Führerschein abgeben: Wann, wo und warum?

Führerschein abgeben: Das kann die Folge bei schweren Verkehrsvergehen sein, aber auch bei zu vielen Punkten in Flensburg. Wir erklären Ihnen, wann und wo Sie ihn abgeben müssen, was die MPU ist und bringt und ob Sie den Führerschein im Alter abgeben müssen.

Führerscheinkontrolle
Bei einer Kontrolle überprüft die Polizei Ihren Führerschein. © iStock/KatarzynaBialasiewicz

Vergehen im Straßenverkehr können mit einem Fahrverbot oder einem Führerscheinentzug bestraft werden. Wir erklären Ihnen, für welche Vergehen, wie lange und wo Sie den Führerschein abgeben müssen.

Fahrverbot oder Führerscheinentzug?

Werden Sie für einen Verstoß im Straßenverkehr bestraft, unterscheidet man zwischen einem Fahrverbot und einem Führerscheinentzug. Sie müssen zudem fast immer ein Bußgeld zahlen und bekommen Punkte in Flensburg.

Bei einem Fahrverbot müssen Sie den Führerschein für ein bis drei Monate (wortwörtlich) abgeben. Danach können Sie Ihren Führerschein wieder abholen oder ihn sich zuschicken lassen.

Wird Ihnen der Führerschein entzogen, bekommen Sie eine Sperrfrist zwischen sechs Monaten und fünf Jahren. Sie müssen ihn aber nicht immer „wirklich“ abgeben. Meistens wird Ihnen der Führerschein entweder abgenommen oder als ungültig markiert. Autofahren dürfen Sie in diesem Zeitraum aber trotzdem nicht.

Während der Zeit eines Führerscheinentzugs dürfen Sie keinen Antrag stellen, um Ihre Fahrerlaubnis wieder zu bekommen. In besonders schweren Fällen kann der Führerschein lebenslang entzogen werden. Um Ihren Führerschein wieder zu bekommen, müssen Sie oft zur Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU). Mehr dazu lesen Sie weiter unten.

Für welche Vergehen muss ich den Führerschein abgeben?

Für sehr schwere Vergehen im Straßenverkehr müssen Sie Ihren Führerschein oder Ihre Fahrerlaubnis abgeben.

Fahrt unter Alkohol und Drogeneinfluss

Ab einem Promillewert von 1,1 wird Ihnen der Führerschein entzogen. Fahren Sie auffällig oder verursachen Sie einen Unfall, kann der Führerschein schon ab 0,3 Promille abgenommen werden. Können Ihnen keine Fahrfehler nachgewiesen werden, müssen Sie bis 0,5 Promille keine rechtlichen Folgen fürchten.

Als Radfahrer müssen Sie ab 1,6 Promille mit einem Entzug der Fahrerlaubnis rechnen. Auffälliges Fahren oder ein Unfall auf dem Fahrrad können schon ab 0,3 Promille rechtliche Konsequenzen haben. Das gilt auch für E-Bikes und Pedelecs.

Achtung: Segways gelten als Kraftfahrzeuge. Das heißt, es gelten dieselben Bestimmungen wie für Autofahrer. Skateboards, Cityroller oder Inliner gelten nicht als Fahrzeuge. Es droht Ihnen keine Strafe, solange Sie keinen Unfall verursachen.

Auch Fußgängern, die unter Alkohol- oder Drogeneinfluss randalieren, kann der Führerschein entzogen werden. Es muss aber durch ein medizinisches Gutachten nachgewiesen werden, dass die Person alkohol- oder drogenabhängig ist.

Frau bei Verkehrskontrolle
Nur bei einem Fahrverbot müssen Sie den Führerschein wortwörtlich abgeben. © iStock/RyanJLane

Geschwindigkeitsüberschreitung

Fahren Sie außerhalb der geschlossenen Ortschaft mehr als 40 km/h zu schnell, erhalten Sie ein Fahrverbot. Innerorts gilt das ab 31 km/h.

