Autoleasing: Kosten & Vertrag

Gerade für Unternehmen oder Selbständige ist es sinnvoll, ein Auto zu leasen. Wir zeigen Ihnen, was genau Leasing ist, welche Vor- und Nachteile es gibt, was Sie selbst bezahlen müssen und ob Leasing auch für Privatpersonen funktioniert.

Glücklicher Mann in modernem Auto
Gerade für Unternehmen und Selbständige ist Autoleasing sinnvoll. © gettyimages/g-stockstudio

Wir stellen Ihnen in unserem Artikel das Modell Autoleasing vor und beantworten Ihnen die relevanten Fragen dazu: zum Beispiel, ob es sich nur für Unternehmen oder auch für Privatpersonen lohnt, und wie Sie ein Leasingauto versichern müssen.

Was ist Autoleasing?

Mann liest Leasingangebote.
Beim Autoleasing „mieten“ Sie ein Auto eines Leasinggebers. © gettyimages/Cecilie_Arcurs

Leasing bedeutet im Grunde, dass Sie ein Auto „mieten“. Dafür schließen Sie als Privatperson oder über Ihr Unternehmen mit dem Leasinggeber (Autohersteller oder Autohändler) einen Leasingvertrag ab.

Das Auto bleibt beim Leasing das Eigentum des Leasinggebers. Es gehört also weiterhin dem Autohersteller oder Autohändler. Sie bezahlen ihm monatlich „Miete“ für das Fahrzeug in Form von Leasingraten. Einen Leasingvertrag schließen Sie üblicherweise für zwei bis fünf Jahre ab. In diesem Zeitraum können Sie ihn nicht kündigen. Danach müssen Sie das Auto an den Leasinggeber zurückgeben.

Wie wird Leasing bezahlt?

Münzstapel mit Spielzeugauto
Beim Leasing müssen Sie eine Anzahlung, Leasingraten und eine Nachzahlung leisten. © gettyimages/marchmeena29

Wenn Sie einen Leasingvertrag abschließen, müssen Sie zu Beginn meistens eine Anzahlung leisten. Danach bezahlen Sie monatliche Raten. Dabei rechnet der Leasinggeber nicht den Wert des Autos ab, sondern nur den Wertverlust, der durch die Benutzung des Fahrzeuges entsteht. Am Ende des Leasingvertrages kann es sein, dass Sie eine Nachzahlung leisten müssen. Wie die zustande kommt, erklären wir Ihnen im nächsten Abschnitt zu den verschiedenen Leasingarten.

Vorsicht: Manchmal wirken Leasingraten sehr günstig. Oft ist dann aber die Anzahlung deutlich höher als bei anderen Leasingverträgen.

Beim Leasing müssen Sie normalerweise folgendes selbst bezahlen:

  • Versicherung
  • Sprit
  • Inspektionen
  • Instandsetzungen

Bei Neuwagen übernimmt der Autohersteller Reparaturen oft als Garantiefall oder unter Kulanz. Das erspart Ihnen eventuell höhere Kosten. In manchen Leasingverträgen ist schon eine Versicherung enthalten. Die Kosten dafür sollten Sie aber auf jeden Fall prüfen, denn die Police muss nicht immer günstig sein und es kann sich lohnen, selbst eine Kfz-Versicherung abzuschließen.

Wichtig: Kontrollieren Sie den Leasingvertrag, bevor Sie ihn unterschreiben, immer genau auf alle Konditionen.

Welche Arten von Leasing gibt es?

Frau hält Autoschlüssel und unterschreibt Leasingvertrag.
Das Kilometerleasing ist die gängigste Leasingart. © gettyimages/dima_sidelnikov

Die gängigsten Leasingformen sind das Kilometerleasing und das Restwertleasing. Wir erklären Ihnen im Folgenden, welche Leasingarten es gibt und was ihre Besonderheiten sind.

Kilometerleasing

Beim Kilometerleasing vereinbaren Sie mit dem Leasinggeber eine Kilometeranzahl, die Sie während der Laufzeit Ihres Vertrags fahren dürfen. Die Kosten für die vereinbarten Kilometer sind in den Leasingraten enthalten.

