Hund im Auto transportieren: So geht's richtig

Wollen Sie Ihren Hund sicher im Auto transportieren, müssen Sie einige Dinge beachten. Egal, ob Sie ihn im Kofferraum oder auf der Rücksitzbank mitnehmen. Wir erklären, wie Sie Ihren Hund Schritt für Schritt ans Autofahren gewöhnen und zeigen, wie Sie Ihren Hund im Auto richtig anschnallen. Außerdem klären wir die Frage, ob Sie Ihren Hund alleine im Auto lassen dürfen.

Hunde im Kofferraum

Sollen die Vierbeiner im Auto mitfahren, müssen Sie zur Sicherheit ein paar Dinge beachten. © iStock.com/onetouchspark

Knapp 7,9 Millionen Haustierbesitzer in Deutschland haben einen Hund. Circa 1,2 Millionen Deutsche halten sogar zwei Hunde. Wir erklären Ihnen, was Sie beim Autofahren mit Hund beachten müssen und wie Sie Ihren Vierbeiner am sichersten transportieren:


Wie gewöhne ich meinen Hund ans Autofahren?

Wir erklären Ihnen, wie Sie Ihren Hund richtig ans Autofahren gewöhnen. Eine gute Vorbereitung zahlt sich normalerweise ab der ersten Fahrt aus.

Die Vorbereitung

Grundsätzlich sollte Ihr Tier immer auf demselben Platz mitfahren. So wird das Autofahren zur alltäglichen Routine. Merken Sie, dass Ihrem Hund auf der Rückbank schlecht wird, sollten Sie eine andere Möglichkeit ausprobieren.

Machen Sie Ihren Hund vor der ersten Autofahrt mit dem Fahrzeug vertraut. Zeigen Sie ihm seinen Platz und ermuntern Sie ihn einzusteigen. Sie können Ihren Hund auch vorsichtig hineinheben.

Will Ihr Hund nicht ins Auto springen, können Sie Ihren Vierbeiner mit einem Leckerli in das Auto locken. Oder Sie stellen einen Napf mit Futter in den Kofferraum beziehungsweise auf die Rückbank. Fordern Sie Ihren Hund in diesem Fall erst zum Warten auf. Das steigert die Neugier. Viele Hunde überwinden so die erste Scheu und steigen von selbst in das Fahrzeug.

Ist Ihr Hund im Auto, geben Sie ihm Zeit, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Lassen Sie ihn schnüffeln und loben Sie, wenn Ihr Vierbeiner sich ruhig und gelassen verhält. Merken Sie, dass Ihr Tier nervös wird, sprechen Sie leise und beruhigend. Sie sollten Ihren Hund aber nicht zwingen im Auto zu bleiben. Will er aussteigen, lassen Sie es zu und beginnen Sie nochmal von vorne.

Meistert Ihr Hund die Situation entspannt, können Sie den Motor anmachen. So gewöhnt er sich an das Geräusch. Loben oder belohnen Sie Ihren Vierbeiner mit einem Leckerli, wenn er brav mitmacht. Klappt die Übung gut, können Sie mit der ersten Fahrt starten.

Hund liegt am Strand

Um Ihren Hund mit in den Urlaub zu nehmen, sollten Sie ihn so früh wie möglich ans Autofahren gewöhnen. © iStock.com/Rike_

Die erste Fahrt

Für die erste Autofahrt ist es sinnvoll, eine Begleitperson mitzunehmen. Sie sollten noch keine weite Strecke fahren. Achten Sie darauf, dass Ihr Hund gut gesichert an seinem Platz sitzt oder liegt.

Wird das Tier nervös, sprechen Sie mit ruhiger und leiser Stimme. Benutzen Sie bekannte Kommandos wie „sitz“ oder „bleib“. Fängt Ihr Hund an zu bellen oder zu jaulen, sollten Sie ihm mit den gelernten Signalen sagen, dass Sie das nicht möchten. Seien Sie konsequent, aber bleiben Sie ruhig.

Merken Sie, dass das Tier panisch wird und sich nicht beruhigen lässt, sollten Sie die Autofahrt beenden. Starten Sie in den nächsten Tagen in Ruhe einen neuen Versuch.

Das sollten Sie wissen: Tiere lernen vor allem durch Wiederholung. Die meisten Hunde brauchen drei bis zehn Fahrten, um sich an das Autofahren zu gewöhnen. Auch das Ein- und Aussteigen müssen Sie Ihrem Hund einige Male zeigen. Wichtig ist, beim Training einen Schritt nach dem anderen zu machen.


Was muss ich bei Autoreisen mit Hund beachten?