Auch Personen, die innerhalb von 12 Monaten zweimal die Geschwindigkeit um mehr als 26 km/h überschritten haben, müssen den Führerschein abgeben. In Einzelfällen ist statt einem Fahrverbot eine höhere Geldstrafe möglich.

Rote Ampel

Wer bei Rot über die Ampel fährt, kann mit einem Fahrverbot oder einem Führerscheinentzug bestraft werden. Ist die Ampel noch keine Sekunde rot, erhalten Sie meist nur eine Geldstrafe. Gefährden Sie dabei aber andere, ist ein Fahrverbot die Folge. Ist die Ampel länger als zwei Sekunden rot, wird Ihnen der Führerschein entzogen.

Überqueren Sie als Fußgänger die Ampel mehrfach bei Rot, müssen Sie ebenfalls mit einem Führerscheinentzug rechnen.

Fahrerflucht

Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort ist eine Straftat. Sie wird mit einem Fahrverbot oder einem Führerscheinentzug bestraft. Wie lange Sie nicht Autofahren dürfen, hängt vom Tatbestand ab.

Unfall durch eigenes Verschulden

Verursachen Sie durch eigenes Verschulden, zum Beispiel einen Sekundenschlaf, einen Unfall, kann Ihnen der Führerschein entzogen werden.

Ab wie vielen Punkten muss ich den Führerschein abgeben?

Ab acht Punkten in Flensburg wird Ihnen der Führerschein entzogen. Die Fahrerlaubnis kann nur durch eine erfolgreiche MPU wiedererlangt werden.

Schon ab dem Alter von zwölf Jahren kann man mit Punkten bestraft werden, wenn ein Kind zum Beispiel mit dem Fahrrad über eine rote Ampel fährt. Dafür erhält es einen Punkt in Flensburg. Für welche Vergehen es wie viele Punkte gibt, ist im Punktekatalog des Kraftfahrt-Bundesamtes aufgelistet.

Wenn Sie weniger als sechs Punkte in Flensburg haben, können Sie durch ein Fahreignungsseminar je einen Punkt abbauen. Sie verlieren also pro Seminar einen Punkt. Das geht aber nur einmal innerhalb von fünf Jahren. Das Seminar kostet etwa 400 Euro. Es wird beim TÜV oder der DEKRA angeboten.

Wann muss ich den Führerschein abgeben?

Ein Fahrverbot muss am Stück erfolgen und darf nicht aufgeteilt werden. In einigen Fällen gibt es eine Schonfrist von vier Monaten.

Hierfür müssen Sie Ersttäter sein oder dürfen in den letzten 24 Monaten kein Fahrverbot erhalten haben. Nach den vier Monaten müssen Sie den Führerschein aber spätestens abgeben. Durch einen Einspruch können Sie das Fahrverbot weiter hinauszögern.

Beim Führerscheinentzug müssen Sie diesen nicht immer wortwörtlich abgeben. Der Führerschein kann von der Polizei beschlagnahmt werden oder wird mit einem Vermerk versehen, dass er ungültig ist. Beim alten „Lappen“-Führerschein ist dieser Vermerk ein schwarzer Balken und ein amtlicher Stempel über dem Feld: „Nach bestandener Prüfung ausgehändigt“. Der Karten-Führerschein bekommt als Vermerk auf der Vorderseite rechts unten eine Lochung. Sie verlieren die Fahrerlaubnis ab dem Zeitpunkt, ab dem der Strafbefehl oder das Urteil rechtskräftig wird.

In den meisten Fällen wird der Führerschein aber direkt nach dem Vergehen einbehalten oder als ungültig markiert. Das wird bei der Dauer der Sperrfrist berücksichtigt. Wenn Ihnen der Führerschein zum Bespiel abgenommen wurde und das Urteil wird erst drei Monate danach rechtskräftig, werden diese drei Monate von der Sperrfrist abgezogen. Wie lange es dauert, bis ein Urteil rechtskräftig wird, ist je nach Einzelfall unterschiedlich.

Schild mit Geschwindigkeitsanzeige
Bei einem Führerscheinentzug verlieren Sie nicht den Führerschein als Dokument, sondern die Fahrerlaubnis. © iStock/Symbiont

Wo muss ich den Führerschein abgeben?