Wenn Sie am Ende mehr gefahren sind, müssen Sie die zu viel gefahrenen Kilometer nachzahlen. Das kann wegen hoher Kilometerpreise im Leasingvertrag sehr teuer werden. Wenn Sie weniger gefahren sind, als vereinbart, erhalten Sie bis zu einer bestimmten Höchstgrenze die Kosten für die fehlenden Kilometer zurück.

Wichtig: Lesen Sie sich vor Abschluss den Leasingvertrag genau durch und informieren Sie sich, wie hoch die Kosten für zu viel gefahrene Kilometer sind und wie viel Sie zurückbekommen würden, wenn Sie weniger Kilometer fahren.

Restwertleasing

Beim Restwertleasing kalkuliert der Leasinggeber, wie viel das Auto nach der Leasingzeit noch Wert ist, also wie hoch sein Restwert ist. Das wird zum Beispiel anhand der folgenden Punkte kalkuliert:

  • Die Anzahl der Kilometer, die Sie vermutlich damit fahren werden.
  • Wie der technische Zustand des Autos nach Ihrer Nutzung sein wird.
  • Wie hoch der Marktpreis für das Fahrzeug voraussichtlich ist.

Je nach Berechnung legt der Leasinggeber die Höhe der Leasingraten fest. Am Ende der Leasingzeit wird dann verglichen, ob die Kalkulation richtig war. Ist der Restwert niedriger, das heißt schlechter als vermutet, müssen Sie den fehlenden Betrag in Ihrer letzten Leasingrate begleichen.

Weil ein Restwert zum Beispiel durch neue oder geänderte Gesetze, Steuern oder Benzinpreise schwerer geschätzt werden kann, kommt es beim Restwertleasing häufig zu Nachzahlungen. Bei einem Kilometerleasing ist das Risiko dafür leichter zu ermitteln: Denn Sie wissen, wie viele Kilometer Sie zurücklegen dürfen und können ausrechnen, wie teuer es wird, wenn Sie zu viele Kilometer fahren.

Null-Leasing

Beim Null-Leasing müssen Sie keine Anzahlung zu Beginn der Leasinglaufzeit leisten. Die Kosten, die Ihnen dadurch wegfallen, werden aber oft auf die Raten umgelegt.

Ein Null-Leasing kann sinnvoll sein, wenn Sie keine große Summe für die Anzahlung ausgeben können. Günstiger ist das Null-Leasing durch die höheren Raten aber grundsätzlich nicht.

Gebrauchtwagenleasing

Altes Auto
Ein Gebrauchtwagenleasing ist eine günstige Alternative zum Neuwagenleasing. © gettyimages/Lalocracio

Ein gebrauchtes Auto zu leasen, ist eine günstige Alternative zu einem Neuwagenleasing. Denn bei einem Gebrauchtwagenleasing sind die Anzahlung und die Raten niedriger. Das bedeutet aber nicht, dass es sich automatisch um ein sehr altes Auto handelt. Oft sind es neuere Fahrzeuge, die erst wenige Kilometer gefahren sind.

Ein Nachteil bei einem gebrauchten Fahrzeug können die höheren Wartungs- und Reparaturkosten sein. Oft fallen Reparaturen nicht mehr unter die Garantie des Herstellers und Sie müssen sie selbst bezahlen. Ein gebrauchtes Auto ist außerdem anfälliger für Schäden.

Vorsicht: Wenn Jahreswagen zum Leasing angeboten werden, ist das Leasing oft nicht günstiger als bei einem Neuwagen. In dem Fall lohnt es sich nicht, auf einen Neuwagen zu verzichten.

Wer kann ein Auto leasen?

Bevor Sie ein Auto leasen, wird der Leasinggeber Ihre Bonität, also Ihre Kreditwürdigkeit prüfen. Er möchte sichergehen, dass Sie Ihre Leasingraten zuverlässig bezahlen können. Wenn Sie eine schlechte Bonität haben, können Sie in manchen Fällen auch eine Kaution oder eine Bürgschaft hinterlegen.