Wollen Sie mit Ihrem Hund verreisen oder steht eine längere Autofahrt an, sollte Sie diese Punkte beachten:

  • Gewöhnung: Bringen Sie Ihrem Hund rechtzeitig in kleinen Schritten das Autofahren bei. Es macht keinen Sinn, das Tier am Abreisetag das erste Mal im Auto mitzunehmen. Das kann zu Überforderung und Abwehrreaktionen führen.
  • Fütterung: Füttern Sie Ihren Hund nicht während der Autofahrt, sondern mindestens zwei Stunden vorher. Ist Ihr Vierbeiner nervös, kann es sein, dass er sich übergeben muss. Gegen zwei oder drei Leckerlis zur Belohnung ist nichts einzuwenden.
  • Kuscheldecke/Spielzeug: Ihr Hund wird weniger nervös sein, wenn er bekannte Gegenstände bei sich hat. Nehmen Sie auf Autofahrten die vertraute Kuscheldecke und das Lieblingsspielzeug mit.
  • Pausen: Sind Sie mit Ihrem Vierbeiner länger unterwegs, sollten Sie mindestens alle 1,5 Stunden eine Pause machen. Bieten Sie Ihrem Tier Wasser an und sorgen Sie für etwas Auslauf. Das baut Stress ab.
  • Temperatur: Beobachten Sie die Temperatur im Auto und schalten Sie im Sommer die Klimaanlage ein. So können Sie einem Hitzeschlag gezielt entgegenwirken. Denn Hunde schwitzen nicht.

Sind Sie mit Ihrem Hund, Ihrer Katze oder Ihrem Frettchen in der EU unterwegs, sollten Sie den Heimtierausweis nicht vergessen. Damit können Sie nachweisen, dass Ihr Tier einen wirksamen Impfschutz gegen Tollwut hat. Der Ausweis wird normalerweise vom Tierarzt ausgestellt. Ihr Vierbeiner muss entweder einen Chip oder eine Tätowierung mit einer Nummer haben. Sie ist im Heimtierausweis eingetragen. So kann Ihr Vierbeiner eindeutig identifiziert werden.


Wo kann ich meinen Hund im Auto sicher transportieren?

Das Wichtigste beim Transport ist, dass sich das Tier nicht frei im Auto bewegen und den Fahrer ablenken kann. Der Vierbeiner muss so gesichert sein, dass er bei einem Zusammenstoß nicht durchs Fahrzeug geschleudert wird.

Auf der Rücksitzbank

Auf der Rücksitzbank Ihres Autos sollten Sie Ihren Hund nur transportieren, wenn Sie ein speziell für Hunde hergestelltes und sicherheitsgeprüftes Brustgeschirr besitzen. Auf keinen Fall dürfen Sie Ihren Hund am Halsband anschnallen. Das kann zu schlimmen Halsverletzungen oder Würgen führen.

Das Brustgeschirr muss stabil sein und eng anliegen. Es darf aber nicht einschneiden oder das Tier drücken. Das Transportgeschirr wird über ein Zwischenstück am Sicherheitsgurt oder am Gurtschloss Ihres Autos festgemacht. Stellen Sie das Zwischenstück kurz ein. Der Hund sollte nicht vom Rücksitz springen können.

Vorsicht: Ein Geschirr, das Sie zum Gassigehen verwenden, reißt normalerweise bei einem Aufprall von circa 50 km/h. Ihr Vierbeiner ist damit beim Autofahren nicht ausreichend gesichert.

Hund hinten im Auto

Wollen Sie Ihren Hund auf der Rücksitzbank mitnehmen, sollte der Vierbeiner immer mit einem Transportgeschirr gesichert sein. © iStock.com/AndreyPopov

Im Hunde-Autositz

Kleine Hunde können Sie im Hunde-Autositz transportieren. Er lässt sich mit einem einfachen System entweder auf dem Beifahrersitz oder der Rückbank festmachen. Sie können den Hunde-Autositz mit einer Schlaufe am Sicherheitsgurt befestigen. Außerdem gibt es meist einen Riemen zur Sicherung an der Kopfstütze.

Im Hunde-Autositz muss Ihr Vierbeiner zusätzlich an einem Sicherheitshaken angeschnallt werden. Dafür brauchen Sie normalerweise ein spezielles Transportgeschirr. Auch hier gilt: Stellen Sie das Verbindungsstück zum Geschirr kurz ein, damit Ihr Hund nicht vom Sitz springen oder sich darin verwickeln kann.

