Autokauf: Checkliste & wichtige Tipps

Die Autokauf-Checkliste für Ihren Gebrauchtwagen: Ob vom Händler oder privat, wir erklären, worauf Sie beim Fahrzeugcheck, der Preisverhandlung und dem Kaufvertrag achten sollten. Mit unserer ausführlichen Checkliste und einem Muster-Kaufvertrag können Sie alle wichtigen Punkte prüfen und abhaken.

im Autohaus beim Autokauf

Für den sicheren Autokauf müssen Sie viele Schritte beachten. © gettyimages/vadimguzhva

Ein Autokauf ist ein großer Schritt. Wir helfen Ihnen mit unseren Tipps, auch ganz sicher die richtige Entscheidung zu treffen. Nehmen Sie unsere ausgedruckte Autokauf-Checkliste einfach zur Besichtigung mit. So gehen Sie beim Autokauf vor:

Grundlegendes

Ein Autokauf bedeutet eine große Summe Geld und sollte gut überlegt sein. Klären Sie vorab, welches Auto zu Ihnen passt (im Ratgeber erfahren Sie mehr):

  • Welches Auto kaufen Sie? Überlegen Sie, worauf Sie Wert legen, wie viel Geld Sie ausgeben wollen und ob es ein Neuwagen oder ein Gebrauchtwagen sein soll.
  • Wo kaufen Sie das Auto? Ob privat, beim Händler oder auch im Ausland, informieren Sie sich über die Vor- und Nachteile und worauf Sie besonders achten müssen.
  • Wie kaufen Sie das Auto? Entscheiden Sie sich zwischen Barzahlung, Finanzierung oder Leasing.
  • Wann kaufen Sie das Auto? Informieren Sie sich, wann Ihr Auto am günstigsten ist: Gebrauchtwägen eher im Sommer, Neuwägen eher im Winter.

Haben Sie Ihr perfektes Fahrzeugmodell gefunden, können Sie anfangen Preise zu vergleichen und im richtigen Moment zuschlagen.

Tipp: Suchen Sie einen Gebrauchtwagen über das Internet oder Zeitungsanzeigen, kostet oft jeder Buchstabe Geld. Es werden gerne unverständliche Abkürzungen verwendet. Wir haben Ihnen die wichtigsten Abkürzungen von Fahrzeuginseraten in einem PDF zusammengefasst.

Geht es zum Besichtigungstermin, nehmen Sie eine (am besten fachkundige) Begleitperson mit. Sie kann den Zustand des Wagens aus fachlicher und neutraler Sicht beurteilen.


1. Probefahrt vereinbaren

Die Probefahrt sollte, wenn möglich, bei gutem Wetter, Tageslicht und außerhalb der Stoßzeiten stattfinden. Dann erkennen Sie eventuelle Mängel am besten. Bringen Sie Ihren Personalausweis und Ihren Führerschein mit.

Klären Sie die Probefahrt-Versicherung

Fahren Sie das (zugelassene) Auto selbst Probe, deckt die Kfz-Haftpflichtversicherung des Verkäufers zwar Schäden an Dritten ab; Schäden am Fahrzeug, die Sie verursacht haben, werden aber nicht übernommen. Hat der Verkäufer eine Vollkaskoversicherung abgeschlossen, ist sie dafür zuständig. Sie müssen aber für den Ernstfall klären, wie Sie bei einer Selbstbeteiligung und Verlust des Schadenfreiheitsrabattes vorgehen.

Treffen Sie sicherheitshalber eine Vereinbarung mit dem Händler, um sich vor Schadensansprüchen zu schützen. Hier können Sie ein kostenloses Muster herunterladen: Vereinbarung über die Probefahrt.

Wählen Sie die richtige Route

Machen Sie sich in Ruhe mit dem Fahrzeug vertraut und legen Sie eine sinnvolle Testroute fest. Befahren Sie zu Beginn möglichst ruhige Straßen, um sich auf Geräusche und Fahrgefühl des Autos zu konzentrieren. Sie sollten auch ein Stück in Schrittgeschwindigkeit und mit offenem Fenster fahren, um untypische Geräusche gegebenenfalls zu hören. Natürlich sollte auch eine Schnellstraße oder Autobahn befahren werden.