Nur bei einem Fahrverbot müssen Sie den Führerschein wirklich abgeben.

Behörde

Sie erhalten einen Bußgeldbescheid. Auf ihm ist angeben, wo Sie Ihren Führerschein abgeben müssen. Der Führerschein kann bei der Behörde abgegeben werden, die den Bußgeldbescheid erstellt hat. Das kann per Post-Einschreiben erfolgen. Geben Sie den Führerschein persönlich ab, müssen Sie den Bußgeldbescheid und Ihren Ausweis vorzeigen.

Polizei

Je nach Bundesland können Sie Ihren Führerschein auch bei Ihrer Polizeidienststelle abgeben. Diese muss für Ihren Wohnsitz zuständig sein. Informieren Sie sich vorher, ob das in Ihrem Bundesland möglich ist. Der Bußgeldbescheid und ein Ausweisdokument müssen auch bei der Polizei vorgelegt werden.

Staatsanwaltschaft

Haben Sie Einspruch gegen das Fahrverbot eingelegt, ist die Staatsanwaltschaft zuständig. Sie müssen Ihren Führerschein bei der Behörde abgeben, die die Staatsanwaltschaft vorgibt. Wollen Sie Ihren Führerschein bei einer anderen Behörde oder der Polizei abgeben, müssen Sie die Behörde der Staatsanwaltschaft um Erlaubnis fragen.

Muss ich im Alter den Führerschein abgeben?

Es gibt in Deutschland kein allgemeines Fahrverbot, das ab einem bestimmten Alter eintritt. Senioren darf aber, wie auch anderen Personen, dauerhaft der Führerschein entzogen werden. Es müssen begründete Zweifel vorliegen, dass die Person nicht mehr fahrtauglich ist. Das können körperliche, geistige oder charakterliche Probleme sein.

Bei altersbedingten Einschränkungen wie schlechtem Sehen oder Hören kann der Arzt einen Führerscheinentzug anordnen. Das gilt auch für psychische Erkrankungen wie Demenz. Verursacht eine ältere Person einen Unfall oder häufen sich die Verstöße im Straßenverkehr, darf die Polizei eine ärztliche Untersuchung anordnen. Dort wird entschieden, wie fahrtauglich die Person ist.

Senioren dürfen ihren Führerschein freiwillig abgeben, wenn sie sich beim Autofahren unsicher fühlen. Um herauszufinden, ob sie noch fahrtauglich sind, bieten Fahrschulen, der TÜV oder der ADAC spezielle Trainings für Senioren an.

Wie funktioniert die MPU?

Um Ihre Fahrerlaubnis nach einem Führerscheinentzug wieder zu bekommen, wird oft eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) angeordnet. Bei Alkohol oder Drogen am Steuer ist das fast immer der Fall.

Das ist die MPU

Die MPU besteht aus einem medizinischen Check, einem Reaktionstest und einem ausführlichen Gespräch mit einem Psychologen. In dem Gespräch wird festgestellt, ob der Betroffene sich ernsthaft mit seinem Verkehrsfehler auseinandergesetzt hat. Er muss überzeugend erklären, dass er aus seinen Fehlern gelernt hat und garantieren, dass er sein Vergehen in Zukunft nicht wiederholen wird.

MPU-Vorbereitungskurse

Zur Vorbereitung auf die MPU werden spezielle Kurse angeboten. Dort wird das Gespräch durchgespielt und eine Verhaltensänderung erarbeitet. Sie können die Antworten für eine MPU aber nicht einfach auswendig lernen. Die Psychologen sind darin ausgebildet zu erkennen, ob jemand sein Verhalten wirklich geändert hat oder das nur vorgibt.

Achten Sie bei den Vorbereitungskursen auf einen seriösen Anbieter. Der Kursleiter sollte ein speziell ausgebildeter Psychologe sein. Wer eine „100-Prozent-Chance“ verspricht, wirkt schnell unseriös. 55 Prozent der Betroffenen bekommen nach einer MPU oder einer anschließenden Nachschulung ihre Fahrerlaubnis wieder.