Der Vorteil: Sie benötigen keine Transportdecke, um Ihr Auto vor Tierhaaren oder Schmutz zu schützen. Außerdem können Sie den Hunde-Autositz auch als Reisebettchen für Ihren Vierbeiner verwenden.

Hund im Reisebettchen

Ein Reisebettchen gibt Ihrem Hund Sicherheit und sorgt für Wohlbefinden beim Autofahren. © iStock.com/Jodi Jacobson

In der Transportbox

Eine stabile Transportbox ist das sicherste Transportmittel für Hunde. Denn es gilt: Je kleiner und enger der Raum, desto besser ist das Tier beim Autofahren geschützt. Außerdem fühlen sich die meisten Vierbeiner dort schnell wohl. Die Transportbox vermittelt dem Tier das Gefühl einer sicheren Höhle.

Ihr Hund muss aber während der Fahrt in der Box stehen und sich bewegen können. Transportboxen für Tiere sind normalerweise vom TÜV unfallgetestet.

Grundsätzlich sollten Sie beachten, wo Sie die Box im Auto platzieren. Größere Transportboxen müssen im Kofferraum fixiert werden, kleinere können Sie in den Fußraum hinter den Vordersitz stellen. Transportboxen aus Kunststoff sollten Sie niemals auf der Rücksitzbank Ihres Fahrzeugs anschnallen. Bei einem Crashtest hat der ADAC herausgefunden, dass die Boxen bei einem Unfall in Einzelteile zerbrechen können.

Wenn Sie die Transportbox im Kofferraum Ihres Autos fixieren möchten, schieben Sie sie nah an die Rücksitzbank. Sie sollte so aufgestellt sein, dass sie bei geschlossenem Kofferraum nicht verrutschen kann. Wenn möglich, sollten Sie die Box quer zur Fahrtrichtung stellen. Die Position belastet das Tier bei einem Unfall am wenigsten.

Boxen aus Aluminium müssen oft zusätzlich mit einem Spanngurt befestigt werden. Solche Transportboxen haben dafür spezielle Ringe an den Seiten. Im Kofferraum eines Fahrzeugs sind außerdem sogenannte Zurrösen zur Sicherung einer Ladung vorhanden. Sie können hier einfach den Gurt durchziehen.

Ein Trenngitter zwischen Fahrzeug- und Kofferraum sorgt zusätzlich für mehr Sicherheit. So wird Ihr Hund bei einem Unfall oder einer Vollbremsung nicht zum Geschoss.

Für Katzenbesitzer: Ihre Katze können Sie im Auto problemlos in einer Transportbox im Fußraum hinter den Vordersitzen mitnehmen.

Hunde in der Transportbox

In einer Transportbox im Kofferraum sind Hunde beim Autofahren am besten gesichert. © iStock.com/ROMAOSLO


Darf ich meinen Hund alleine im Auto lassen?

Vor allem im Hochsommer sollten Sie Ihren Hund nie alleine im Auto lassen. Sie bringen das Tier in Lebensgefahr und verstoßen gegen das Tierschutzgesetz. Stirbt Ihr Hund dabei, müssen Sie mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren wegen Tierquälerei rechnen. Es könnte auch ein Hundehaltungsverbot ausgesprochen werden. Liegt keine Tierquälerei vor, müssen Sie wegen einer Ordnungswidrigkeit eine Strafe von bis zu 25.000 Euro zahlen.

Was tun im Notfall: Fällt Ihnen ein Tier in einem geschlossenen Fahrzeug auf, sollten Sie als erstes versuchen, den Fahrer ausfindig zu machen. Sie können ihn zum Beispiel im Supermarkt ausrufen lassen. Haben Sie keinen Erfolg, sollten Sie die Polizei oder die Feuerwehr verständigen.

Ist der Fall so kritisch, dass Polizei oder Feuerwehr nicht rechtzeitig eintreffen würden, dürfen Sie den Hund selbst befreien. Müssen Sie bei der Rettung die Scheibe einschlagen, sollten Sie das mit Fotos dokumentieren. Außerdem sollten Sie sich Zeugen suchen.


Was passiert, wenn ich meinen Hund bei der Fahrt nicht sichere?

Es gibt keine speziellen Vorschriften für den Transport von Tieren. Im Verkehrsrecht gilt ein Haustier als Ladung, die nach § 22 StVO gesichert werden muss. Sonst kann die Kaskoversicherung bei einem Unfall die Zahlung verweigern.

Wann fällt ein Bußgeld an?