Wo kann ich ein Auto leasen?

Autohaus von außen
Ein Leasingauto können Sie auch direkt beim Hersteller leasen. © gettyimages/torque

Ein Auto können Sie direkt bei einem Autohersteller oder einem Autohändler leasen. Erste Informationen zu Leasingoptionen erhalten Sie durch einen Anruf oder auf der Webseite der Hersteller und Händler. Wenn Sie sich noch nicht sicher sind, von welcher Marke Sie ein Auto leasen möchten, informieren Sie sich bei unterschiedlichen Autohändlern oder schauen Sie sich die Autos vor Ort genauer an.

Was passiert nach Ablauf des Leasings?

Wenn der Leasingvertrag abläuft, müssen Sie das Auto normalerweise zurückgeben, oder Sie schließen einen neuen Leasingvertrag ab und behalten das Auto weiterhin.

In seltenen Fällen können Sie das Fahrzeug dem Leasinggeber auch abkaufen. Das lohnt sich meist aber nicht. Denn die Leasingraten und der Kaufpreis sind oft höher, wie wenn Sie das Auto direkt über einen Autokredit kaufen.

Lohnt es sich, ein Auto zu leasen?

Mann steht auf Pfeilen in zwei verschiedene Richtungen mit „Buy“ und „Rent“.
Wenn Sie ein Auto privat leasen, sollten Sie die Vor- und Nachteile gut abwägen. © gettyimages/badmanproduction

Ob es sich lohnt, ein Auto zu leasen, hängt auch davon ab, ob Sie es privat oder als Unternehmen mieten möchten. Unternehmen und Selbständige können die Raten für das Leasing auf jeden Fall von der Steuer absetzen. Als Privatperson haben Sie aber keine steuerlichen Vorteile.

Bei Privatpersonen lohnt sich Leasing deshalb selten. In dem Fall ist ein Autokredit sinnvoller. Die Raten sind bei einem Kredit zwar höher als bei einem Leasingvertrag, das Auto wird aber zu ihrem Eigentum. Ein Leasingauto zu kaufen, ist meistens teurer als es direkt über einen Autokredit zu erwerben.

Damit Ihnen die Entscheidung für oder gegen das Leasing leichter fällt, haben wir alle Vor- und Nachteile für Sie aufgelistet.

Vorteile von Leasing

  • Sie erhalten ein neues Auto, ohne eine große Summe für einen Kauf ausgeben zu müssen.
  • Nach Ablauf der Leasingzeit können Sie das Auto einfach zurückgeben und müssen sich nicht um einen Verkauf kümmern.
  • Sie können immer ein neues Auto fahren.

Nachteile von Leasing

  • Fahren Sie mehr Kilometer als vereinbart, oder ist der Restwert schlechter als am Anfang kalkuliert, kann eine Nachzahlung teuer werden.

  • Sie müssen das Auto immer sehr gut pflegen, weil es nicht Ihr Eigentum ist.

  • Sie müssen jeden Schaden (auch wenn es nur ein kleiner Kratzer ist) sofort ausbessern lassen. Das erhöht möglicherweise die Reparaturkosten.

  • Reparaturen müssen Sie in einer Markenwerkstatt durchführen lassen. Das kann teurer sein als in einer unabhängigen Werkstatt.

  • Einen Leasingvertrag können Sie nicht vorzeitig kündigen. Die einzige Möglichkeit ist, dass Sie sich aus dem Vertrag freikaufen. Das ist aber oft teurer, als das Leasing auslaufen zu lassen.

Leasing & Versicherung

Bei Leasingfahrzeugen verlangen Leasinggeber normalerweise eine Vollkaskoversicherung. In seltenen Fällen schließt der Leasinggeber die Versicherung ab. Die Kosten dafür sind dann aber in der Regel in Ihren Raten enthalten. Wenn das der Fall ist, sollten Sie die Police immer genau kontrollieren. Denn es kann vorkommen, dass Sie einen günstigeren Anbieter finden.