Probefahrt

Eine Probefahrt vermittelt Ihnen das Fahrgefühl Ihres neuen Autos. © gettyimages/supergenijalac

Testen Sie die Fahrtüchtigkeit

Auf der Probefahrt können Sie sehen, wie gut das Fahrzeug in Schuss ist und ob keine technischen Mängel vorliegen. Achten Sie zum Beispiel auf die folgenden Punkte:

  • Macht das Fahrzeug merkwürdige Geräusche?
  • Wie verhält sich das Fahrzeug beim Lenken, beim Bremsen und auf unebenen Straßen?
  • Wie gut bleibt das Auto (auch ohne Lenken) in der Spur?

Eine ausführliche Prüfliste finden Sie in unserer Checkliste zum Autokauf (PDF).


2. Fahrzeugcheck

Prüfen Sie genauestens, ob das Fahrzeug in einem guten Zustand ist. Legen Sie unter anderem Wert auf die folgenden Punkte:

  • Überprüfen Sie die Einträge der Abgas- und Hauptuntersuchung und ob Mängel oder Unfallschäden vorlagen.
  • Checken Sie die Fahrzeugpapiere (stimmen Fahrgestellnummer, Kennzeichen etc. überein) und die eintragungspflichtige Betriebserlaubniss.
  • Überprüfen Sie, ob Scheckheft und Bedienungsanleitung vorhanden sind und alle Inspektionen regelmäßig durchgeführt wurden.
  • Untersuchen Sie die Karosserie nach Unfallspuren, Rost und Lackschäden.
  • Prüfen Sie die Reifen und Felgen auf Risse und Beulen.
  • Checken Sie im Motor, ob Motoröl, Bremsflüssigkeit und Kühlflüssigkeit korrekt gefüllt sind.
  • Überprüfen Sie im Innenraum, ob Wasserspuren zu erkennen sind.
  • Testen Sie alle elektrischen Bauteile wie Fensterheber, Schiebedach, Außenspiegel, Beleuchtung, Scheibenwischer usw.
  • Vergleichen Sie, ob der Kilometerstand mit dem Gesamteindruck des Autos übereinstimmt.

Einen ausführlichen Kontrollbogen mit allen Details zum Abhaken finden Sie in unserer Checkliste zum Autokauf (PDF).

Sind Sie nach Probefahrt und Check noch unsicher, können Sie ein Kfz-Gutachten beispielsweise beim TÜV, der Dekra oder dem ADAC erstellen lassen. Das kostet etwa 100 bis 150 Euro, kann sich beim Kauf aber schnell auszahlen. Verweigert Ihnen der Verkäufer das, sollten Sie misstrauisch werden.


3. Preisverhandlung

Sind Sie mit dem Zustand des Fahrzeugs zufrieden, können Sie einen guten Preis heraushandeln. Beachten Sie die folgenden Tipps:

  • Legen Sie Ihr Budget fest: Wie viel sind Sie bereit auszugeben und worauf können Sie sich nicht mehr einlassen? Informieren Sie sich, welcher Preis für das Auto angemessen ist und ermitteln Sie, was andere dafür verlangen.
  • Informieren Sie sich über die Mängel: Recherchieren Sie, welche Schwächen das Modell schwerpunktmäßig haben kann. Bringen Sie die und andere Defekte bei der Verhandlung ins Gespräch.
  • Bleiben Sie sachlich und professionell: Zeigen Sie ein ehrliches Interesse an dem Fahrzeug, seien Sie aber nicht allzu begeistert. Verhandeln Sie objektiv, lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und versuchen Sie einen guten Kompromiss zu finden. Setzen Sie Ihr erstes Angebot etwa 25 bis 30 Prozent unter dem Verkaufspreis an.
  • Nutzen Sie Ihr Feingefühl: Sitzt der Verkäufer schon länger auf dem Fahrzeug, können Sie vermutlich noch mehr verhandeln. Erhalten Sie aber ein Angebot, mit dem Sie zufrieden sind, sollten Sie nicht zu gierig werden und sich darauf einlassen.
  • Verlassen Sie gegebenenfalls das Verkaufsgespräch: Schließen Sie nicht aus Ungeduld irgendeinen Vertrag ab, sondern gehen Sie gegebenenfalls. Verkäufer verlieren nicht gerne. In den meisten Fällen wird er Ihnen ein neues Angebot vorschlagen.
  • Fragen Sie nach anderen Leistungen: Können Sie sich auf keinen Preis einigen, versuchen Sie Zusatzleistungen wie eine Gratis-Inspektion, einen Tankgutschein oder einen Satz Winterreifen herauszuhandeln.