Sichern Sie Ihren Hund im Auto nicht richtig, müssen Sie mit einem Bußgeld und Punkten in Flensburg rechnen. Das gilt auch, wenn er Ihnen aus dem Auto ausbricht. Das sollten Sie dazu wissen:

  • Sichern Sie Ihren Hund nicht, müssen Sie 35 Euro Strafe zahlen.
  • Gefährden Sie dadurch den Straßenverkehr, müssen Sie 60 Euro bezahlen und bekommen einen Punkt in Flensburg.
  • Wenn Sie Ihren Hund nicht gesichert haben und es zu einer Sachbeschädigung kommt, müssen Sie 75 Euro Strafe zahlen und bekommen einen Punkt in Flensburg.
  • Ist Ihr Hund ohne Begleitung auf der Straße unterwegs und gefährdet den Verkehr, müssen Sie eine Strafe in Höhe von 5 Euro bezahlen. Kommt es zu einer Sachbeschädigung, müssen Sie 10 Euro zahlen.

Wann zahlt die Versicherung nicht?

Haben Sie Ihren Hund nicht richtig gesichert und es kommt zu einem Unfall, gilt das als grobe Fahrlässigkeit. Die Kaskoversicherung übernimmt normalerweise nur einen Teil des Schadens oder zahlt gar nicht.

Ein Beispiel: Wenn Sie Ihren Hund im Fußraum des Beifahrersitzes ohne Fixierung mitnehmen, ist er nicht richtig gesichert. Dasselbe gilt, wenn Ihr Vierbeiner im Kofferraum ohne Transportbox oder Trenngitter mitfährt. Bei einem Aufprall wird das Tier zum Geschoss im Fahrzeug. Der Fahrer kann lebensgefährlich verletzt werden. Die Kaskoversicherung muss den Schaden an Ihrem Auto nur teilweise oder gar nicht bezahlen.

Informieren Sie sich direkt über die Teilkaskoversicherung und die Vollkaskoversicherung der AllSecur.

Hund im Fussraum

Im Fußraum des Beifahrersitzes ist Ihr Hund nicht ausreichend gesichert. In solchen Fällen muss die Kaskoversicherung nicht zahlen. © iStock.com/fjdelvalle


Wie verhalte ich mich bei einem Unfall?

Der Deutsche Tierschutzbund hat für den Notfall lebensrettende Erste-Hilfe-Maßnahmen veröffentlicht. Wir haben das Wichtigste für Sie kurz zusammengefasst:

  • Ruhe bewahren: Bewahren Sie die Ruhe und sichern Sie die Unfallstelle ab. Danach sollten Sie das Tier vorsichtig auf eine ausgebreitete Decke auf die rechte Seite legen.
  • Ist das Tier bei Bewusstsein: Halten Sie es an der Nackenhaut mit einer Hand fest. Der Nackengriff sorgt dafür, dass das Tier nicht panisch wird. Legen Sie die andere Hand unter das Tier.
  • Ist das Tier bewusstlos: Platzieren Sie eine Hand unter dem Tier und stützen Sie mit der anderen den Kopf. Öffnen Sie das Maul und legen Sie die Zunge vorsichtig raus. Entfernen Sie notfalls Fremdkörper aus dem Maul.
  • Herzdruckmassage: Können Sie keinen Atem mehr spüren, beginnen Sie mit der Herzdruckmassage. Dafür sollten Sie zehn bis fünfzehn Mal kurz auf den Brustkorb des Tieres drücken. Bei Welpen nehmen Sie dafür zwei Finger, bei kleineren Hunden eine Hand und bei größeren Hunden beide Hände. Danach müssen Sie das Tier zweimal beatmen (Mund-zu-Nase-Beatmung).
  • Polizei verständigen: Informieren Sie die Polizei unter der Nummer 110 und lassen Sie sich die Telefonnummer eines Tierarztes oder einer Tierklinik geben.
  • Tierarzt anrufen: Rufen Sie bei einem Tierarzt oder einer Tierklink an und bringen Sie das verletzte Tier vorbei. In vielen Fällen übernimmt die Polizei diese Aufgabe.

Sicherheit geht vor!

Wenn Sie Ihren Hund im Auto transportieren möchten, gilt der Grundsatz: Sicherheit geht vor! Das ist wichtig, egal ob Sie Ihren Hund im Kofferraum oder auf der Rücksitzbank mitnehmen. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Hund seinen Platz im Auto kennt und richtig angeschnallt ist. Außerdem sollten Sie so früh wie möglich mit dem Training beginnen und Ihren Hund Schritt für Schritt ans Autofahren gewöhnen. Und: Sie sollten Ihren Hund natürlich niemals alleine im Auto lassen!

Wir wünschen Ihnen allzeit gute Fahrt! Ihre AllSecur