Übrigens: Wenn Sie eine Versicherung abschließen, macht es in den meisten Fällen mehr Sinn, einen Vertrag ohne Werkstattbindung zu wählen. Werkstattbindung bedeutet, dass die Versicherung nur dann den Schaden vollständig bezahlt, wenn Sie Ihr Auto in einer Vertragswerkstatt der Versicherung reparieren lassen. In den meisten Leasingverträgen ist aber vereinbart, dass Reparaturen in einer Markenwerkstatt gemacht werden müssen. Wenn Sie eine Werkstattbindung abgeschlossen haben, kann es also passieren, dass die Versicherung die Reparatur nicht vollständig bezahlt.

Eine Kaskoversicherung ist gerade bei einem Totalschaden oder Diebstahl wichtig. Was in solchen Fällen passiert, erklären wir Ihnen im Folgenden.

Was tun, wenn das Leasingauto einen Totalschaden hat?

Auto mit Totalschaden
Bei einem Totalschaden zahlt die Vollkaskoversicherung Schadensersatz. © gettyimages/Kwangmoozaa

Bei einem Totalschaden zahlt die Vollkaskoversicherung. Danach wird der Leasingvertrag normalerweise aufgelöst. Der Leasinggeber kann aber von Ihnen die noch fehlenden Leasingraten als Schadensersatz fordern.

Die Forderung kann in manchen Fällen höher sein als der Schadensersatz, den Sie von der Versicherung bekommen. Deshalb sollten Sie beim Abschluss Ihres Leasingvertrags immer darauf achten, dass Ihre Versicherung eine sogenannte GAP-Deckung (vom Englischen „gap“ = Lücke) enthält. Sie kommt für die Mehrkosten auf, die Ihnen in einem solchen Fall entstehen können.

Beispiel: Wenn Sie 30.000 Euro Schadensersatz von Ihrer Vollkaskoversicherung bekommen, Ihr Leasinggeber aber eine Ablöse von 35.000 Euro fordert, müssten Sie 5.000 Euro selbst bezahlen. Haben Sie aber eine GAP-Deckung abgeschlossen, übernimmt der Zusatzschutz die restlichen Kosten (5.000 Euro).

Ist keine GAP-Deckung in Ihrem Leasingvertrag enthalten, können Sie sie zusätzlich zur Vollkaskoversicherung abschließen. Die Höhe der Zusatzversicherung hängt vom Anbieter und der Höhe Ihrer Selbstbeteiligung ab.

Was passiert, wenn das Leasingauto gestohlen wird?

Auch einen Diebstahl übernimmt normalerweise die Kaskoversicherung. Zweifelt Ihr Versicherer aber den Diebstahl an, müssen Sie als Leasingnehmer für den Schaden aufkommen.

Ob der Leasingvertrag danach aufgelöst wird oder Sie eine Ablöse für das Fahrzeug bezahlen müssen, ist im Leasingvertrag vereinbart. Es kann vorkommen, dass der Schadensersatz der Vollkaskoversicherung die Ablöse nicht vollständig deckt und Sie die restlichen Kosten selbst bezahlen müssen.

Tipp: Kontrollieren Sie in den Bedingungen der Zusatzversicherung, ob die GAP-Deckung auch bei Diebstahl zahlt. Weil die GAP-Deckung normalerweise nur bei Unfällen zahlt, kann ein Diebstahl aus der Versicherung ausgeschlossen sein.

Wie Sie sich bei einem Diebstahl am besten verhalten und was Sie tun können, erklären wir Ihnen in unserem Artikel „Autodiebstahl: Was tun & wer bezahlt“.

Pflegen Sie Ihr Leasingauto richtig!

Sie sollten sich um ein Leasingauto besonders gut kümmern, denn es ist nicht Ihr Eigentum. Damit Sie das Auto nach der Leasingzeit in bestem Zustand wieder an den Eigentümer zurückgeben können, erklären wir Ihnen in unserem Artikel „Autopflege: Tipps fürs ganze Jahr“, wie Sie das Leasingauto je nach Jahreszeit am besten pflegen.

Wir wünschen Ihnen allzeit gute Fahrt! Ihre AllSecur

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