4. Kaufvertrag schließen

Zwar gilt der Handschlag unter Kaufleuten als bindend, Sie sollten trotzdem unbedingt einen schriftlichen Vertrag abschließen.

Muster-Kaufvertrag

Hier finden Sie einen Muster-Kaufvertrag für gebrauchte Fahrzeuge. Mit ihm sind Sie auf der sicheren Seite. Darauf sollten Sie bei Ihrem Kaufvertrag achten:

  • Stammdaten zu Verkäufer und Käufer: Gleichen Sie sie unbedingt ab. Wollen Sie ganz sicher gehen, heften Sie eine Kopie des Personalausweises an.
  • Fahrzeugdaten: Im Vertrag sollten Fahrzeugtyp, Hersteller, Fahrzeugidentifizierungs-Nummer, Fahrzeugbriefnummer, Kilometerstand, bisheriges Kennzeichen, nächster TÜV- und AU-Termin und Tag der Erstzulassung aufgeführt werden. Auch Sonderausstattung und Zubehör gehören in den Vertrag.
  • Zusatzinformationen: Es sollten alle Mängel und Unfallschäden (mit Zeitpunkt, Schadenart und Reparaturaufwendungen) genau beschrieben werden. Auch eine gewerbliche Nutzung oder ausgetauschte Teile (Erneuerungen) sollten vermerkt werden. Am besten unterstützt Sie Ihre fachkundige Begleitperson bei der Auflistung.
  • Kaufpreis und Ummeldepflicht: Der Kaufpreis gehört natürlich in den Vertrag, genauso die einwöchige Ummeldepflicht des Käufers. Der Käufer bestätigt auch, alle Schlüssel, Papiere und den TÜV-Bericht erhalten zu haben.
  • Kfz-Versicherung: Wurde das Auto nicht abgemeldet, geht sie vom Verkäufer auf den Käufer über. Als Käufer haben Sie ein einmonatiges Sonderkündigungsrecht, um die Kfz-Versicherung zu wechseln. Ein verpflichtender Wechsel wird gegebenenfalls im Vertrag festgehalten.
  • Gewährleistung: Händler müssen zwei Jahre für nicht von Ihnen verschuldete Mängel haften. Sie können das im Vertrag auf ein Jahr kürzen. Private Anbieter können die gesetzlich vorgeschriebene Gewährleistung ausschließen („Gekauft wie gesehen“). Werden Fahrzeugmängel verschwiegen, die Ihnen zum Verkaufszeitpunkt nachweislich hätten bekannt sein müssen, können Sie den Vertrag anfechten.
  • Unterschrift: Der Vertrag wird mit der Unterschrift von Käufer und Verkäufer bestätigt.

Wenn Sie nicht mit dem Fahrzeugeigentümer selbst handeln, achten Sie unbedingt auf eine schriftliche Vollmacht und nehmen Sie sie zu Ihren Unterlagen. Lassen Sie sich auch Ausweispapiere des Bevollmächtigten zeigen und schreiben Sie seine Daten auf.

offene Motorhaube zum Check

Das Auto sollte im Vertrag ganz genau beschrieben sein. © gettyimages/takoburito

Unterlagen zum Fahrzeugkauf

Um Ihren Fahrzeugkauf sicher abzuschließen, sollten Sie zum korrekten Vertragsabschluss diese Dokumente und Gegenstände haben:

