Führerschein machen: Alles über Ablauf, Dauer, Kosten und wie Sie ihn bestehen

Den Führerschein zu machen ist für viele eine große Hürde, die es zu meistern gilt. Aber wie läuft der Führerschein eigentlich ab? Hier erfahren Sie alles über Kosten, Dauer und den Prozess. Damit Sie Ihre Führerscheinprüfung auch garantiert bestehen, geben wir Ihnen außerdem Tipps und ein Übungsquiz mit den wichtigsten Zahlen für die Theorieprüfung an die Hand.

Mann sitzt mit Schlüssel im Auto

Endlich Autofahren! © iStock/iTref

Der Weg zur eigenen Fahrerlaubnis

Wollen Sie endlich selbst Auto fahren, müssen Sie zuerst Ihren Führerschein machen. Wir klären die wichtigsten Fragen für den Führerschein der Klasse B:


Wie läuft ein Führerschein ab?

Für Ihren Führerschein brauchen Sie diese 7 Schritte.

1. Anmeldung

Melden Sie sich bei einer Fahrschule an. Um die richtige zu finden, hilft ein Vergleich der Gebühren und Leistungen oder die Meinung anderer Fahrschüler.

2. Sehtest und Erste-Hilfe-Kurs

Machen Sie einen Sehtest und einen Erste-Hilfe-Kurs. Die Nachweise brauchen Sie für den Antrag bei der Führerschein-Behörde.

3. Antrag

Den Antrag für den Führerschein stellt normalerweise die Fahrschule. Die Bearbeitungszeit dauert meistens mindestens 5 Wochen, in dieser Zeit können Sie schon mit der Fahrausbildung beginnen, aber noch nicht die Prüfung machen.

4. Theorieunterricht

Wenn Sie die Gebühren bezahlt haben, können Sie direkt mit dem Theorieunterricht starten. Insgesamt gibt es 14 verschiedene Theorieeinheiten, jede Einheit dauert 90 Minuten. Sie decken alle wichtigen Bereiche zum Straßenverkehr und Autofahren ab. 2 Einheiten behandeln Zusatzstoff und müssen besucht werden. In den anderen 12 Grundeinheiten müssen Sie nur mindestens 12 Mal anwesend sein, Sie könnten also theoretisch auch 12 Mal die gleiche Grundeinheit besuchen.

5. Praxisunterricht

Mit Ihrem Fahrlehrer vereinbaren Sie regelmäßig Fahrstunden, normalerweise direkt 90 Minuten, also 2 Fahrstunden. Für die grundlegenden Fahrstunden gibt es keine Mindestanzahl. Der Schnitt liegt bei mindestens 18 Stunden, je nach Können reichen auch weniger. Wirklich verpflichtend sind dann nur die 12 Sonderfahrstunden, die auch mehr kosten: Sie bestehen aus 5 Überland-, 4 Autobahn- und 3 Nachtfahrten.

6. Theorieprüfung

Haben Sie alle Stunden gemacht, können Sie sich zur Theorieprüfung anmelden. Das geht höchstens 3 Monate vor dem erlaubten Mindestalter. Es gibt ungefähr 1.000 Fragen, davon werden 30 gestellt und Sie dürfen in der Prüfung maximal 10 Fehlerpunkte haben.

7. Praxisprüfung

Ihr Fahrlehrer weiß, wann Sie für die praktische Führerscheinprüfung bereit sind. Sie können sie maximal einen Monat vor dem erlaubten Mindestalter machen. Der Prüfer sagt Ihnen, was Sie während der Prüfung machen müssen, zum Beispiel wo Sie abbiegen sollen, wo und wie Sie einparken müssen. Sie bestehen die Prüfung, wenn Sie 45 Minuten ohne schwerwiegende Fehler fahren.

Auto fahren auf der Autobahn

4 Stunden Autobahnfahrt gehören zu den verpflichtenden Sonderfahrstunden. © iStock/anyaberkut


Was brauche ich für den Führerschein?

Für die Anmeldung bei Ihrer Fahrschule brauchen Sie nur Ihren Ausweis. Den Antrag für den Führerschein stellt normalerweise die Fahrschule. Damit der Antrag klappt brauchen Sie:

  • Personalausweis
  • Bescheinigung des Erste-Hilfe-Kurses
  • Biometrisches Passbild
  • Sehtestbescheinigung
  • Antragsgebühr für das Straßenverkehrsamt (ca. 45 Euro)
  • Führerschein mit 17: Weitere Unterlagen und Antragsgebühren für die Begleitpersonen

Die Bearbeitung der Unterlagen bei den Behörden dauert meist 5 Wochen, erst dann sind Sie berechtigt an den Prüfungen teilzunehmen.

