nach dem Autoschlüssel sucht, greifen seine Hände ins Leere. Panisch stürzt P. vor das Restaurant und sieht seine schlimmsten Befürchtungen bestätigt:
Der Luxuswagen ist ebenso verschwunden wie schon zuvor der Autoschlüssel, den er leichtsinnigerweise im Mantel gelassen hat.

AZT hat 1.000 Fälle analysiert

So oder ähnlich verlaufen die meisten Diebstähle bei Autos mit elektronischer Wegfahrsperre. Das hat das AZT in 1.000 Fällen herausgefunden. Dabei nahm es Fälle von Autoklau unter die Lupe, die der Allianz Versicherung gemeldet wurden und bei denen die Diebe Fahrzeuge mit elektronischer Wegfahrsperre entwendeten.

Das Ergebnis ist ziemlich beunruhigend: In fast der Hälfte aller untersuchten Fälle wurden die Fahrzeuge nachweislich unter Benutzung des Originalschlüssels entwendet. Bei einigen Fahrzeugmodellen lag die Quote bei über 90 Prozent.

Vor Einführung der Wegfahrsperre, an der das AZT in Deutschland maßgeblich mitwirkte, wurden Autos einfach aufgebrochen und kurzgeschlossen. Seitdem aber die elektronische Anti-Diebstahlausrüstung in Deutschland bei den Neuwagen Standard geworden ist und es immer weniger ungesicherte Autos auf den Straßen gibt, gehen die Diebe dazu über, sich die Originalschlüssel der Wagen zu besorgen.

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Wie Diebe an die Wagenschlüssel kommen

Die Sicherheitsexperten des AZT haben festgestellt, dass sich die meisten Täter vor einem Autodiebstahl zuerst einmal die Schlüssel beschaffen. Sei es durch Diebstahl aus Manteltaschen oder durch gezielten Einbruch in Werkstätten, Büros oder Häuser.

In erschreckenden fünf Prozent aller Fälle wurde es den Dieben sogar besonders einfach gemacht: Der Autoschlüssel steckte im Zündschloss oder befand sich ungesichert im Inneren des Wagens. 

Auto soll schwere Beute werden

Kein Fahrzeug ist vor Diebstahl hundertprozentig sicher, doch Diebe neigen dazu, den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen. Je schwieriger und zeitaufwändiger es also ist, ein Auto zu stehlen, desto größer die Gefahr der Entdeckung und damit auch die Sicherheit für den Wagen.

Die einfachste Methode, Autodiebstähle zu verhindern, besteht darin, den gesunden Menschenverstand zu benutzen, so die Experten: "Wenn der fehlt, ist die ausgeklügelste Sicherheitstechnologie zum Scheitern verurteilt." 

AZT-Sicherheitstipps

Das Ergebnis der Untersuchung zeigt, dass jeder das Risiko eines Autodiebstahls verringern kann, wenn er nur wenige grundlegende Sicherheitsregeln beachtet:

  • Nehmen Sie immer den Wagenschlüssel mit, wenn Sie Ihr Auto verlassen und schließen Sie die Türen ab, auch wenn Sie sich nur wenige Meter vom Fahrzeug entfernen. Vergessen Sie diese Vorsichtsregeln auch nicht an Tankstellen und in Ihrer eigenen Garage.
  • Verstecken Sie keine Ersatzschlüssel in oder unter dem Fahrzeug. Diebe kennen alle "geheimen" Verstecke.
  • Lassen Sie Ihre Autoschlüssel niemals unbeaufsichtigt, z.B. bei einem Restaurantbesuch in Ihrem aufgehängten Mantel oder im Büro.
  • Wenn Sie eine Garage haben, benutzen Sie sie!