  • Musterkaufvertrag mit Veräußerungsanzeige für die Zulassungsstelle und Versicherung
  • Ihren Personalausweis und den des Verkäufers zum Daten-Abgleichen, zur Sicherheit noch eine Kopie des Verkäufer-Ausweises
  • Verkaufsvollmacht, falls Verkäufer und Fahrzeughalter nicht identisch sind
  • Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) und Teil II (Fahrzeugbrief)
  • Bescheinigung der letzten Hauptuntersuchung (HU) und der Abgasuntersuchung (AU)
  • Schlüssel oder Codekarten für das Fahrzeug
  • Bedienungsanleitung
  • Scheckheft (= Serviceheft), falls vorhanden
  • Wartungs- und Reparaturrechnungen, falls vorhanden
  • Bilder und Gutachten bei Unfallschäden, falls vorhanden
  • Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) für Zubehör und Anbauteile, falls vorhanden
  • Baugenehmigungen und Teilgutachten für Zubehör und Anbauteile, falls vorhanden

Sie haben alle Dokumente vorliegen? Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem neuen Fahrzeug!

Bezahlung

Zahlen Sie bar, fahren Sie nie alleine und niemals mit dem gesamten Geld zum Käufer. Ein vermeintlicher „Notkauf“ gegen Barzahlung hat sich schon öfter als Trick herausgestellt, der Käufer wurde bestohlen. Nehmen Sie lieber eine Anzahlung mit, machen Sie den Kaufvertrag und zahlen Sie das Restgeld oder gar die ganze Summe erst bei der Abholung.

Schließen Sie einen Ratenvertrag ab, sollte das Kaufdatum korrekt eingetragen werden, sonst verlieren Sie das gesetzlich festgelegte einwöchige Rücktrittsrecht.


5. Auto zulassen

Melden Sie Ihr neues Auto bei der Zulassungsstelle Ihres Wohnortes an. Sind Sie persönlich verhindert, können Sie eine andere Person mit Zulassungsvollmacht beauftragen. Falls Ihr neues Auto überführt werden muss, können Sie hierfür auch ein Kurzzeitkennzeichen verwenden. Die Zulassung eines Kurzzeitkennzeichens kann an jeder Zulassungsstelle erfolgen.

Für die Zulassung brauchen Sie:

  • Ihren Personalausweis oder Reisepass (und gegebenenfalls die Vollmacht)
  • Bei Firmen den Handelsregisterauszug und/oder die Gewerbeanmeldung
  • eVB-Nummer (elektronische Versicherungsbestätigung/Deckungskarte)
  • Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein)
  • Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief)
  • HU- und AU-Prüfbescheinigung (oder Eintrag im Fahrzeugschein)
  • Kennzeichen, wenn das Fahrzeug bisher außerhalb des Zulassungsbezirks zugelassen war oder gegebenenfalls eine Reservierungsbestätigung

Das sollten Sie wissen: Die Zulassung plus Wunschkennzeichen (inklusive Vorabreservierung) kostet etwa 40 Euro. Mehr Informationen zum Thema Zulassung haben wir für Sie in unserem Ratgeber Auto anmelden zusammengefasst.

Die Kfz-Versicherung als Kaufargument

Schon beim Autokauf sollten Sie ein Auge auf die Beiträge der Kfz-Versicherung werfen. Sie variieren stark von Modell zu Modell und werden vor allem vom Fahrzeugtyp beeinflusst. Berechnen Sie schon vorher Ihre Kfz-Versicherung in unserem Rechner. Sie brauchen dafür:

  • Hersteller- und Typschlüsselnummer (HSN/TSN) des Autos
  • Gefahrene Kilometer
  • Datum der Erstzulassung

Vergleichen Sie mehrere Gebrauchtwägen miteinander, berechnen Sie den Versicherungstarif für zwei Jahre. Zählen Sie die Summe zum Kaufpreis hinzu, dann erhalten Sie einen besseren, realen Kostenüberblick für das Auto. Auch die weiteren Unterhaltskosten sollten Sie bedenken.

Schreiten Sie mit unseren Tipps zur Tat und kaufen Sie sich Ihren neuen Traum-Gebrauchtwagen. Mit der Autokauf-Checkliste und dem Muster-Kaufvertrag sollte nichts mehr schiefgehen.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg beim Autokauf und allzeit gute Fahrt! Ihre AllSecur