Puppe im Erste-Hilfe-Kurs

Ohne Erste-Hilfe-Kurs werden Sie nicht zu den Prüfungen zugelassen. © iStock/microgen


Was kostet ein Führerschein?

Um Ihren Führerschein zu machen, müssen Sie im Schnitt mit 1.500 bis 2.000 Euro rechnen. Am meisten unterscheiden sich die Gebühren für Praxis- und Theoriestunden regional: Laut ADAC kostet der Führerschein in Brandenburg nur 1.200 bis 1.400 Euro, in Bayern ist er mit 1.700 bis 2.200 Euro am teuersten. Natürlich kommt es auch auf das Können des Fahrschülers an: je nachdem braucht es mehr oder weniger Fahrstunden oder Prüfungsversuche.

So können die Kosten sein:

  • Grundgebühr für die Fahrschule mit Theoriestunden: ca. 200 €
  • Lehrmaterial: ca. 50 €
  • Sehtest, Erste-Hilfe-Kurs und Passbilder: ca. 40 €
  • Führerscheinantrag bei Behörde: ca. 45 €
  • Im Schnitt mindestens 18 Übungsstunden (je ca. 30 €): 540 €
  • 12 verpflichtende Sonderfahrten (je ca. 50 €): 600 €
  • Prüfungsgebühren für Fahrschule und Behörde: ca. 200 €

Die Kosten liegen damit ungefähr bei 1.675 €.


Wie lange brauche ich für den Führerschein?

Wenn Sie regelmäßig die Theoriestunden besuchen und Fahrstunden machen, dauert es 3 bis 5 Monate, bis Sie den Führerschein haben. Wollen Sie den Führerschein pünktlich zum Geburtstag haben, reicht es also, sich ein halbes Jahr vorher anzumelden.

Die insgesamt 14 Doppelstunden Theorie können bei vielen Fahrschulen in 2-wöchigen Crashkursen besucht werden. Gehen Sie sonst von einer Theorieeinheit die Woche aus, brauchen Sie dafür 14 Wochen.

Auch die Übungsfahrten dauern je 90 Minuten. Wählen Sie hier den Schnitt von 30 Stunden und machen wöchentlich eine Einheit, dauert das 15 Wochen.

Viele Fahrschulen bieten auch Schnellkurse an, in denen Sie schon innerhalb von 1 bis 2 Wochen auf die theoretische und praktische Prüfung vorbereitet werden. Dabei kommt es aber natürlich auf Ihre Vorkenntnisse, Begabung, Ihren Einsatz und Ihre freie Zeit an.

Denken Sie daran, dass es normalerweise mindestens 5 Wochen dauert, bis die Behörden Ihren Antrag bearbeitet haben. Melden Sie sie also rechtzeitig an, denn erst dann können Sie Ihre Prüfungen machen. Falls Sie durch eine Prüfung fallen, können Sie sie nach 2 Wochen wiederholen.

Fahrschulauto

Je nach Engagement und Können, kann Ihre Fahrschulzeit einige Wochen oder einige Monate dauern. © iStock/ollo


Wie bestehe ich den Führerschein?

Sie müssen zuerst die Theorieprüfung bestehen, bevor Sie die praktische Prüfung machen dürfen. Sie können auch beide Prüfungen an einem Tag machen. Falls Sie aber durch die theoretische Prüfung fallen, müssen Sie die Praktische trotzdem bezahlen, ohne sie machen zu können.

Wie läuft die theoretische Prüfung ab?

Die Prüfung ist beim TÜV oder der DEKRA. Nehmen Sie Ihre Ausbildungsbescheinigung über den Theorieunterricht, Ihren Personalausweis und die Prüfungsgebühren mit, falls sie nicht direkt über die Fahrschule bezahlt werden.

Die Prüfung ist am Computer oder Tablet. Der Prüfer erklärt die Bedienung und den Ablauf und kann dazu auch während der Prüfung gefragt werden.

Von mehr als 1.000 Multiple-Choice-Fragen werden 30 gestellt, die je eine unterschiedliche Anzahl an Fehlerpunkten und Antwortmöglichkeiten haben. Sie haben insgesamt 30-45 Minuten Zeit.

Falls Sie bei einer Frage unsicher sind, können Sie die Frage markieren und später noch einmal ansehen. Klicken Sie dann auf „abgeben“, werden Ihre Antworten gesendet und Sie bekommen kurz darauf Ihr Ergebnis. Haben Sie am Ende mehr als 10 Fehlerpunkte oder beantworten Sie zwei Fragen mit 5 Fehlerpunkten falsch, sind Sie durchgefallen.