Verkehrspolizist auf Brücke
Die Fahrerlaubnis wird meistens nur durch eine erfolgreiche MPU wiedererteilt. © iStock/fotografixx

MPU selber finden

Der Betroffene muss seine MPU selbst organisieren. Es gibt eine Liste von anerkannten Trägern für Begutachtungsstellen. Suchen Sie sich eine Organisation in Ihrer Nähe aus. Je nach Vergehen kostet die MPU zwischen 200 und 400 Euro. Wer sich bei seiner MPU unfair behandelt fühlt, kann sich über ein offizielles Formular beschweren.

MPU ist nur eine Entscheidungshilfe

Haben Sie die MPU nicht bestanden, müssen Sie selbst entscheiden, ob Sie das negative Gutachten bei der Führerscheinstelle vorlegen. Ein Nicht-Vorlegen wird auch als negativ angesehen.

Die Entscheidung, ob Sie Ihre Fahrerlaubnis wiederbekommen, trifft nur die Führerscheinstelle, auch bei einem positiven MPU-Gutachten. Das Gutachten ist nur eine Entscheidungshilfe. Die MPU kann beliebig oft wiederholt werden.

Weitere Informationen zur MPU finden Sie bei der Bundesanstalt für Straßenwesen.

Was passiert beim Fahren ohne Führerschein?

Beim Fahren ohne Führerschein wird unterschieden zwischen:

  • Fahren ohne den Führerschein mitzuführen
  • Fahren während eines Fahrverbots
  • Fahren ohne Fahrerlaubnis

Fahren ohne den Führerschein mitzuführen

Wer bei einer Polizeikontrolle den Führerschein nicht vorzeigen kann, weil er ihn zum Beispiel zuhause vergessen hat, muss ein Bußgeld von zehn Euro zahlen. Es handelt sich um eine Ordnungswidrigkeit.

Fahren während eines Fahrverbots

Wer während des ein- bis dreimonatigen Fahrverbots Auto fährt, begeht eine Straftat. Eine Freiheitsstrafe von einem Jahr oder eine hohe Geldstrafe ist die Folge.

Beachten Sie, dass ein Fahrverbot meistens für alle Kraftfahrzeuge gilt. Also auch für Fahrzeuge, die keinen Führerschein benötigen, wie zum Beispiel ein Mofa.

Fahren ohne Fahrerlaubnis

Beim Fahren ohne Fahrerlaubnis wird unterschieden, ob die Fahrerlaubnis niemals erworben wurde oder ob sie entzogen worden ist. Wer trotz Führerscheinentzug fährt, muss mit einer Haftstrafe von bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe rechnen.

Haben Sie nie einen Führerschein gemacht und fahren trotzdem Auto, wird es teuer. Prominentestes Beispiel ist der Fußballer Marco Reus, der eine Strafe von 540 000 Euro zahlen musste.

Das gleiche Strafmaß gilt auch für den Halter des Fahrzeugs. Als Halter sind Sie für den Einsatz Ihres Autos verantwortlich. Auch, wenn Sie unwissentlich Ihr Fahrzeug einem Fahrer überlassen, der keinen gültigen Führerschein besitzt, können Sie mit einer sechsmonatigen Haft oder einer Geldbuße bestraft werden.

Kfz-Versicherung wechseln ohne Führerschein

Wir hoffen, dass wir Ihnen erklären konnten, wo, ab wann und ab wie vielen Punkten Sie Ihren Führerschein abgeben müssen und wir die Fragen zur MPU, dem Zeitraum der Abgabe und dem Alter beantworten konnten. Sie können übrigens Ihre Kfz-Versicherung auch dann wechseln, wenn Ihnen der Führerschein entzogen worden ist oder Sie ein Fahrverbot erhalten haben. Erfahren Sie außerdem in unserem Ratgeber, wie Sie den Führerschein machen und was Sie in der Probezeit beachten müssen.

Wir wünschen Ihnen allzeit gute Fahrt! Ihre AllSecur

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