Wenn Sie die Prüfung bestanden haben, haben Sie 12 Monate Zeit, die praktische Prüfung zu machen. Falls Sie länger warten, müssen Sie die Theorieprüfung wiederholen.

Wie bereite ich mich auf die theoretische Prüfung vor?

Hier heißt es üben! Von der Fahrschule bekommen Sie meistens Lernmaterial, mit dem Sie alle 1.000 Fragen so lange üben können, bis Sie sich sicher fühlen. Unser Artikel zu den Kontrollleuchten im Auto kann Ihnen weiterhelfen.

Mit dem Übungsmaterial können Sie selbst testen, ob Sie schon bestehen würden. Viele Fragen sind selbst erklärend, andere Fragen müssen Sie auswendig lernen. Um Sie zu unterstützen, haben wir 49 Karteikarten zum Lernen der wichtigsten Zahlen vorbereitet. Testen Sie selbst, wie fit Sie schon sind!

Wie läuft die praktische Prüfung ab?

Sie erwarten den Prüfer mit Ihrem Fahrlehrer am vereinbarten Treffpunkt. Um die Führerscheinprüfung zu bestehen, müssen Sie 45 Minuten ohne schwerwiegende Fehler nach Vorgaben des Prüfers fahren. Der Prüfer sitzt auf dem Rücksitz, Ihr Fahrlehrer sitzt neben Ihnen auf dem Beifahrersitz. Ihr Fahrlehrer darf während der Prüfung keine konkreten Tipps oder Anweisungen geben.

Die Strecke besteht aus drei Grundfahraufgaben wie zum Beispiel Einparken, die Gefahrenbremsung oder eine Strecke innerhalb einer geschlossenen Ortschaft und eine außerhalb einer geschlossenen Ortschaft.

Sie erfahren sofort, ob Sie bestanden haben oder nicht. Falls Sie bestanden haben, bekommen Sie Ihren Führerschein entweder direkt oder müssen noch bis zu Ihrem Geburtstag warten, wenn Sie noch nicht alt genug sind, um fahren zu dürfen.

Wie bestehe ich die praktische Prüfung?

Mit genug Fahrpraxis sind Sie natürlich am besten dran. Meistens sind die letzten Fahrstunden schon ähnlich, wie in der Prüfung und Ihr Fahrlehrer gibt Ihnen keine Tipps mehr. Am Tag der Prüfung sollten Sie pünktlich dort sein. Der Prüfer wird Ihnen alles erklären und Ihr Fahrlehrer ist auch dabei.

Niemand kann erwarten, dass Sie völlig fehlerfrei fahren, aber Sie sollten sich keine schwerwiegenden Fehler erlauben. Bei schwerwiegenden Fehlern fällt man sofort durch die Prüfung! Dazu gehören zum Beispiel das Überfahren einer roten Ampel, das Missachten eines Stoppschilds oder die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer. Falls Ihr Fahrlehrer eingreifen muss, fallen Sie durch die Prüfung.

Haben Sie Ihr Fahrzeug unter Kontrolle, halten Sie sich an die Verkehrsregeln, fahren Sie rücksichtsvoll und vorausschauend, können Sie einparken und auch technische Fragen beantworten, sollte Ihrem Führerschein nichts im Wege stehen.

Frau im Auto steht vor einem Stoppschild

Fahren Sie in Ihrer Prüfung konzentriert, aber entspannt. © iStock/JackJelly


Was passiert, wenn ich eine Prüfung nicht bestehe?

Bestehen Sie eine der Prüfungen nicht, können Sie sie nach mindestens 2 Wochen wiederholen. Sie müssen die Prüfung dann noch einmal zahlen. Mit Fristverkürzung kann die theoretische Prüfung schon nach 3 und die praktische Prüfung nach 7 Tagen wiederholt werden.

Falls Sie zum dritten Mal durch eine der Prüfungen gefallen sind, müssen Sie 3 Monate warten. Dann haben Sie wieder 3 Prüfungsversuche. Haben Sie in der praktischen Prüfung auch den sechsten Versuch nicht bestanden, prüft die Führerscheinbehörde, ob Sie überhaupt zur Teilnahme am Straßenverkehr geeignet sind – Sie müssen zur medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU).

Bestanden – und dann?

Haben Sie den Führerschein gemacht, ist für viele ein eigenes Auto der nächste Traum! Die Unterhaltskosten sind für Fahranfänger oft höher. Wir können Ihnen helfen, denn mit einer Übertragung des Schadensfreiheitsrabattes steigen Sie mit unserer Kfz-Versicherung direkt günstiger ein.

Wir wünschen viel Erfolg beim Führerschein! Ihre AllSecur